Der Washington Post zufolge könnten in chinesischen Umerziehungslagern Produkte von Huawei zum Einsatz kommen. Entsprechendes Marketing-Material zur technischen Ausstattung ist dem Bericht nach auf Huaweis Webseite gefunden worden. Auch außerhalb der Lager soll Huawei „verdächtige“ Personen erkennen.

 
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Bericht: Huawei hilft China bei Überwachung

In China landen Regimekritiker in Umerziehungslagern oder werden zur Arbeit gezwungen. Zur Überwachung der Gefangenen sollen einer Recherche der Washington Post zufolge Produkte von Huawei angeboten worden sein.

Als „vertraulich“ deklarierte Dokumente sind auf den Servern von Huawei gefunden worden. Es handelt sich dem Bericht nach um Powerpoint-Präsentationen, in denen Huaweis Marketing-Abteilung sowohl Produkte wie auch den jeweiligen Einsatzzweck vorstellt. Die Dateien sind mittlerweile nicht mehr zu finden.

Die chinesischen Zwangsarbeits- und Umerziehungslager sollen dem Werbematerial von Huawei nach technisch umfangreich ausgestattet werden. Auch bei der Verfolgung und Überwachung einzelner Personen könnte der Recherche nach Technik von Huawei und seinen Partnern zum Einsatz kommen. In der Vergangenheit hatte Huawei immer wieder betont, nicht im Überwachungsgeschäft tätig zu sein.

Die ältesten der gefundenen Dokumente gehen auf das Jahr 2014 zurück, bei manchen hat 2020 die letzte Änderung stattgefunden, heißt es. Auch in Unterlagen der chinesischen Regierung sowie in Patentanträgen von Huawei seien Hinweise auf Produkte und Dienstleistungen rund um Überwachung gefunden worden.

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Huawei-Vorwürfe zur Erkennung „verdächtiger“ Personen

Nicht nur in den Lagern selbst, sondern auch außerhalb soll von Huawei und dem Start-up iFlytek entwickelte Technik zur Überwachung verwendet werden. Hierbei soll es unter anderem um die Identifizierung „verdächtiger“ Personen gehen, die sich am Telefon China-kritisch zu Hongkong oder Taiwan äußern.

In der Region Xinjiang soll Huawei zusammen mit DeepGlint für die chinesische Regierung eine öffentliche Gesichtserkennung durchführen. Seit Einführung der Datenbank im Jahr 2017 sind dort dem Bericht nach Informationen zu mehr als 50 Millionen Personen gespeichert worden.

Hinweis: Wir haben bei Huawei um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten und werden diese nachreichen, sobald sie vorliegt.