Sicher habt ihr schon mal einen Flugzeug-Simulator gesehen. Auch Konsolen-Emulatoren sind mittlerweile sehr beliebt sowie die Virtualisierungs-Software Virtualbox. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Emulation, Virtualisierung und Simulation?

 
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Der Unterschied zwischen Simulation, Emulation & Virtualisierung

Am besten lest ihr die Erklärung aller drei Begriffe durch, um jeden Begriff für sich und deren Abgrenzung besser zu verstehen.

Simulator: „Das muss (fast) genauso sein wie in echt!“

Eine Fahr-Simulation auf der IAA 2008. Bildquelle: Wikipedia
Eine Fahr-Simulation auf der IAA 2008. Bildquelle: Wikipedia

Der Begriff „Simulieren“ steht für „wirklichkeitsgetreu nachahmen“ – mit Betonung auf „wirklichkeitsgetreu“.

  • Ein Beispiel sind die großen Flug- oder Fahrsimulatoren, um Piloten auszubilden.
  • Durch aufwendige Software und Hardware wird versucht ein bestimmtes Szenario so genau wie nötig abzubilden.

Wenn der Pilot also später vom Simulator in das echte Flugzeug steigt, findet er den nahezu exakt gleichen Aufbau von Steuerknüppeln und Knöpfen wieder. Das Spiel „Microsoft-Flight-Simulator“ ist also kein richtiger Simulator, weil euch dafür die Hardware des jeweiligen Flugzeugs fehlt.

Emulator: „Hauptsache das Ergebnis stimmt!“

Die Software ZSNES emuliert ein Konsolenspiel auf dem PC
Die Software ZSNES emuliert ein Konsolenspiel auf dem PC

Der Begriff „Emulieren“ steht nur für „nachahmen“. Im Gegensatz zum Simulator, wird hier also die Wirklichkeitstreue vernachlässigt.

  • Ein Beispiel ist der Super-Nintedo-Emulator ZSNES.
  • Der Emulator ist in dem Fall eine PC-Software, die auf eurem Bildschirm das Spiel anzeigt, wie ihr es früher auf der Konsole Super Nintendo gesehen habt.
  • Der große Unterschied: Es ist nur eine Software; es gibt keinen Nachbau der Konsole. Und auch intern – „unter der Haube“ – funktioniert die Software anders, als es die eigentliche Konsole getan hat.
  • Das Endergebnis ist hier, was wichtig ist: Ihr seht euer altes Super-Nintendo-Spiel am PC-Bildschirm und könnt es wie in alten Zeiten zocken.

Einem Emulator geht es also im Kern nur darum, dass das Ergebnis stimmt. Es ist nicht nötig die internen Funktionsprozesse (Hardware, Prozessor, Schnittstellen) wirklichkeitsgetreu nachzubilden. Wenn also später ein Emulator-Spieler auf die Konsole trifft, die er vorher noch nicht kannte, muss er erst mal lernen, wie die Konsole überhaupt funktioniert (Strom, Spiele-Kassetten, einschalten, ausschalten).

Virtualisierer: „Bitte das Ganze in ‚Nicht-Physisch‘ simulieren oder emulieren!“

Hier wird ein Betriebssystem in einem Betriebssystem virtualisiert
Hier wird ein Betriebssystem in einem Betriebssystem virtualisiert

Der Begriff „Virtuell“ steht für „nicht-physisch“. Bei der Virtualisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Simulation und Emulation.

  • Mit der Virtualisierer-Software Virtualbox oder VMWare könnt ihr beispielsweise andere Betriebssysteme in einem Fenster unter eurem derzeitigen Betriebssystem nutzen und Dateien zwischen „Host-“ und „Gast“-Betriebssystem austauschen.
  • Dabei emuliert die Software die fehlende PC-Hardware des virtuellen Betriebssystems und leitet Hardware-Anfragen an die echte Hardware des physisch vorhandenen PCs (CPU, Grafikkarte, Festplatte) weiter.

Letztlich wird so ein Betriebssystem „simuliert“, dessen Hardware aber emuliert ist und auf der echten Hardware eines anderen Systems läuft. Der Begriff „Virtuell“ ist zudem im Zusammenhang mit „Virtual Reality oder „Mixed Reality“ bekannt.

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