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Resident Evil 4 Remake im Test: Fantastisch aufpoliert, aber nicht inspiriert

Resident Evil 4 Remake im Test: Fantastisch aufpoliert, aber nicht inspiriert (© Capcom)
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Capcom entwickelt gern nach traditionellem Rezept, wie Resident Evil 4 Remake wunderbar zeigt: Tolle Grafik, Gedärme spritzende Action und stetes Basteln sind wieder mit dabei. Es ist ein fantastisches Remake, das manchmal etwas altbacken schmeckt.

Resident Evil 4 Remake: Tailer

Überblick zu Resident Evil 4 Remake

ModusSingleplayer
PlattformenPS4, PS5, Xbox Series und PC
GenreSurvival-Horror
EntwicklerCapcom
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Resident Evil 4 ist fantastisch als Remake – und schal als Fortsetzung

Resident Evil 4 Remake schafft es, sich gleichzeitig neu und alt anzufühlen. Im Vergleich zum Originalspiel aus dem Jahr 2005 poliert es exakt die richtigen Details auf, schneidet alles Unnötige heraus und verbessert Gameplay, Charaktere und Grafik mit herausragender Professionalität. Doch manche Räume und Gegenstände wirken, als hättet ihr sie schon einmal in den anderen Remakes gesehen.

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Im Spiel übernehmt ihr wieder Leon S. Kennedy, der nach Resident Evil 2 Remake zum ausgebildeten Monsterschlächter aufgestiegen ist. Mit harten Tritten und seinem stetig wachsenden Arsenal an Schlachterwerkzeugen metzelt er sich in RE4 Remake durch Zombiehorden in Dörfern, Höhlen und einer gigantischen Burg. Sein Ziel: Ashley, die Tochter eines fiktiven US-Präsidenten, retten und sicher nach Hause bringen.

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Leons Auftrag in Resident Evil 4 Remake: Ashley retten und unbeschadet durch Horden von Monstern eskortieren. (Quelle: Capcom)
Leons Auftrag in Resident Evil 4 Remake: Ashley retten und unbeschadet durch Horden von Monstern eskortieren. (Bildquelle: Capcom)

Wie auch im Original gilt es hier nicht mehr, einzelnen Feinden beizukommen – außer in Bosskämpfen. Stattdessen bekämpft ihr unzählige Gegner in klaustrophobisch engen Maps, was den Adrenalinspiegel in neue Höhen treibt und mir durchaus oft einen Schrei entlockt hat: Herumrennen, Ausweichen, Schießen, Granate werfen. Und dabei am besten nicht direkt in die Arme der zehn Zombies laufen, die neben einem stehen und mit Heugabeln winken.

Wie erwartet ist die Grafik makellos und gliedert sich wunderbar in Capcoms Reihe der Remakes ein. Das Gameplay wurde erweitert – und zwar in Hinsicht auf das Original wie auch auf die Vorgänger. Leons Messer übernimmt eine noch wichtigere Rolle, da es stets repariert werden kann und im Nahkampf sowie in brenzligen Situationen hilfreich wird. Mit ihm könnt ihr Attacken abwehren und euch retten, sobald ein Zombie-Dorfbewohner euch im Griff hat.

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Das Crafting funktioniert ähnlich wie in den letzten Remakes, allerdings könnt ihr jetzt euer Kofferinventar vergrößern und Anhänger (Charms) sammeln, die euch verschiedene Boni geben. Auch der Händler ist zurück: An den meisten Speicherpunkten trefft ihr auf ihn und könnt Waffen sowie hilfreiche Items kaufen oder eure Ausrüstung hochleveln. Zudem gibt es zusätzlich Nebenquests, die generell nach dem Suchen-und-Finden-Prinzip funktionieren und euch weitere Spielerleichterungen verschaffen.

Beim Händler in Resident Evil 4 Remake könnt ihr Waffen sowie Items kaufen, eure Ausrüstung verbessern und zusätzliche Quests abgeben. (Quelle: Capcom)
Beim Händler in Resident Evil 4 Remake könnt ihr Waffen sowie Items kaufen, eure Ausrüstung aufleven und zusätzliche Quests abgeben. (Bildquelle: Capcom)

Kurz gesagt: Resident Evil 4 steckt voller Verbesserungen und funktioniert einwandfrei als Remake. Es ist brutal, versetzt euch regelmäßig in Panik und fühlt sich befriedigend an, wenn ihr Leon nach und nach mit immer tödlicheren Waffen ausrüstet. Am besten aber funktioniert das Zusammenspiel mit dem zweiten Hauptcharakter: Ashley Graham.

Der beste Part: Ashley als Companion

Leons Aufgabe ist es, Ashley unbeschadet durch die Zombie- und Monsterhorden zu geleiten und nach Hause zu ihrem Vater zu bringen. Das gestaltet sich natürlich schwierig, wenn jeder einzelne Gegner im Spiel nur zwei Dinge möchte: Ashley stehlen und Leon töten. Im Gegensatz zum Originalspiel ist es aber gar nicht so schwer, Ashley zu beschützen: Wird sie verletzt, könnt ihr sie wieder vom Boden aufsammeln – sie stirbt nur bei einem zweiten Treffer. Mit zwei Kommandos könnt ihr Ashley befehlen, nahe bei euch zu bleiben oder Abstand zu nehmen.

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Ashley wird damit zu einer abwechslungsreichen Komponente im Kampf, da ihr stets ein Auge auf sie haben müsst. Das spielt sich keineswegs nervig, sondern führt vielmehr zu den – in meinen Augen – besten Situationen im ganzen Remake. Leons und Ashleys kurze Gespräche zwischendurch runden das Ganze schließlich ab. Nach und nach ist mir Ashley komplett ans Herz gewachsen, sodass ich mir kaum noch vorstellen will, wie sich das Spiel ohne sie angefühlt hätte.

Leon und Ashley auf der Flucht vor allem, das sich bewegt. (Quelle: Capcom)
Leon und Ashley auf der Flucht vor allem, das sich bewegt. (Bildquelle: Capcom)

Aber genau hier liegt auch ein Problem: Resident Evil 4 Remake ist, wie bereits gesagt, ein fantastisches Remake des Originalspiels. Doch wenn es sich in die Reihe der Remakes eingliedert, fühlt es sich trotz neuer Gameplay-Mechaniken und neuer Quests etwas schal an. Die Frage bleibt, wie oft Capcom noch mit demselben Spielprinzip ins Schwarze treffen wird.

Habe ich das nicht schonmal gemacht – ach nein, das war ein anderer Teil!

Das Gefühl des Déjà-vus wird jeder Spieler mehr oder weniger in RE4 Remake erleben, sollte er RE2 Remake und RE3 Remake kennen. Gameplay, Gegner, Maps, HUD und sogar viele Räumlichkeiten fühlen sich einfach bekannt an. Und das liegt nicht am Originalspiel – was ja einleuchtend wäre – sondern eben an den Resident-Evil-Teilen der letzten Jahre.

Ich habe alle Remakes gespielt. Und mittlerweile macht sich eine gewisse Eintönigkeit im Grundrezept dieser Spiele breit. Gerade zu Anfang von Resident Evil 4 Remake schwanke ich stets zwischen dem Gefühl, endlich wieder in Leons Fußstapfen treten zu dürfen und einer gewissen Langeweile, weil ich alles irgendwie schon kenne. Um ganz ehrlich zu sein: Ohne Ashley an meiner Seite wäre mir RE4 Remake wohl zu repetitiv geworden. Dass Fetch-Quests und unzählige Mini-Games sowie Rätsel an jeder Ecke warten, haben das Ganze da nicht aufgelockert, sondern eher noch fester gezurrt.

Mehr als die anderen Remakes fühlt sich RE4 wie ein Sammelsurium an Levels an, die labyrinthartig voranschreiten und der Orientierung in der Story nicht zuträglich sind. Die Geschichte rückt in den Hintergrund, das Sammeln von wertvollen Artefakten wird zur Hauptaufgabe. Viele der Maps sehen dabei so ähnlich aus, dass ich nie wirklich weiß, wo genau ich mich befinde. Nicht, dass es wirklich wichtig wäre. Immerhin weiß die eigene Karte ja, wo Leons nächstes Ziel liegt.

Wenn euch ein Gegner auf den Zahn fühlen will, könnt ihr euer Messer zur Abwehr einsetzen. (Quelle: Capcom)
Wenn euch ein Gegner auf den Zahn fühlen will, könnt ihr euer Messer zur Abwehr einsetzen. (Bildquelle: Capcom)

Mein Fazit: Sehr gut, aber nicht herausragend

Resident Evil 4 Remake ist ein weiterer Beweis dafür, dass auch wahre Klassiker in die neue Zeit geholt werden können. Doch während Resident Evil 4 damals das RE-Genre heftig aufgemischt und sich wahrlich neu angefühlt hat, bleibt dem Remake nur die Nostalgie. Dabei braucht Resident Evil mittlerweile genau das: Ein neues Rezept für Nervenkitzel.

Ein guter Anfang wäre es etwa, neue Rätselarten zu integrieren, neue Räumlichkeiten und Assets im Spiel zu benutzen und keine unzähligen Suchquests einzupflanzen, die mehr Zeitfresser als Zusatzinhalt sind. Während das Remake von RE4 eine gute Wertung verdient und durchaus jede Menge Spaß bietet, liegt mein Augenmerk auf der Zukunft der Reihe. Wie wird sich Resident Evil weiterentwickeln?

Stärken und Schwächen von Resident Evil 4 Remake:

  • Als Remake vom Originalspiel fantastisch
  • Lupenreine Grafik
  • Zombiemetzelei: Rasante Action wunderbar umgesetzt
  • Ashley als Companion ist das Herzstück des Spiels
  • Altbewährte Brutalität erfreut das Resident-Evil-Herz
  • Craften und Aufleven fühlen sich belohnend an
  • Sammelquest-Freunde werden glücklich
  • Gameplay, Story und Quests bilden abgerundetes Gesamtwerk
  • Als Teil der Remake-Reihe uninspiriert
  • Zusätzliche Quests mehr Gimmick als Zusatzinhalt
  • Besonders außerhalb des Schlosses: Maps fühlen sich austauschbar an
Wertung
8/10
“Resident Evil 4 Remake ist wieder einmal wunderbar gelungen. Doch Capcoms Rezept für die RE-Remakes ist nah daran, sich altbacken anzufühlen – es braucht in Zukunft neue Ideen und mehr Kreativität.”
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