Sony bekommt Ärger mit einer britischen Anwältin für Verbraucherrecht. Grund: Angebliche „Abzocke“ im PlayStation Store. Der Vorwurf betrifft Millionen von Kunden und könnte für Sony richtig teuer werden.

 
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PlayStation: Sony soll Millionen Kunden „abgezockt“ haben

Die Verbraucherrechts-Anwältin Alex Neill nimmt sich Sony vor: Sie wirft dem Tech-Konzern vor, seine Marktmacht zu missbrauchen und unfaire Preise im PlayStation Store zu verlangen. Grund dafür seien die 30 Prozent Anteil der Verkaufskosten für digitale Spiele, die Sony als Plattformbetreiber des PlayStation Store gehen, Publisher/Entwickler erhalten nur 70 Prozent des Verkaufspreises. Durch die damit notwendigen höheren Preise würden Spieler „abgezockt“.

In den vergangen sechs Jahren sollen Kunden im Vereinigten Königreich dadurch umgerechnet mehr als 5,9 Milliarden Euro zu viel gezahlt haben (Sky News).

Laut Alex Neill ist das Spiel für Sony PlayStation bald aus (Übersetzung von uns):

„Die Spielebranche ist mittlerweile der größte Unterhaltungssektor im Vereinigten Königreich, noch vor Fernsehen, Video und Musik. Viele schutzbedürftige Menschen sind für soziale Teilhabe auf Videospiele angewiesen. Sonys Handeln geht zu Lasten jener Millionen von Menschen, die sich das nicht leisten können – vor allem zu diesem Zeitpunkt, da die Lebenshaltungskosten explodieren und Geldbörsen leerer sind denn je.“

Auch für PlayStation Plus könnt ihr jetzt noch mehr Geld ausgeben. Hier könnt ihr euch ansehen, was ihr dafür bekommt:

Das neue PlayStation Plus im Überblick

Klage gegen Sony: 9 Millionen PlayStation-Spieler könnten betroffen sein

Jeder im Vereinigten Königreich, der in den letzten sechs Jahren etwas im PlayStation Store gekauft hat, hat potenziell Anrecht auf Schadensersatz. Dabei soll es sich um etwa neun Millionen Menschen handeln.

Ein Grund für die Klage gegen Sony ist auch eine gewisse Vormachtstellung, die sich der PlayStation-Hersteller über die Jahre aufgebaut hat. Gerade bei Konsolenverkäufen liegt Sony hier vorne. Erst vor kurzem musste Konkurrent Microsoft zugeben, dass die PlayStation 4 die Xbox One deutlich geschlagen hat.

Allerdings sind die 30 Prozent Anteil, die Sony von den Spielepublishern für die Nutzung der digitalen Spielevermarktungs-Plattform verlangt, alles andere als ungewöhnlich. Den gleichen Anteil müssen diese auch bei der Nutzung der Plattformen von Microsoft, Steam und im Apple App Store bezahlen. Es handelt sich also um übliche Marktbedingungen und könnte den Vorwurf vor Gericht abschwächen, dass Sony hier eine Marktposition ausnutzt (Quelle: Eurogamer).