Luigi's Mansion 3 im Test: Schaurig-schöner Spielspaß

Victor Redman

Am 31. Oktober gehen Luigis Abenteuer als Geisterjäger in die lang erwartete dritte Runde. Ob der Grusel-Spaß auf Nintendo Switch an vergangene Erfolge anknüpfen kann, erfahrt ihr im Test.

Ein kleiner Bruder zu sein ist nicht immer einfach. Das würde wohl auch Luigi bestätigen. Ganze Jahrzehnte fristete er im Schatten seines berühmten Bruders Mario. Im NES-Klassiker Super Mario Bros reichte es nicht mal für ein eigenes Design – wer mit Luigi die Prinzessin retten wollte, steuerte den bekannten Mario-Sprite im grün-weißen Outfit. Trotz dieser bescheidenen Anfänge konnte Luigi sich im Laufe der Jahre zu einem echten Publikumsliebling mausern.

Mit Luigi’s Mansion kriegte der Held aus der zweiten Reihe 2001 dann auch ein erstes Solo-Abenteuer spendiert. Mit 3,3 Millionen verkauften Einheiten schaffte Luigi es so auf Platz 5 in der Liste der meist verkauften GameCube-Spiele. Dennoch mussten Fans eine ganze Weile auf eine Fortsetzung warten: Erst 2013 ging das Abenteuer in Luigi’s Mansion 2 auf dem 3DS weiter. Der dritte Teil der Reihe kommt am 31. Oktober 2019 exklusiv für Nintendo Switch.

So stellte Nintendo Luigi’s Mansion 3 auf der E3 vor.

Luigi’s Mansion 3 - Nintendo Switch Trailer - Nintendo E3 2019.

Dass Luigi’s Mansion 3 ausgerechnet an Halloween erscheint, ist ganz sicher kein Zufall. Statt wild von Level zu Level zu hüpfen, Gegner um Gegner zu plätten und die eigenen Fähigkeiten durch immer neue Outfits aufzubessern, erforscht hier ein zitternder Luigi einen von Geistern verseuchten Hotel-Wolkenkratzer.

Who You Gonna Call? LU-IGI!

Wer klassische Jump’n‘-Action im Mario-Stil erwartet, ist im Spukhotel an der falschen Adresse. Das Lösen von Rätseln, das Ausschalten von Fallen und das Auffinden von Schlüsseln macht einen wesentlichen Teil des Gameplays aus. Manche Bereiche des Hotels lassen sich auch erst betreten, nachdem Luigi bestimmte Ausrüstungs-Upgrade vorgenommen hat. Obwohl das Spiel weitestgehend linear verläuft, lässt sich hier eine gewisse Verwandtschaft zum Metroidvania-Genre erkennen, was einem Grusel-Abenteuer wie diesem besonders gut zu Gesicht steht.

Bei aller Knobelei kommt natürlich auch die Geisterjagd nicht zu kurz. Um die Spukgesellen zu bannen nutzt Luigi aber weder Super-Pilze noch Feuerblumen. Seine Waffen sind eine Taschenlampe und der Poltergust G-00, eine Art Geister-Staubsauger mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Nachdem sie per Taschenlampe geblendet und mit ein paar Slams in bester Wrestling-Manier geschwächt wurden, lassen viele Geister sich ganz einfach wegsaugen. Der Poltergust kann allerdings auch unliebsame Gegner wegblasen oder per Saugnapf zum Enterhaken umfunktioniert werden.

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten seiner Ausrüstung braucht Luigi auch, um die teilweise sehr kniffligen Boss-Geister zu besiegen. Unfair oder gar unschaffbar fühlt sich das Ganze aber nie an – ein wohl gewichteter Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass auch Neu-Geisterjäger mit Luigi ihren Spaß haben werden.

Der wohl coolste (und gruseligste) Neuzugang des Spiels dürfte allerdings Gooigi sein. Das aus Geisterschleim bestehende Luigi-Double kann sich durch Gitterstäbe oder andere enge Spalten quetschen. Das macht ihn zum perfekten Partner, wenn es darum geht, besonders trickreiche Fallen auszuschalten oder scheinbar unerreichbare Gegenstände in die Finger zu kriegen. Allerdings: Während sein geisterhafter Doppelgänger im Einsatz ist, verharrt Luigi in hilfloser Trance. Clevere Geisterjäger lassen Gooigi daher nur von der Leine, nachdem alle Gegner in der näheren Umgebung ausgeschaltet wurden.

Zugegeben: Zu Beginn des Spiels war ich besorgt, ob der Hotel-Wolkenkratzer als Ort der Handlung interessant bleiben würde. Diese Sorgen erwiesen sich aber schnell als unbegründet. Neben normalem Zimmern hat dieses Hotel nämlich noch viel mehr zu bieten: Im Laufe des Spiels stößt Luigi auf mit Fallen gespickte Kerker, eine Gladiatoren-Arena und ein Filmset, in dem eine komplette Miniatur-Stadt steht. Die unglaubliche Kreativität des Level-Designs und die vielfältigen Möglichkeiten diese zu erkunden, sorgen dafür, dass das Erforschen des Hotels wirklich nie langweilig wird.

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Multiplayer-Modi machen Luigi’s Mansion zu Luigi’s Party

Wer trotzdem mal eine Pause von Luigis Solo-Abenteuer braucht, kann im ScreamPark-Modus mit bis zu acht Freunden in gruseligen Mini-Games antreten. Hier steht der Wettbewerb im Vordergrund: Wer fängt die meisten Geister, wer schnappt sich die meisten Münzen, wer ist am zielsichersten? Im kooperativen ScareScraper-Modus arbeiten bis zu vier Geisterjäger online oder lokal zusammen, um im Wettlauf gegen die Uhr Geister einzufangen.

Du brauchst noch mehr Futter für die Switch? Bitte schön.

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So simpel diese Mini-Games sind, so viel Spaß machen sie doch. Das Konzept, das schon Mario Party zum Must-Have für Nintendo-Konsolen machte, funktioniert auch hier und bereichert ein ohnehin starkes Spiel noch zusätzlich. Hier könnt ihr das Spiel bestellen.

Fazit

Luigi als Geisterjäger – die Idee klingt so abwegig, dass sie schon wieder genial ist. Dasselbe gilt auch für den dritten Teil der Reihe. Egal, ob ihr Luigi immer schon cool fandet oder Mario-Fans der ersten Stunde seid; egal, ob Halloween für euch ein wichtiger Feiertag oder ein schlechter Witz ist, dieses Spiel wird euch begeistern. Eine charmante Story, eingängige Gameplay-Mechaniken und ein liebevolles durchdachtes Design machen Luigis drittes Solo-Abenteuer zu einem, das kein Switch-Besitzer sich entgehen lassen sollte.

Luigi’s Mansion 3 wird euch gefallen, wenn… ihr die Titelmelodie zu Ghostbusters immer noch im Ohr habt und Nintendo-Maskottchen gern in ungewohnten Rollen seht.

Luigi’s Mansion 3 wird euch nicht gefallen, wenn… ihr klassische Mario Jump’n’Run Action erwartet und keinen Spaß am knobeln und erforschen habt..

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