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Schwinn Bike 800IC: 122 km auf der günstigen Peloton-Alternative – damit habe ich nicht gerechnet

Das Schwinn Bike 800IC macht im Test einen ordentlichen Gesamteindruck, konnte mich aber einfach nicht abholen. (© GIGA)
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Spinning ist nicht erst seit Pelotons Durchbruch ein Hit fürs heimische Fitnessprogramm. Wer allerdings nicht so tief in die Tasche greifen will, wie für die Premium-Spinning-Bikes, kann sich das Schwinn Bike 800IC genauer ansehen. Genau das habe ich getan und einige Kilometer abgespult – dabei sind mir vor allem zwei eigentliche Kleinigkeiten immer wieder sauer aufgestoßen.

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Fazit: Das Schwinn Bike 800IC ist ein ausgereiftes Fitness-Bike – mit Luft nach oben

Das Schwinn Bike 800IC kann mit vielen Einstellmöglichkeiten und dem offenen Software-Ansatz punkten. Meine Fahrten habe ich teils über die zugehörige JRNY-App getrackt, aber auch die Peloton-App mit dem Konkurrenz-Bike genutzt. Allein, dass das möglich ist, macht einen großen Pluspunkt für das Schwinn Bike aus. Insgesamt habe ich rund 122 km bei meinen Testfahrten zurückgelegt.

Als Fitness-Bike kommt das Schwinn Bike 800IC zum Preis von 1.199 Euro (UVP) nicht gerade günstig daher, ist aber weit entfernt von einigen Premiummodellen. Das und die solide Grundausstattung machen das Schwinn Bike 800IC zu einem verlässlichen Gerät fürs heimische Fitnessstudio.

Mir stoßen kleinere Ungereimtheiten allerdings so sehr auf, dass ein Wechsel von Peloton nicht in Frage käme. Vor allem der schlecht bemessene Getränkehalter und die ungenaue Widerstandsregelung stören mich beim alltäglichen Gebrauch einfach zu sehr.

Schwinn Bike 800IC – Fitness-Bike mit Bluetooth
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Vorteile:

  • einfache Montage
  • weite Kompatibilität zu Fitness-Apps
  • praktische Pedale für verschiedene Spinning-Vorlieben
  • leicht erreichbare, verstellbare Standfüße

Nachteile:

  • Getränkehalter zu nah am Bein
  • Widerstandsregelung ungenau
  • kurzes Stromkabel

Aufbau und Inbetriebnahme: BowFlex macht es euch beim Schwinn Bike leicht

Das Schwinn Bike 800 IC von BowFlex wird per Spedition geliefert. Beim Gewicht von 48 kg muss das auch so sein. Aus diesem Rückenbrecher-Paket selbst ein Spinning-Bike bauen, wirkt auf den ersten Blick wie eine Herkulesaufgabe – stellt sich aber als unproblematisch heraus.

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Der gesamte Antrieb ist vormontiert, sodass ihr bei den wirklich entscheidenden Teilen auch kaum etwas falsch machen könnt. Standfüße montieren, Lenker, Sattel sowie die zugehörigen Rohre und die Pedale anbringen. Dann fehlt nur noch der Steuercomputer und Getränkehalter – zu dem später mehr – und es kann losgehen. Wer sich schon mal etwas mit dem eigenen Fahrrad auseinandergesetzt hat, braucht sich um den Aufbau des Schwinn Bike jedenfalls keine Sorgen zu machen. Selbst wenn ihr Schritt für Schritt alles streng nach Anleitung macht und sie öfter zu Rate zieht, dauert der Aufbau keine zwei Stunden.

Was mir beim Aufbauen am Besten gefallen hat: Schnellstell-Griffe an Lenker und Sattel ermöglichen es euch mit wenigen Handgriffen die Sitzposition zu verändern.

Das Schwinn Bike 800IC ist ohne viele Vorkenntnisse schnell aufgebaut. (Bildquelle: GIGA)

So könnt ihr mal aufrechter und mal sportlicher fahren – oder euch das Bike mit Familienmitglieder und Mitbewohnern teilen. Ihr solltet aber ein bisschen Ahnung mitbringen, damit ihr euch bei den vielen Einstellmöglichkeiten nicht in eine ungesunde Körperhaltung zwingt.

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Außerdem kommt ihr jederzeit einfach an die Drehräder zur Höhenverstellung der Standfüße. So lassen sich Unebenheiten im Boden leicht ausgleichen und ihr sorgt für einen sicheren Stand des Schwinn Bikes. Bei Peloton müsst ihr das Bike fast immer anheben um die höhenverstellbaren Füße zu erreichen und könnt dann nur hoffen, dass nach dem nächsten Drehen nichts mehr wackelt. Das ist ein echter Komfort-Vorteil fürs Schwinn Bike.

Die Einrichtung des Bike-Computers entfällt größtenteils. Sobald der Stecker in der Steckdose steckt, kann es losgehen. Das Kabel könnte dafür aber etwas länger sein. Die Verbindung mit dem Smartphone einzurichten, kann nochmal etwas dauern, funktionierte bei mir aber einwandfrei.

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Das A und O: Fahren auf dem Schwinn Bike 800IC

Was muss ein Spinning-Bike in erster Linie leisten? Genau, Fahrradfahren in den eigenen vier Wänden muss man darauf können. Dazu taugt das BowFlex-Bike allemal. Mir sind allerdings ein paar Dinge aufgefallen, die mir die Runden auf dem Schwinn Bike etwas vermiest haben:

Schwungrad hinterlässt einen Beigeschmack von Sparmaßnahme

Zunächst einmal ist schlicht nicht das hochwertigste Schwungrad verbaut. Zu sagen, dass es schleift, wäre zwar übertrieben. Aber man spürt im Vergleich etwa zum Peloton ein etwas schwergängiges Fahrgefühl, das nichts mit einem hohen Widerstand zu tun hat. Das Schwinn Bike läuft einfach nicht zu 100 Prozent rund. Leise ist es trotzdem, was beim Einsatz in der Wohnung sehr wichtig ist.

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Das Schwungrad ist solide, trotzdem spürt ihr manchmal eine Unruhe im Lauf. Die rote Notbremse oben am Schwungrad sorgt zuverlässig für Sicherheit. (Bildquelle: GIGA)

Die mitgelieferten Pedale sind Standard-Produkte, bieten dafür aber richtig viel. Beim Schwinn Bike könnt ihr nämlich selbst entscheiden, ob ihr mit normalen Schuhen fahrt, dabei Schlaufen nutzt, um nicht nur in die Pedale treten, sondern auch in der Zugphase Leistung bringen zu können, oder oh ihr Fahrradschuhe mit Cleats nutzt, um eine direkte Verbindung zu den Pedalen zu erhalten. Diese Wahlfreiheit gibt es bei Peloton nur, wenn ihr auf deren Originalteile verzichten könnt – ein echter Vorteil gegenüber dem bekannten Lifestyle-Bike.

Getränkehalter: Bin ich falsch gebaut oder das Schwinn Bike?

Das größte Manko am Schwinn Bike ist für mich aber klar: der Getränke- und Handtuchhalter. Der ist so angebracht, dass ich für mich einfach keine passende Position finden konnte, ohne mir die Knie an der Wasserflasche anzuschlagen:

Schon für eine normal große Wasserflasche ist bei meiner Fahrposition kein Platz. (Bildquelle: GIGA)

Zwar hätte ich dafür auch den Lenker weiter nach vorne verstellen können. Dann hätte es mich aber in eine für mich zu sportliche Sitzhaltung gezwungen. Position und Winkel des Getränkehalters sind meiner Meinung nach einfach nicht zu Ende gedacht. Das macht ihn zu einem echten Ärgernis beim Training – und sorgt dafür, dass man ihn nicht benutzt. Abmontieren ist keine Option, denn Flaschenhalter und die Halterung für den Traniningscomputer sind aus einem Guss.

Was während der Fahrt auf dem Schwinn Bike ebenfalls etwas stört, ist die unstete Empfindlichkeit des Widerstandsreglers. Wie man es von anderen Spinning-Bikes kennt, habt ihr einen Drehregler mittig vor euch am Rahmen des Spinning-Bikes, mit dem ihr den Tretwiderstand anpassen könnt – ganz wie die Gänge am Fahrrad. Gleichzeitig ist dieser Drehregler auch eure Notbremse, falls ihr aus irgendeinem Grund einmal sofort anhalten müsst.

Das Problem: Der Regler hat sich in meinen Test ziemlich unstet gezeigt. Soll heißen: Wenn ihr ein klein wenig mehr Widerstand reindrehen wollt, kann es plötzlich deutlich schwerer werden und umgekehrt genau so. Wie weit ihr den Regler dreht, passt nicht immer zu einer gleichen Anpassung des Widerstands. Außerdem zeigt das Display oft kleinere Schwankungen im Tretwiderstand von 1 oder 2 Punkten an. Die Unterschiede sind beim Fahren kaum spürbar, die Veränderung am Display irritiert trotzdem, wenn ihr den Regler eben gar nicht benutzt habt.

Vorteile beim Schwinn Bike: Hier dürfte sich Peloton eine Scheibe abschneiden

Der offensichtliche, aber auch größte Vorteil des Schwinn Bikes gegenüber einem Peloton-Bike ist, dass ihr nicht an eine (teure) Mitgliedschaft gebunden seid. Das Schwinn Bike ist auch ohne laufende Kosten voll einsatzfähig. Ihr könnt das Bike zudem mit mehreren Fitness-Apps nutzen, müsst euch bei der Auswahl also nicht einschränken.

Ein Hoch auf die Anpassbarkeit: Schwinn Bike einstellen ist ein Kinderspiel

Mir hat außerdem die Anpassbarkeit gut gefallen. Ihr könnt eure Sitzposition hier viel individueller einstellen als es bei Peloton der Fall ist. Theoretisch ist das zwar auch anfälliger für Benutzerfehler, aber ein bisschen Eigenverantwortung schadet meiner Meinung nach nicht.

Das Schwinn Bike punktet außerdem mit der robusten Bauweise. Viele Teile, die euch immerhin auch während eines anstrengenden Trainings tragen sollen, sind aus massivem Metall gefertigt. Um die Stabilität oder Haltbarkeit braucht man sich keine Sorgen zu machen. Plastikteile sind die absolute Ausnahme.

Leider etwas unstet: Beim Widerstandsregler könnt ihr euch nie sicher sein.  (Bildquelle: GIGA)

Beim Schwinn Bike steht Komfort im Mittelpunkt

Der Lenker bietet viele unterschiedliche Griffmöglichkeiten, die euch Abwechslung bieten und für verschieden Fahrstile wichtig sind. Beim Sattel hat mir das Schwinn Bike deutlich besser gefallen als Peloton. Zwar könnt ihr in beiden Fällen einfach einen Sattel nachrüsten, der euch zusagt. Doch beim Schwinn Bike besteht für mich da kein Bedarf. Hier bekommt ihr eine gute Mischung aus bequemem Sitz und sportlicher Form.

Das Schwinn Bike 800IC wird aktuell für 1.079 Euro angeboten (bei SportTiedje ansehen). Auch bei Amazon ist das Schwinn Bike erhältlich (bei Amazon ansehen), wird dort aber noch zu UVP angeboten. Der Preis ist angemessen und deutlich günstiger als ein Peloton, das ab 1.499 Euro startet. Mir persönlich sagt das teurere Bike aber mehr zu.

Schwinn Bike 800IC – Fitness-Bike mit Bluetooth
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JRNY-App: Fitness-Begleiter für alle?

Ihr könnt das Schwinn Bike zwar mit mehreren Apps nutzen, die vom Hersteller angebotene JRNY-App eignet sich dafür – wenig überraschend – aber am besten. Damit bekommt ihr alle wichtigen Trainingsdaten auch auf dem Handy oder dem Tablet angezeigt. Ein verbundenes Gerät findet über dem Trainingscomputer in einem Halter Platz.

Ihr findet in der App außerdem Videokurse mit Trainerinnen und Trainern, die vom Anfänger bis zum ambitionierten Sportler alle Fitnesslevel abdecken. Die Ähnlichkeit zu Peloton und anderen Anbietern wie etwa Apple ist gegeben. Mir persönlich sagen die Trainer bei Peloton mehr zu, etwa weil man dort mehr zu Leistung gepusht wird. Aber das ist Geschmacksache.

Neben Trainer-geführten Workouts findet ihr auch Videos, die euch auf Reisen an entfernte Orte mitnehmen. Lust auf eine Radtour durch asiatische Küstenstädte? Kein Problem. Die Auswahl an möglichen Destinationen ist zwar begrenzt, trotzdem machen die virtuellen Reisen Spaß. Einziges Manko: Die Geschwindigkeit der Kamerafahrt passt sich nicht eurer Tretgeschwindigkeit an. Das irritiert im ersten Moment, kenne ich aber auch von teureren Alternativen nicht anders.

Schade ist, dass ihr das Schwinn Bike nur per Bluetooth mit eurem Handy oder Tablet verbinden könnt, um damit auf die Trainingsdaten in der JRNY-App zugreifen zu können. Über den USB-Anschluss war zumindest bei mir keine Verbindung möglich. Die Bluetooth-Verbindung einzurichten funktioniert dafür problemlos. Problem ist nur, dass ihr mit den meisten Smartphones dann nicht gleichzeitig Bluetooth-Kopfhörer verbinden könnt. Ihr müsst euch also entscheiden zwischen einer Verbindung mit dem Bike oder den Kopfhörern.

Mit dem Hebel unterm Lenker könnt ihr die für euch passende Position leicht einstellen. (Bildquelle: GIGA)

Ihr könnt mit der JRNY-App zudem klassische Fitness-Workouts machen, mit Hanteln, Eigengewichtsübungen oder Stretches. Auch hier gibt es Videokurse mit Trainern.

JRNY wirbt außerdem mit einer KI-gestützten Übungsüberwachung. Ihr könnt euch während des Workouts bei einigen Kursen mit der Handykamera filmen und bekommt direktes Feedback, ob ihr eine Übung wie etwa Kniebeugen richtig ausführt. Das funktioniert erstaunlich gut, die Einrichtung ist schnell erledigt.

Das Motion-Tracking-Feature reagiert aber erst bei recht groben Fehlern. Kleinere Unterschiede bei der Körperhaltung werden übersehen. Ein paar echte Trainerstunden oder genügend Erfahrung kann sie also aktuell nicht ersetzen.

Was hingegen fehlerlos funktioniert, ist der integrierte Wiederholungszähler. Bei jeder korrekt ausgeführten Wiederholung erklingt ein Signalton. Wenn ihr fertig seid, registriert die App das und setzt den Kurs mit der nächsten Übung fort.

Die JRNY-App bietet inzwischen einen Teil der Kurse kostenlos für angemeldete Nutzer an. Auch hier könnt ihr bereits das Motion-Tracking-Feature nutzen. Vollen Zugriff auf alle Funktionen gibt es für 19,99 Euro im Monat – deutlich günstiger als bei Peloton.

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