Google-Einträge löschen: So klappts

Martin Maciej 9

Der EuGH hat entschieden: Google muss Links, die auf persönliche Inhalte abzielen, aus der Suchmaschine löschen. Erfahrt hier, wie ihr selbst einen Löschantrag bei Google stellen könnt und welche Links und Einträge sich tatsächlich nach dem Gerichtsurteil aus Google entfernen lassen.

Das Urteil des EuGH ermöglichst es Privatpersonen, Suchergebnisse und somit Links auf Webseiten, die personenbezogene Daten führen, löschen zu lassen. Das Veröffentlichen der Inhalte selbst bleibt von dem Urteil allerdings unberührt. Hervorgegangen ist das Urteil aus einer Beschwerde eines Spaniers, dessen Name im Zusammenhang mit einer Immobilienpfändungsfirma auf einer Webseite gebracht wurde. Der Inhalt der Webseite stammt dabei aus dem Jahr 1998.

Zum Löschformular *

Bilderstrecke starten
8 Bilder
Zum runden Geburtstag: 7 Fakten zum Google Play Store, die dich verblüffen werden.

Zum Thema: Bing Löschformular

Einträge bei Google löschen: Hier geht es zum Antrag

Folgende Infomationen solltet ihr zusammentragen und angeben, um die Linklöschung zu beantragen:

  1. Öffnet das entsprechende Formular.
  2. Das Land, aus welchem die Seite mit dem Link kommt (damit ist nicht euer Wohnland gemeint).
  3. Den Namen der betroffenen Person eingeben (Linklöschung ist auch im Auftrag anderer Personen möglich), Beziehung zueinander erläutern.
  4. Die E-Mail-Adresse für Kontaktaufnahme angeben.
  5. Die URLs der entsprechenden Seiten.
  6. Den Grund für Linklöschung.
  7. Ausweiskopie
  8. Digitale Unterschrift durch Eingabe des eigenen Namens.

Das derzeit verfügbare Formular ist der erste Schritt Googles, das Löschen von Links transparenter und einfacher zu gestalten. Zukünftig sind weitere Wege geplant.

Hier geht es zum Antrag *

Google Löschantrag stellen und Einträge beseitigen: So geht’s

Welche Links sich tatsächlich bei Google löschen lassen, lässt das Gerichtsurteil offen. Nach Ansicht der juristischen Obrigkeit können hierbei durchaus auch Inhalte betroffen sein, die faktisch zwar richtig sind, aufgrund ihres Alters jedoch mittlerweile irrelevant für die Öffentlichkeit geworden sind. Im Vordergrund soll dabei die Gegenüberstellung von Informationsinteresse und Datenschutz stehen. Eine Stellungnahme, geschweige denn eine eigene Eingabemaske zum Entfernen der Links bei Google, gibt es derzeit noch nicht.

Nach dem Absenden werdet ihr von Google über die weiteren Schritte informiert. Eine Dauer der Bearbeitung kann vorab nicht angegeben werden und ist abhängig vom Einzelfall.

Google Gangnam-Style Parodie.

Links auf Webseiten bei Google löschen lassen: Datenschutz

Wollt ihr euer „Recht auf Vergessen“ geltend machen, wird euch von Google selbst zunächst geraten, den Webmaster der betroffenen Webseite zu kontaktieren, um eure persönlichen Daten und Einträge dort löschen zu lassen. Dieser Weg sei euch an dieser Stelle auch empfohlen. Durch das neue Gerichtsurteil wird schließlich nur der Link von Google gelöscht, nicht jedoch der Inhalt selbst. Den Löschantrag bei Google sollte man erst stellen, wenn sich das Entfernen der unerwünschten Inhalte als erfolgslos erwiesen hat. Diesen Weg ging auch der Spanier Mario Costeja Gonzalez. Weigert sich der Webmaster, eure Daten zu eurer Person aus einem Artikel zu löschen, müsst ihr derzeit noch eine Mail an Google bzw. andere Suchmaschinenbetreiber schreiben. Dort gebt ihr an, welche personenbezogenen Daten und warum diese gelöscht werden sollen. Hierzu können gehören:

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Wohnort
  • Schulabschlüsse
  • Weitere personenbezogene Informationen

Zusätzlich solltet ihr eine Kopie eures Ausweises in den Anhang der E-Mail setzen, um nachzuweisen, dass es sich um eure Daten handelt. Zwar ist es für Google technisch ein Leichtes, entsprechende Links zu entfernen, allerdings ist derzeit von einer Flut von Löschanträgen auszugehen, die eine rasche Bearbeitung behindern können.

google-suchergebnisse-entfernen

Einträge bei Google löschen: Anleitung und Formular

Alternativ könnt ihr zum Löschen von Links bei Google das entsprechende Angebot des Suchmaschinenbetreibers „Persönliche Daten aus Google heraushalten“ nutzen. Öffnet hier zu die Webseite im Browser und folgt den Anweisungen.

  1. „Persönliche Daten aus Google heraushalten“ im Browser öffnen
  2. „Inhalte einer anderen Webseite aus den Google-Suchergebnissen entfernen“
  3. „Informationen entfernen lassen, die bereits in den Suchergebnissen von Google angezeigt werden“
  4. „Auf der Webseite und in den Suchergebnissen von Google“
  5. Webmaster kontaktieren, um Inhalte mit persönlichen Daten vollständig löschen zu lassen – falls Kontaktaufnahme erfolglos: „Ja, und ich habe keine Antwort erhalten“
  6. Nun wählt ihr aus, welche Daten gelöscht werden sollen, z. B. „Kontaktinformationen wie Telefonnumer, Nutzername etc.“ , „Ein Bild von mir“ u.ä.
  7. Google wird euch dazu auffordern, Kontakt mit dem Webmaster bzw. Unternehmen aufnehmen, welcher/s für die Verbreitung des Inhalts verantwortlich ist
  8. Befolgt den angezeigten Ratschlägen
  9. Bringt auch diese Kontaktaufnahme nichts, folgt dem Link, welcher euch auf das „Tool zum Entfernen von Webseiten“ weiterleitet
  10. Füllt alle Felder auf der Seite „Veraltete Inhalte entfernen“ aus

Weitere Artikel zum Thema Google:

Hat alles geklappt? Wurde euer Antrag angenommen und wurden entsprechend Einträge zu eurem Namen aus den Google-Ergebnissen entfernt? Wie lange habt ihr warten müssen? Oder wurde euer Antrag abgelehnt? Postet eure Erfahrungen in unsere Kommentare!

Ursprünglicher Artikel vom 3. Juni 2014, zuletzt aktualisiert am 1. November 2018

Umfrage zum „Recht auf Vergessen“

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • YouTube-Kindersicherung: Sicheren Modus aktivieren und deaktivieren

    YouTube-Kindersicherung: Sicheren Modus aktivieren und deaktivieren

    YouTube-Videos bieten Unterhaltung für ein ganzes Leben, aber manche Filme sind einfach nicht für Kinder geeignet. Aus diesem Grund gibt es auf YouTube den „eingeschränkten Modus“. Diese „YouTube-Kindersicherung“ könnt ihr aktivieren, um Kindern einen einigermaßen sicheren Zugang zu gewähren. Doch Vorsicht – das ist leicht zu umgehen!
    Marco Kratzenberg
  • FileZilla

    FileZilla

    Der FileZilla Download ist ein FTP-Client, der für Windows, Mac OS und Linux verfügbar ist. Das kostenlose FTP-Programm verwaltet beliebig viele FTP-Zugänge und kann abgebrochene Transfers fortsetzen.
    Matthias Großkämper 2
  • PuTTY Portable

    PuTTY Portable

    Der PuTTY Portable Download verschafft euch die portable Ausgabe des SSH– und Telnet-Clients PuTTY, welcher es euch ermöglicht, sichere und verschlüsselte Verbindungen zwischen zwei Rechnern herzustellen.
    Marvin Basse
* gesponsorter Link