Nicht die Deutsche Telekom, sondern ein US-amerikanischer Konzern soll sich um den digitalen Impfnachweis für Deutschland kümmern. Einer Bekanntmachung der Europäischen Union zufolge hat sich die deutsche Bundesregierung gegen die Telekom entschieden. Ein anderes deutsches Unternehmen spielt aber dennoch eine Rolle.

 

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Digitaler Impfnachweis: IBM statt Telekom

Die Deutsche Telekom ist raus beim Rennen um den digitalen Nachweis einer Corona-Impfung. Statt auf das Bonner Unternehmen zu setzen, möchte die Bundesregierung lieber mit IBM zusammenarbeiten. Bis zum Sommer soll ein in Europa einheitlicher digitaler Nachweis entwickelt sein. Erklärtes Ziel ist es, grenzüberschreitende Reisen wieder zu ermöglichen.

„Der digitale Impfnachweis umfasst eine Impfnachweis-App, eine Prüf-App und ein Backendsystem für die Integration in Arztpraxen und Impfzentren“, heißt es in der Beschreibung des Auftrags. Von einer „deutschen Insellösung“ möchte man bei der EU nichts wissen.

Statt der Telekom wird ein anderes deutsches Unternehmen an der Entwicklung beteiligt sein. Einem Bericht des Spiegels zufolge ist der Kölner Blockchain-Spezialist Ulbrich mit von der Partie. Das 2014 gegründete Unternehmen setzt auf QR-Codes, die einen Nachweis über eine erfolgreiche Impfung sowie Testzertifikate bereitstellen.

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IBM und Ulbrich bleiben nicht viel Zeit. Die technische Umsetzung des digitalen Impfnachweises darf nicht mehr als zwölf Wochen in Anspruch nehmen. Es sollen 410 Impfzentren und etwa 55.000 Praxen angebunden werden. Geimpfte Personen sollen wichtige Informationen „personalisiert bequem auf dem Smartphone digital speichern können“, so die Hoffnung.

Der entstandene Quellcode für die mobile App soll als Open Source veröffentlicht werden. Das betrifft auch die Prüf-App sowie den Impfzertifikats-Service. Das Volumen beläuft sich nach jetziger Planung auf 2,7 Millionen Euro. Darüber hinaus soll IBM pro ausgestelltem Impfzertifikat zusätzlich 50 Cent bekommen. Drittanbietern soll der Code ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt werden.

Unklar bleibt bislang, wie mit bereits geimpften Personen umgegangen wird. Ob sie den digitalen Nachweis einer Impfung nachträglich erhalten werden, steht noch nicht fest.