SAP will die gesamte Dienstwagenflotte auf E-Autos umstellen – und das schon in wenigen Jahren. Die Entscheidung des deutschen Software-Konzerns betrifft direkt zwar nur die Angestellten von SAP, kann aber eine Signalwirkung über das Unternehmen hinaus entfalten.

Nur noch E-Autos ab 2025: SAP will eigene Flotte elektrifizieren

Der deutsche Software-Hersteller SAP will ab 2025 keine Benziner und Diesel mehr als Dienstwagen. Alle Angestellten, die auf einen Firmenwagen Anspruch haben, können sich vom 1. Januar an nur noch für E-Autos entscheiden. Ein Unternehmenssprecher bestätigte den Plan (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung/RNZ). Die gesamte Flotte umfasst rund 27.000 Fahrzeuge.

Die werden allerdings nicht sofort alle elektrisch fahren. Laut Unternehmensangaben nutzen die Angestellten einen Dienstwagen in der Regel vier Jahre. Wenn ab 2025 keine neuen Verbrenner mehr nachrücken, geht man davon aus, dass der gesamte Fuhrpark bis 2030 vollständig elektrifiziert ist.

Laut NRZ gehört die SAP-Flotte zu den größten Deutschlands. Rund 90 Prozent der Belegschaft habe Anspruch, einen Dienstwagen nutzen zu können. Zudem gibt es weitere Mobilitätsangebote, etwa einen Zuschuss, der unabhängig vom Fortbewegungsmittel genutzt werden kann, ob für E-Scooter, Fahrrad, Ride-Sharing oder klassisch mit der Bahn.

SAP ist auf Ladeinfrastruktur angewiesen – zumindest zum Teil

Der Schritt von SAP könnte zudem über die Grenzen des Unternehmens hinaus Signalwirkung entfalten. Mit einer so großen E-Auto-Flotte lässt sich zeigen, dass eben nicht nur Privatpersonen auf Verbrenner verzichten sollten und damit ihren Einfluss im Kampf gegen den Klimawandel geltend machen können. Selbst die nicht-produzierende Industrie hat ihre Stellschrauben.

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Der Plan zeigt auch: Bei SAP ist man optimistisch, etwa im Bezug auf den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Zwar will man auch firmeneigene Ladestationen an Unternehmensstandorten weiter ausbauen, aber unterwegs können die Angestellten auch mal auf einen Ladestopp angewiesen sein. Zudem prophezeien Automobilexperten wie Ferdinand Dudenhöffer dem E-Auto in den kommenden Jahren noch einen schwierigen Weg, selbst wenn die Chipkrise überwunden ist.

Bei SAP sieht man es offenbar gelassen. Welche E-Autos der Konzern ordern wird, steht noch nicht fest. Im Gegensatz zum kolportierten Deal der Autovermietung Hertz mit Tesla dürften durchaus viele verschiedene Marken in Frage kommen.