Geschichte hinter Apples Emojis: Was der Kackhaufen mit Speiseeis zu tun hat

Florian Matthey 4

Dieses Jahr wird es zehn Jahre her sein, dass das iPhone erstmals Emojis empfangen und versenden konnte. Apple designte die kleinen Symbole damals selbst. Eine Designerin erinnerte sich an ihre Zeit bei Apple – und verrät interessante Details.

Geschichte hinter Apples Emojis: Was der Kackhaufen mit Speiseeis zu tun hat
Bildquelle: Apple.

„Emojis? Was ist das?“

Emojis lassen sich aus der heutigen Kommunikation kaum noch wegdenken: Es soll ja sogar Menschen geben, die fast nur noch mit Emojis kommunizieren. Dabei haben sich die beliebten Icons erst vor wenigen Jahren wirklich verbreitet. Daher war die Designerin Angela Guzman nicht die einzige, die 2008 keine Ahnung hatte, was ein „Emoji“ sein soll. Allerdings begann Guzman in diesem Jahr mit einem einjährigen Praktikum bei Apple – und sollte Emojis designen.

Emojis stammen ursprünglich aus Japan; dort tauchten sie sogar schon 1999 auf. Als Apple 2008 eigene Emojis designen wollte, waren diese auch zuerst ausschließlich für Japan gedacht: Eine Zeit lang ließen sie sich mit dem iPhone nur dann verwenden, wenn der Benutzer die Texteingabe auf Japanisch umstellte. Übrigens hat das Wort „Emoji“ nichts mit Emotionen zu tun; es ist ein aus den Wörtern „Bild“ und „Schriftzeichen“ zusammengesetztes Wort.

Die Geschichte der Emojis wird auch in diesem Video erklärt:

Was sind Emojis?

Designerin erinnert sich: Es ging los mit dem Verlobungsgring

Angela Guzman – die mittlerweile übrigens bei Google arbeitet – erinnert sich in einem Beitrag für Medium an ihre Arbeit für Apple. Sie arbeitete mit einem versierten Icon-Designer namens Raymond zusammen, der ihr viel darüber beibrachte, wie man in so kleinen Bildchen so viel Leben erweckt – und wie man ihnen einen Apple-Stil gibt. Apple-typisch ging es vor allem um die Hingabe für kleine Details; bei Icons hatte man sich immerhin schon beim ersten Macintosh viel Mühe gegeben.

Guzman berichtet, wie ihre erste Aufgabe war, den Verlobungsring zu modellieren – weil der einige Herausforderungen mit sich brachte: Es ging darum, Texturen wie Metall und den Edelstein plastisch zu rendern. Damit sei sie einen ganzen Tag beschäftigt gewesen. Später habe sie dann zwei, dann drei und dann noch mehr Emojis pro Tag erstellt. Insgesamt hat Apples Team damals 500 erstellt; heute gibt es bekanntlich viel mehr.

Auch im letzten Jahr sind wieder neue Emojis hinzugekommen. Hier ist unser Emoji-Jahresrückblick:

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Diese Emojis kommen mit iOS 12.1 auf iPhone und iPad.

Interessant ist, dass Guzman auch an einem Meeting mit Steve Jobs höchstpersönlich teilnehmen durfte: Der damalige Apple-CEO wollte sich die Emojis ansehen, bevor sie eine Freigabe bekommen würden. Angesichts dessen, dass sie damals quasi noch eine sehr kleine Rolle spielten – sie waren nur für den japanischen Markt gedacht –, zeigt dies wieder einmal, wie sehr Jobs selbst auf kleinste Details achtete.

Den beliebtesten Emoji – der Smiley, der Tränen lacht – designte damals übrigens Raymond, nicht Guzman. Auch der beliebte Kackhaufen ist Raymonds geistiges Kind. Guzman verrät diesbezüglich auch ein kleines Detail: Raymond war wohl aufgefallen, dass sein „Werk“ einem Softeis ähnelte, sodass er gleich auch noch eine Variante des Kackhaufens in einer Eiswaffel erstellte. Diese wurde allerdings nicht als endgültiger Emoji angenommen. Welcher Emoji fehlt euch noch?

Quelle: Medium

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