Komplett neues Design: Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact im Hands-On-Video

Frank Ritter

Sonys Benennungsschema war schon immer speziell, wir können euch aber versichern: Das Xperia XZ2 und sein kleiner Bruder Xperia XZ2 Compact sind die neuen, besten Smartphones von Sony – zumindest bis zum Herbst. In beiden Geräten steckt der neue Prozessor Snapdragon 845, außerdem 4 GB RAM und 64 GB interner Speicher, der per microSD-Speicherkarte erweitert werden kann. So weit, so gut, so flott.

Sony Xperia XZ2 (Compact) im Hands-On.

Sony Xperia XZ2 und XZ2 Compact: Schönes neues Design

Neu ist das Design. Vor allem das größere Modell mit seinem 5,7-Zoll-Display weist endlich eine neue Optik auf, nachdem die Vorgänger in den letzten Jahren immer etwas altbacken wirkten. Gaben früher Kanten und Ränder den Ton an, ist das neue Design natürlicher, organischer und was sich Marketingabteilungen sonst noch so an Attributen für nicht-kantige Formen ausdenken. Sie liegen auf jeden Fall besser in der Hand. Klar, das Xperia XZ2 erinnert von hinten an das HTC U11 und von vorn an das Galaxy Note 8, aber das sind ja auch gute Referenzen. Weil die XZ2-Geräte nun 18:9-Displays besitzen, sind sie auch schmaler als ihre Vorgänger – bei mehr Bildschirmfläche. Mit einem Gewicht von 197 Gramm für das große Modell und 168 Gramm für den 5-Zoller XZ2 Compact wirken sie zwar durchaus wuchtig, aber trotzdem ergonomisch, wertig und robust.

Der Akku dürfte mit 3.180 mAh beim XZ2 ausreichend sein, mit 2.870 mAh beim XZ2 Compact sogar recht lange Laufzeiten ermöglichen. Die Effizienzsteigerungen durch Snapdragon 845 und Android 8.0 wirken sich vermutlich auch positiv auf die Laufzeit aus.

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Sehr helle HDR-Dispays im Xperia XZ2 (Compact)

Die Displays sind mit 700 Nits Maximum ziemlich hell, angemessen scharf, dank Gorilla Glass 5 auch kratzfest. Beim Xperia XZ2 auch auf der Glas-Rückseite, das Compact hat eine Rückseite aus gehärtetem Kunststoff. Weil Sony wieder LC-Displays aus eigenem Hause verbaut, sind die seitlichen Blickwinkel mal wieder nicht die besten. Immerhin ist das Display von XZ2 und XZ2 Compact HDR-fähig; dank eines eigens entwickelten Algorithmus werden auch Nicht-HDR-Inhalte auf HDR hochskaliert. Dadurch soll der Bildinhalt farb- und kontrastreicher wirken.

Das große XZ2 kann kabellos geladen werden, das kleinere Compact-Modell nicht. Der Fingerabdruckscanner ist jetzt hinten, nach meinem Geschmack aber zu weit unten positioniert, da packt man schon mal aus Versehen auf die Kameralinse. Immerhin kann man die Geräte leicht von Schmutz befreien, denn die Sony-Phones sind natürlich wieder wasserdicht.

Wenn das Smartphone vibriert

Seitlich sind die Ränder wesentlich dünner als beim Vorgänger, die Ränder oben und unten bleiben vorhanden, das ist aber auch okay so. Oben und unten sind Stereolautsprecher verbaut, die in Richtung des Nutzers tönen, ziemlich gut klingen und dabei sogar einen brauchbaren Pseudo-Surround-Effekt erzeugen. Das große Xperia XZ2 hat dazu das „Dynamic Vibration System“, das beim Abspielen basshaltiger Inhalte zusätzlich das Handy vibrieren lässt, um die Intensität zu erhöhen. Sony gibt an, die Vibrationsintensität auf dieses Feature hin feingetunt zu haben. Trotzdem: Beim ersten Ausprobieren empfanden wir diese Funktion als Unsinn.

Auf der Unterseite gibt’s jetzt nur noch USB-C, keine Klinkenbuchse mehr. Einen Adapter für Klinkenstecker liefert Sony mit, im Handel gibt’s zusätzlich einen Peitschenstecker für den Anschluss eines Klinken-Headsets bei gleichzeitigem Laden. Da sich Sony an Standards für die Übertragung von Audio auf USB-C-Headsets halten will, fällt damit auch die erweiterte Unterstützung für Noise Cancelling über das Gerät weg, die es noch im XZ1 gab – schade.

Sony Xperia XZ2 (Compcat) mit besseren Kameras

Natürlich hat Sony auch an der Kamera geschraubt. Trotz des gleichen 19-MP-Sensors wie schon im Vorgänger sollen die Ergebnisse dank Feintuning im Postprocessing deutlich besser aussehen. Videos kann man jetzt auch mit HDR und in 4K aufnehmen. Neu ist außerdem, dass Sonys sowieso schon coole Superzeitlupe nun ihre 960 Bilder pro Sekunde nicht mehr nur in HD, sondern sogar Full HD aufnimmt. Die Kamera machte allgemein einen ordentlichen ersten Eindruck, auch die weitwinklige Frontkamera wusste, trotz der auf 5 MP verringerten Auflösung, zu gefallen. Übrigens kann man mit der Frontkamera jetzt auch ohne fremde Hilfe ein 3D-Modell des eigenen Kopfes scannen – dem verbesserten 3D-Creator sei dank.

Neu ist übrigens auch, dass die XZ2-Smartphones standardmäßig Dual-SIM-fähig sein werden, wobei man sich dank Kombislot zwischen einer zweiten SIM oder Speichererweiterung per microSD entscheiden muss. Nur einige Provider-Geräte verzichten auf die Dual-SIM-Option, eine microSD-Karte kann man auf diesen Geräten natürlich trotzdem einlegen.

Sony Xperia XZ2 Compact: Kleiner Muskelprotz

Kommen wir speziell zum XZ2 Compact. Sony ist es hoch anzurechnen, dass man wieder ein echtes Spec-Flaggschiff im Kleinformat auf den Markt wirft, nun sogar endlich mit einem scharfen Full-HD+-Display. Im Android-Bereich ist das Teil alternativlos, auch wenn es mir in Sachen Design nicht ganz so wertig vorkam wie der große Bruder. Neben Größe, Rückseiten-Material und Akku gibt’s noch ein paar kleine Unterschiede zwischen XZ2 und XZ2 Compact. Wegen der kompakten Bauweise ist das Antennendesign ein anderes und die maximal mögliche LTE-Geschwindigkeit liegt so nur bei 800 statt 1.200 MBit/s – für den deutschen Markt herzlich egal. Nicht ganz nachvollziehen können wir, warum das große Modell einen QuickCharge-fähigen Charger mitgeliefert bekommt, das kleine nur ein langsameres Ladegerät. Neben kabellosem Laden muss man beim Compact noch auf das Vibrations-Bass-Simulations-Feature verzichten. Gut, damit kann man leben.

Das Sony Xperia XZ2 wird es in den Farben Liquid Black, Liquid Silver, Deep Green und Ash Pink geben und mit einem Preis von 799 Euro im Handel starten. Das XZ2 Compact kostet beim Start 599 Euro und wird in den Farben Black, White Silver, Moss Green und Coral Pink angeboten.

Sony spricht offiziell von einem Marktstart im zweiten Quartal, laut unseren Informationen will man die neuen Telefone um den Monatswechsel April/Mai auf den Markt bringen.

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