9-Euro-Ticket und Tankrabatt laufen aus. Ab dem 1. September greift kein Sondereffekt mehr, der die Preise an der Zapfsäule drosselt, mit günstigem ÖPNV in ganz Deutschland ist Schluss. Während das Billig-Ticket beim ADAC gut ankommt, rechnet der Automobilclub mit günstigem Sprit schonungslos ab: Rückkehr unerwünscht.

 
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Mit dem Ende von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket steigen bei vielen Verbrauchern in Deutschland die ohnehin hohen Sorgen um die Preisentwicklung. Denen hat sich der ADAC anlässlich des Endes der Maßnahmen aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung in einer Pressekonferenz angenommen.

Ansage vom ADAC: Der Tankrabatt soll nie zurückkehren

Zumindest eine gute Nachricht gab es dabei: Die Verkehrsexperten vom ADAC rechnen nicht damit, dass die Preise an der Zapfsäule direkt am 1. September wieder so sehr in die Höhe schnellen, dass sie den gesamten Effekt des Tankrabatts ausradieren. Stattdessen erwartet man, dass die Preise noch mindestens einige Tage nur mäßig ansteigen. Das liege einerseits daran, dass die Tankstellen noch während der Gültigkeit der Steuersenkung ihre Vorräte auffüllen konnten.

Andererseits hat die Preisentwicklung der vergangenen Wochen an vielen Orten bereits den großen Sprung zum Ende des Tankrabatts vorweggenommen. Dessen Ende biete nun den Mineralölkonzernen die Gelegenheit, sich ein neues Preispolster zu verschaffen, kritisiert ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand.

Weil der Preisvorteil nach Untersuchungen des ADAC ohnehin nie vollständig bis zu den Verbrauchern durchgereicht worden sei, fordert er den Tankrabatt nicht fortzusetzen. Mögliche künftige Entlastungen sollten stattdessen gezielt Betroffene bevorzugen, etwa Berufspendler durch eine Stärkung der Entfernungspauschale.

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Nachfolger für 9-Euro-Ticket: ADAC will, dass es weitergeht

Beim 9-Euro-Ticket ist der ADAC deutlich zufriedener und empfiehlt, eine Nachfolgeregelung zu finden. Dass die Regierung sich dem mit weiten Schritten annähert, hat Finanzminister Christian Linder (FDP) – nach vorigem Widerstand – gerade erst öffentlich gemacht.

In einer Umfrage des ADAC hat eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent angegeben, sich eine Fortsetzung eines günstigen ÖPNV-Angebots zu wünschen. Wie günstig die werden könnte, blieb dabei allerdings offen. Hillebrand sprach beispielsweise von einem 69-Euro-Ticket, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen gefordert hatte. Unterdessen ist in der Politik inzwischen von einem 49-Euro-Ticket die Rede.

So oder so, laut ADAC komme es ohnehin eher darauf an, dass das ÖPNV-Angebot verbessert werde und die deutschlandweite Gültigkeit erhalten bleibe, als auf den Preis.