Wer auf eine Schufa-Auskunft angewiesen ist, muss vor der Auskunftei finanziell blank ziehen. Doch damit soll bei Finanzdaten auch Schluss sein. Verbraucher und ihre Daten müssen besser geschützt werden, fordert der EU-Datenschutzbeauftragte.

 
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Social Media und Browserverlauf: Da hat die Schufa nichts verloren

Ob bei größeren Käufen, einem Vertragsabschluss für die neue Mietwohnung oder um einen Kredit zu beantragen – die Schufa hat potenziell überall ihre Finger mit im Spiel. Oft geht ohne positiven Schufa-Score gar nichts. Daten- und Verbraucherschützer fordern jetzt, der Auskunftei zumindest nicht noch mehr Mittel in die Hand zu geben.

Das geht aus einer Stellungnahme des europäischen Datenschutzbeauftragten, Wojciech Wiewiórowski, hervor. Demnach solle ein Entwurf der EU-Kommission überarbeitet werden, sodass für den Schufa-Score erhobene und personenbezogene Daten nicht für andere Zwecke verwendet werden dürfen, darunter für Werbung oder Marketing. Dafür müsse man die Daten, welche Schufa und Co. erheben können, deutlich und zweifelsfrei kategorisieren.

Wiewiórowski unterstütze außerdem das geplante Verbot, Online-Daten wie Angaben von Social-Media-Plattformen oder persönliche Gesundheitsdaten zur Beurteilung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu nutzen (Quelle: heise). Der Datenschutzbeauftragte empfiehlt zudem, die Regelungen auf alle nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als sensibel geltende Daten auszuweiten. Das betrifft vor allem auch Browserdaten wie den persönlichen Suchverlauf.

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Mehr Transparenz gefordert: Schufa-Score muss nachvollziehbar sein

Weiter solle es im Lauf der Bonitätsprüfung durch Auskunfteien wie die Schufa auch die Möglichkeit zu einer persönlichen Beurteilung „Mensch zu Mensch“ geben, statt nur auf das Ergebnis weitgehend undurchsichtiger Bewertungen anhand von Algorithmen zu vertrauen. Vor allem dieser Schritt würde einen deutlichen Einschnitt in die Macht der Schufa bedeuten.

Weiter müsse jegliches finanzielle „Scoring“ mit den höchsten Sicherheitsanforderungen von technischer Seite versehen werden. Das soll besonders für Fälle gelten, in denen die Bontitätsprüfung durch künstliche Intelligenz durchgeführt wird. Sorge um die von der Schufa erhobenen Daten bestand zuletzt im Rahmen des möglichen Verkaufs der Schufa an einen US-amerikanischen Investor.