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Dead Island 2 im Test: Spaßiger Zombie-Splatter mit unnötigen Schwächen

Hat sich das Warten auf Dead Island 2 gelohnt? (© Deep Silver)
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Nach ewigem Hin und Her und Verschleiß mehrerer Entwicklerstudios kommt mit Dead Island 2 endlich der Nachfolger zum Überraschungshit von 2011. Im Test erweist sich das Zombie-Survival dabei als spaßiges Sequel, das aber nur langsam in die Gänge kommt und unnötige Macken mit sich bringt.

Was ist Dead Island?

2011 erschien das erste Dead Island und setzte euch auf einer Insel aus, auf der ein Zombie-Virus ausbrach. Dieser erste Teil wurde damals noch von Techland entwickelt, die heutzutage mit der Dying-Light-Reihe ihr eigenes Zombie-Franchise weiterführen.

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Dead Island war seinerzeit eine echter Überraschungshit für mich. Ein spielbares Zombie-B-Movie mit klischeehaften Charakteren, massig Waffen in einer halboffenen Spielwelt, in der es einiges zu entdecken und unendlich viel zu looten gab. Ein Spiel gewordener Traum für Fans von Zombie-Splatter, der mich damals für Wochen begeisterte.

Ein Nachfolger war da nur eine Frage der Zeit. Dass es allerdings so lange dauern würde, hätten ich und die Fans weltweit wohl nicht gedacht. Nachdem Techland aus der Entwicklung ausstieg, wurde das deutsche Entwicklerstudio Yager mit der Fortsetzung beauftragt. Auf der E3 2014 wurde Dead Island 2 dann mit einem furiosen Trailer angekündigt, der weiter Lust auf die Fortsetzung machte.

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2015 musste Yager aber aufgrund von finanziellen Problemen aus dem Projekt aussteigen. Der Staffelstab wurde an Sumo Digital weitergereicht, die aber ebenfalls nach einigen Jahren das Handtuch warfen. Letztendlich übernahm das zu Publisher Deep Silver gehörende Dambuster Studios die Entwicklung und ab dem 21. April dürfen wir auf PC, PS5, PS4, Xbox Series und Xbox One nun endlich in Dead Island 2 starten.

Mit einer Insel hat die Fortsetzung allerdings nichts mehr zu tun. 10 Jahre später finden wir uns als einer von sechs spielbaren Charakteren nach einem Flugzeugabsturz im von Zombies überwucherten Los Angeles wieder und dürfen uns mit unzähligen Waffen durch die Zombiehorden in Bel-Air, Santa Monica und weiteren berühmten Stadtvierteln schlagen.

Dead Los Angeles

Zu Beginn dürft ihr euch für einen von sechs Schlächtern (Charakteren) entscheiden. Amy ist beispielsweise eine flinke Parkour-Spezialistin, was sich in einem erhöhten Startwert bei ihrer Beweglichkeit widerspiegelt. Da kann Feuerwehrmann Ryan nicht mithalten, der dafür aber wesentlich mehr einstecken kann. Eines haben aber alle Charaktere gemeinsam: gequält auf cool gemachte Sprüche, die vor allem in der deutschen Version oft für ein Cringe-Fest nach dem anderen sorgen.

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Die Story wird nahtlos in Zwischensequenzen aus der Ego-Perspektive erzählt und ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt es ebenfalls (Quelle: Screenshot GIGA).
Die Story wird nahtlos in Zwischensequenzen aus der Ego-Perspektive erzählt und ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt es ebenfalls (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Jeder Schlächter besitzt zudem zwei eigene Skill-Karten. Weitere Fähigkeiten sammelt ihr im Spielverlauf in Form von weiteren Karten, die ihr größtenteils automatisch im Spielverlauf oder durch den Abschluss von Nebenquests freischaltet. Diese gibt es in verschiedenen Kategorien mit jeweils begrenzten Slots, so dass ihr euch immer für bestimmte Skill-Kombinationen entscheiden müsst. Je nach Spielweise könnt ihr eure Charaktere hier bestens anpassen. Wenn ihr beispielsweise viel blockt, gibt es Skill-Karten, die euch dafür bestimmte Boni garantieren.

Nach der Bruchlandung findet ihr euch zunächst in Bel-Air wieder. Die Spielwelt von Dead Island 2 ist in einzelne Bezirke von Los Angeles unterteilt, die jeweils eine eigene Karte mit sich bringen. Die Bereiche unterscheiden sich teilweise stark. Bezirke wie Venice Beach und Beverly Hills sind dabei individuell wirklich schön und offen gestaltet worden und bieten jeweils einen ganz eigenen Eindruck. Sie sind untereinander wiederum mit schlauchigen Abschnitten wie der Metro oder den Abwasserkanälen verbunden, die eine geradlinigere Spielerfahrung bieten und im Vergleich unspektakulär ausfallen.

Zombie-Splatter, der nur langsam in die Gänge kommt

Zu Beginn von Dead Island 2 kämpft ihr zunächst nur mit Nahkampfwaffen gegen die Untoten. Wie schon in Dead Island dauert es wieder viele Spielstunden, bis ihr auch Schusswaffen benutzen dürft. Generell ist der Einstieg etwas zäh, da ihr erst nach und nach weitere Gameplay-Mechaniken und Skills freischaltet. Ich hätte mir hier einen etwas schnelleren Spielfluss gewünscht. Auch der Raserei-Modus, bei dem ihr selbst für kurze Zeit wie ein wilder Untoter durch die Zombiehorden pflügt, wird erst nach der ersten Spielhälfte freigeschaltet.

Im Raserei-Modus verfärbt sich der Bildschirm und eure Schläge verursachen zusätzlichen Schaden (Quelle: Screenshot GIGA).
Im Raserei-Modus verfärbt sich der Bildschirm und eure Schläge verursachen zusätzlichen Schaden (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Und warum kann man eigentlich erst so spät im Spiel schnellreisen? Vom Spielkomfort her hat sich der Nachfolger hier leider kaum weiterentwickelt. Vor allem in der zweiten Spielhälfte hatte ich dann aber wirklich meinen Spaß mit Dead Island 2. Dank der vielen Skills und den unterschiedlichen Waffen, die ihr mit Perks weiter individualisieren könnt, kommt richtiger Spielspaß auf.

Und vor allem da, wo es drauf ankommt, punktet Dead Island 2 – beim Zombie-Splatter. Im Spiel kommt das sogenannte F.L.E.S.H.-System zum Einsatz. Diese Abkürzung steht für „Fully Locational Evisceration System for Humanoids“, was sich in etwa mit „Vollständig standortbezogenes Ausweidungssystem für Humanoide“ übersetzen lässt. Wenn ihr etwa mit einem Katana Zombies aufschlitzt, werden die Wunden genau dort dargestellt, wo eure Schwerthiebe getroffen haben. Unter dem verfaulten Zombiefleisch kommen dann sogar die pulsierenden Organe zum Vorschein. Besonders beeindruckend sind dabei auch die Elementareffekte. Säure schmilzt den Zombies etwa die Kleidung und das Fleisch von den Knochen, was eindrucksvoll in Szene gesetzt wird. Auch Blut wird realistisch an Wände und Objekte in der Umgebung verteilt, wenn ihr Untote metzelt.

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Besonders der Säureeffekt bei Zombies kann sich sehen lassen (Quelle: Screenshot GIGA).
Besonders der Säureeffekt bei Zombies kann sich sehen lassen (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Dead Island 2 kommt dabei dennoch fast völlig ungeschnitten in Deutschland auf den Markt. Der einzige Unterschied zur internationalen Version ist, dass ihr in der USK-Version endgültig getötete Zombies nicht weiter zerstückeln könnt.

Fazit zu Dead Island 2

Das Warten hat sich gelohnt! Dead Island 2 bietet die wahrscheinlich schönste und detaillierteste Zombie-Splatter-Erfahrung und hinkt nur in Sachen Komfort modernen Spielkonventionen hinterher. Die Spielwelt von LA bietet massig Abwechslung und auch bei der Waffenauswahl bleiben kaum Wünsche offen.

Für einen Nachfolger, der hoffentlich nicht nochmal so lange auf sich warten lässt, würde ich mir aber einen besseren Spielfluss sowie eine komplett offene Spielwelt wünschen, die von noch mehr Zombies auf einmal bewohnt wird.

Dead Island 2 HELL-A Edition (PlayStation 5)
Das Produkt ist nicht mehr verfügbar. Zuletzt geprüft: 22.07.2024 15:32 Uhr

Stärken und Schwächen

  • Schön umgesetzte Bezirke von Los Angeles.
  • Sehr detaillierte Splatter-Effekte bei Zombies.
  • Unzählige Waffen und Modifikationen.
  • Ordentliche Spiellänge der Story mit fast 50 Nebenmissionen.
  • Zäher Spieleinstieg mit langsamer Freischaltmechanik.
  • Altbackene Komfortfunktionen und hässliche Menüs.
  • Teilweise lange Ladezeiten (PS5-Testversion).
Wertung
8.2/10
“Was lange währt, wird endlich Blut! Dead Island 2 bietet detaillierten Zombie-Splatter mit vielen verschiedenen Waffen in einem schön umgesetzten LA. Nur der zähe Einstieg und altbackene Spielmechaniken verhindern einen absoluten Spielspaß-Garanten.”
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