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Senioren am Steuer: Verkehrsminister macht unmissverständliche Ansage

Im Alter wird das Autofahren nicht leichter, aber wichtiger. (© IMAGO / Michael Eichhammer)
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Die EU will harte Regeln für Autofahrerinnen und -fahrer über 70 Jahren einführen. Deutschlands Verkehrsminister Volker Wissing hat dazu eine ganz klare Meinung. Die Menschen sollen selbst entscheiden, ist sich der FDP-Mann sicher. Ob Wissings Widerspruch bei der EU Wirkung zeigt, muss sich erst herausstellen.

Einschränkungen für Senioren beim Führerschein –  nicht mit Wissing

Alle fünf Jahre zum Arzt für einen Fahrtüchtigkeits-Check oder eine Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten abgeben. So sieht es ein Entwurf zu einer neuen Führerscheinverordnung seitens der EU für alle vor, die über 70 Jahren noch mit dem Auto unterwegs sein wollen. Doch Wissing macht dabei nicht mit.

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„Ich will keine verpflichtenden Tauglichkeitsprüfungen für Autofahrer über 70, und ich bin zuversichtlich, dass sich dafür in der EU auch keine Mehrheit finden wird“, so der FDP-Minister gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (via Tagesschau).

Dabei übt Wissing scharfe Kritik am Vorhaben der Europäischen Kommission. Er spricht sich klar dagegen aus, dass „der Einzelne immer mehr zum Objekt gemacht wird, sich Zwangsuntersuchungen unterziehen und nach Vorschriftskatalog seinen Alltag gestalten muss“. Gerade für viele ältere Menschen, die auf dem Land leben, sei das eigene Auto nicht so einfach ersetzbar.

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Statt alle paar Jahre eine verpflichtende Tauglichkeitsprüfung absolvieren oder zumindest eine Selbsteinschätzung abgeben zu müssen, baut der Verkehrsminister auf Freiwilligkeit. Die Senioren könnten und würden sich auch „ohne staatliche Vorgaben und bürokratische Kontrolle mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen“.

Senioren über 70 Jahren bauen nicht mehr Unfälle

Wissing zweifelt außerdem an der Grundlage für ein solches Eingreifen seitens der EU. Es gebe „keine signifikanten Zahlen bei schweren Unfällen“ in der Altersgruppe über 70. Entsprechend würde der Vorschlag am Ziel vorbeigehen für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen.

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Mögliche Altersbeschränkungen sind nicht die einzige Änderung, die die EU beim Führerschein plant:

Sollte es doch einmal Thema werden, dass Personen weiter das Auto nutzen, wegen ihres fortschreitenden Alters dazu aber nicht mehr in der Lage sind, sieht der Politiker das soziale Umfeld in der Pflicht. Kinder, Nachbarn, Freunde und Verwandte müssten dann tätig werden.

Ob es zu einer entsprechenden Einschränkung beim Führerschein für Menschen über 70 kommt, ist noch völlig offen. Der Entwurf wurde noch nicht beschlossen. Zudem sieht er vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten selbst entscheiden, ob eine medizinische Untersuchung verlangt wird oder eine Selbsteinschätzung ausreichen würde.

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