Die Stiftung Warentest hat sich das Portal Verivox genauer angesehen und ist zu einem eindeutigen Urteil gekommen: Verivox zeigt nicht immer die besten Ergebnisse ganz oben an – was an der Provision liegen könnte.

 

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Stiftung Warentest rät von Verivox ab

Das Vergleichsportal Verivox hat bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest nicht gut abgeschnitten. Es wird bemängelt, dass der deutsche Anbieter nun nicht mehr das für den Kunden jeweils günstigste Angebot ganz oben platziert, sondern dort langfristige Verträge auflistet. Auch wenn es die Stiftung Warentest nicht explizit erwähnt, wird vermutet, dass höhere Provisionen für Verivox bei abgeschlossenen Verträgen der Grund für die Änderung sein könnten.

Im Dezember 2019 hatte Verivox seine Standardeinstellungen dahingehend verändert, dass bei Strom- und Gastarifen nicht mehr das beste Angebot auf dem ersten Platz landet. Stattdessen soll nun noch das erste Vertragsjahr bei der Berechnung des Preises für Kunden herangezogen werden – auch dann, wenn es sich um Tarife mit deutlich längeren Laufzeiten handelt. Kunden würden damit getäuscht, so die Stiftung Warentest. Verivox sollte deswegen „gemieden“ werden, heißt es auf der Webseite der bekannten Verbraucherorganisation.

Hier geht es zum Vergleichsportal Verivox

Verivox hat die bisherigen Voreinstellungen abgeschafft und diesen Schritt auch begründet: „Die Verbraucher sollen auf Basis ihrer eigenen Präferenzen selbst entscheiden können, welche Tarife auf unserer Plattform am besten zu ihren Bedürfnissen passen. Hierzu bieten wir die nötige Orientierung zum Beispiel durch die Darstellung von Kundenbewertungen oder Tarifdetails.“

So bewirbt Verivox seinen Stromvergleich:

Werbung von Verivox

Verivox: Tarife nur bei Provisionen

Die Stiftung Warentest bemängelt, dass Verivox ausschließlich Tarife anzeigen würde, bei denen das Unternehmen eine Provision erhält. Hierbei handelt es sich aber um das Geschäftsmodell von Verivox. Wenn Kunden über das Portal einen Vertrag mit einem anderen Anbieter abschließen, bekommt das Unternehmen dafür einen Bonus. Kunden wiederum erhalten Tarife über solche Portale oft günstiger, da auch sie mit Bonuszahlungen belohnt werden – die es häufig auf der eigentlichen Webseite der Anbieter nicht oder nur in geringem Maße gibt.

Verivox wird auch deshalb von der Stiftung Warentest kritisiert, weil diese Bonuszahlungen an Kunden nicht „korrekt“ bei der Berechnung berücksichtigt werden – wenn auch nur indirekt. Da nun Verträge mit einer Laufzeit von 24 Monaten empfohlen werden, gibt es in zwei Jahren nur einen einzigen Bonus, statt zwei bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Hier wird davon ausgegangen, dass Kunden nach dem ersten Jahr kündigen und erneut einen Bonus beim Wechsel zu einem anderen Anbieter bekommen.

Der Verbraucherorganisation zufolge sind nun die hinteren Plätze in der Ergebnisliste von Verivox oft attraktiver für Wechselwillige als die Spitzenreiter. Vor der Umstellung der Standardwerte bei der Suche sei dies noch anders gewesen.