Google hat mit der Nest Cam eine Kamera vorgestellt, die mit einem Akku und magnetischer Befestigung mein Interesse erzeugt hat. Da ich seit einiger Zeit einen Garten besitze, habe ich mich sowieso mit der Anschaffung einer Kamera beschäftigt. Seit zwei Monaten habe ich die Google Nest Cam mit Akku nun im Test und ich will euch hier die positiven und negativen Eigenschaften der Kamera zusammenfassen.

 
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Google Nest Cam im Test: Fazit

GIGA-Wertung: 8.0 / 10

Die Google Nest Cam hat einen gemischten Gesamteindruck hinterlassen. Einerseits finde ich die Lösung mit dem Magneten zur Befestigung der Kamera, die Akkulaufzeit und Bedienung sehr gut gelungen. Anderseits überzeugt mich die Bildqualität nicht. Besonders in der Nacht leidet sie stark. Die Objekterkennung funktioniert aber sehr gut. Ich hatte nie einen Fehlalarm. Es wurde immer das erkannt, was ich dann auch im Video anschauen konnte. Besonders die Unterscheidung zwischen Tier und Mensch ist praktisch.

Als Überwachungskamera würde ich die Google Nest Cam nur empfehlen, wenn man das Abo für 5 Euro im Monat abschließt. Die Videos, die die Kamera aufnimmt, sind nämlich nur für kurze Zeit abrufbar. Passiert etwas in der Nacht, dann bekommt man am nächsten Morgen zwar die Benachrichtigung, das Video ist aber weg. Hier sollte Google mindestens 24 Stunden zur Verfügung stellen, selbst wenn man kein Abo hat. Bei einem Preis von mindestens 199 Euro sollte das drin sein.

Vorteile:

  • Montage
  • Bedienung
  • Akkulaufzeit
  • Design
  • Objekterkennung

Nachteile:

  • Bildqualität

Einrichtung und Montage

Wir haben von Google das Doppelpack der Nest Cam mit Akku erhalten. Die Einrichtung der Kameras ist kinderleicht. Man lädt die Kamera zunächst voll auf. Währenddessen kann man sich die Home-App von Google herunterladen, wenn man diese nicht schon installiert hat. Ist der Akku der Kamera voll, startet man die Einrichtung per App, scannt den QR-Code, fügt die Kamera einem Raum hinzu und kann direkt loslegen. Einfacher kann die Einrichtung in meinen Augen nicht funktionieren.

Google Nest Cam wird mit einem Magneten gehalten. (Bild: Google)

Die Montage war ebenfalls sehr einfach. Die Nest Cam mit Akku ist für den Outdoor-Einsatz gebaut. Regen macht der Kamera also nichts aus. Es ist eine magnetische Platte dabei, die man mit Schrauben irgendwo befestigen kann. In meinem Fall an einem Holzpfosten mit seitlichem Blick in den Garten. Die Kamera wird magnetisch an der Halterung angebracht und ausgerichtet. Die Lösung finde ich genial, da man den Winkel so ohne Probleme verstellen kann und der Magnet sehr stark ist.

In diesem Video stellt Google die Möglichkeiten der Nest Cam mit Akku vor:

Google Nest Cam mit Akku: Alle Detail vorgestellt

Angst vor einem Diebstahl habe ich nicht, obwohl die Kamera im Sichtbereich hängt. Nur wer die Nest Cam kennt, weiß, dass diese magnetisch angebracht ist. Sie sieht eher aus wie eine kleine Lampe, die kaum ins Auge fällt. Sollte doch mal ein Diebstahl passieren, ersetzt Google die Kamera. Man muss den Diebstahl aber bei der Polizei anzeigen und sich dann bei Google melden.

Bedienung ist sehr simpel

Nach der Einrichtung der Google Nest Cam geht es auch direkt los. Die Kamera erkennt automatisch Objekte und meldet diese als Benachrichtigung auf dem Smartphone. Ich hatte zunächst das Pixel 5 im Einsatz, dann das Pixel 6 Pro. Praktisch ist, dass die eingerichteten Geräte über die Home-App einfach auf das neue Smartphone übernommen werden. Eine neue Einrichtung war nicht nötig.

Der Zugriff auf die Google Nest Cam ist über die Home-App kinderleicht und funktioniert von überall. (Bild: GIGA)

Der Verbindungsaufbau ist ganz einfach. Kamera auswählen und schon sieht man den Status. Ich habe die Kamera seit zwei Monaten im Einsatz und immer noch über 50 Prozent Akkulaufzeit übrig. Wenn man die Kamera nur zwei Mal im Jahr aufladen muss, ist das wirklich toll. Ich hätte mit einer deutlich geringeren Akkulaufzeit gerechnet, denn bei mir verkehren viele Katzen im Garten und die erfasst die Kamera natürlich immer. Laut Google dauert das Aufladen mit dem mitgelieferten 7,5-Watt-Netzteil etwa 5 Stunden. Komplett aufladen musste ich sie bisher noch nicht.

Nach zwei Monaten im Einsatz hat die Google Nest Cam noch 3 Monate Akkulaufzeit. (Bild: GIGA)

In der Übersicht kann man direkt den Live-Videostream starten. Hier sollte man aber nicht zu viel Zeit verbringen, denn die Kamera ist dann aktiv und verbraucht viel Energie. Sinnvoller ist es, die Kamera einfach machen zu lassen. Ist etwas passiert, kann man das Video herunterladen. Ich würde mir hierfür direkt einen Download-Button in der Übersicht wünschen. Stattdessen muss man erst auf „Details zum Ereignis“ gehen und kann erst dort den Download starten. Das musste ich zu Beginn wirklich suchen. Ansonsten erklärt sich die Bedienung von selbst.

Praktisch ist das Zwei-Wege-Audio. Die Google Nest Cam besitzt ein Mikrofon und Lautsprecher. Man kann also auch mit Menschen kommunizieren, die im überwachten Bereich auftauchen. Das funktioniert am Smartphone sehr gut, am Nest Hub leider nicht. So habe ich schon einmal Kalle (die streunende Katze, die gern in meinem Garten nach der Fütterung relaxt) ein wenig verwirrt, als ich ihn über die Kamera angesprochen habe.

Bildqualität könnte besser sein

Die Objekterkennung der Nest Cam ist sehr gut. Google verarbeitet die Daten ja auf der Kamera, was dazu führt, dass wirklich nur die Ereignisse gemeldet werden, die tatsächlich passieren. Das sorgt auch dafür, dass die Kamera nur dann aktiv wird, wenn was passiert. Sind die Lichtbedingungen nicht optimal, dann hat die Objekterkennung aber Probleme. Besonders bei tief stehender Sonne oder wenn es regnet und die Terrasse etwas dunkler wird, dann ist die graue Katze natürlich schwer zu erkennen. Menschen werden aber immer erkannt, da sie viel größer sind.

Am Tag ist die Bildqualität ziemlich gut. Man kann im Grunde alles erkennen:

Google Nest Cam mit Akku: Bildqualität am Tag

In der Nacht wird es schon schwieriger. Die Nachtsichtfunktion arbeitet grundsätzlich auch verlässlich. Ab und zu tauchen aber Spinnweben vor der Linse auf, sodass die Beleuchtung die Spinnweben ausleuchtet und der Hintergrund dadurch viel zu dunkel wird. Man muss die Kamera sauber halten. Ein Beispiel:

Google Nest Cam mit Akku: Bildqualität in der Nacht

Ich glaube nicht, dass man mit einer Aufnahme in der Nacht einen Dieb identifizieren könnte. Das kann ich mir beim besten Willen mit der Bildqualität nicht vorstellen – zumindest nicht im Garten. Er müsste schon genau auf die Kamera zulaufen und man müsste das Abo haben. Sonst verschwindet die Aufnahme in der Nacht nach drei Stunden.

Ich habe die zweite Google Nest Cam etwas später im Keller eingerichtet, nachdem ich dort ein WLAN erzeugt habe. Dort funktioniert die Nachtsichtfunktion erheblich besser. Die Ausleuchtung ist hervorragend, da der Raum viel kleiner ist und man auch direkt auf die Kamera zukommt, wenn die Tür geöffnet wird.

Die Nachtsichtfunktion der Google Nest Cam mit Akku ist auf kurze Distanz deutlich besser. (Bild: GIGA)

Man sollte sich also gut überlegen, wie man die Kamera aufbaut und was man damit machen möchte. Da man über das Handy per Video-Livestream direkt sehen kann, wie das Ergebnis aussieht, kann man die Ausrichtung sehr genau vornehmen. Im Keller steht die Kamera im Übrigen auf einem Kamerastativ. Durch das normale Gewinde auf der Unterseite kann man die Nest Cam im Grunde überall aufbauen, selbst wenn man die magnetische Halterung nicht verwendet.

Es gibt auch eine Gesichtserkennung. Wird ein Mensch erkannt, kann man ihm einen Namen zuweisen. Das funktioniert aber nur zuverlässig, wenn man auf die Kamera zuläuft und reinschaut. Steht man zu weit entfernt, ist die Gesichtserkennung nicht zuverlässig. Bei der Türklingel mit Kamera von Google an einem Haus könnte ich mir das aber gut vorstellen, da man dort auch immer hinschaut und der Kamera relativ nahe kommt.

GIGA-Testwertung im Detail

Kategorie Wertung (max. 10)
Verarbeitung, Haptik und Design 9
Montage 9
Bedienung 8
Bildqualität 5
Akkulaufzeit 9
Gesamt 8.0