Gibt's keinen WhatsApp Passwort-Schutz?

Marco Kratzenberg
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WhatsApp-Konkurrenten wie SIMSme machen es vor: Chats können gesichert und mit einem Passwort-Schutz versehen sein. Warum also kann man kein WhatsApp-Passwort vergeben und was taugen die dafür angebotenen Apps? Ein paar Antworten...

Gibt's keinen WhatsApp Passwort-Schutz?

Briefe, E-Mails, SMS und nun WhatsApp-Nachrichten... Die Liste der verräterischen Medien, in denen neugierige oder eifersüchtige Leute herumschnüffeln können, wird immer länger. Da drängt sich doch die Frage auf “Warum gibt es kein WhatsApp-Passwort?” Es wär ein leichtes, den Zugang zu den WhatsApp-Nachrichten von der vorherigen Eingabe eines Passwortes abhängig zu machen. Andere können das ja auch.

Wie setze ich ein WhatsApp-Passwort?

Wie ja schon gesagt, gibt es kein eingebautes WhatsApp-Passwort. Und ganz offensichtlich hat der Hersteller derzeit auch nicht vor, eines zu integrieren. In seiner FAQ lautet die Antwort auf eine entsprechende Frage, dass man sich eine Passwort-App besorgen solle, wenn man so etwas braucht.

Die Passwort-Apps halten aber auch nicht, was sie versprechen. Solange der Hersteller selbst das nicht integriert, wie die oben bereits erwähnte App SIMSme der deutschen Post, wird man seine Nachrichten nicht effektiv schützen können. Da muss man die Inhalte schon selbst irgendwo sichern und dann löschen.

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Was taugen die WhatsApp-Passwort-Apps?

Im Grunde lautet die Antwort ganz einfach: NIX! Es gibt verschiedene Ansätze für einen WhatsApp-Passwort-Schutz. Da sind zum einen die Apps wie “Passwort für WhatsApp”, die als eigener Passwortschutz für WhatsApp-Nachrichten und Dateien vermarktet werden. Tatsächlich setzen sie aber kein Passwort für WhatsApp! Es handelt sich da um ganz eigene Apps, die nichts anderes können, als Chats mit einem Passwort zu sichern, die man von der originalen WhatsApp-App erst dorthin kopieren muss. Danach werden sie in WhatsApp gelöscht. Und wenn die Apps besonders unpraktisch sind, muss man sich die Chats sogar erst selbst per E-Mail zusenden lassen, um sie anschließend in die App zu integrieren. Im Grunde kann man sie dann gleich im Mailprogramm belassen, oder?

Andere Apps, insbesondere auf dem Android-Sektor, schaffen tatsächlich so etwas wie ein WhatsApp-Passwort. Entweder als eine App, die ganz allgemein andere Apps verriegeln soll, oder als spezielle Schutz-App für WhatsApp. Die Idee scheint auf den ersten Blick ganz gut zu sein. Doch bei näherer Betrachtung hat sie einen entscheidenden Konzeptfehler: Wird die Schutz-App gelöscht, wird der Schutz gleichzeitig auch entfernt.

Wer seine Chats sichern will, kann sie sich selbst als E-Mail zusenden und dann auf dem Handy löschen. Allerdings sollte dann dort kein Mailprogramm mit genau diesem E-Mail-Konto leicht zugänglich sein. Wer die Bilder sichern will, kann das in speziellen Apps tun, die sich teilweise gleich als etwas ganz anderes tarnen. Vordergründig ist zum Beispiel “Secret Calculator Icon FREE” nur ein Taschenrechner. Doch gibt man in den Rechner eine bestimmte Zahlenkombination ein, wird daraus ein perfektes Versteck für private Fotos, die keiner sehen muss.

Das einzig wirksame WhatsApp-Passwort

Um WhatsApp-Nachrichten sehen zu können oder in den Bildern herumzuschnüffeln, muss der Eindringling ja erst einmal Zugriff zu den Apps selbst haben. Wer sein Smartphone nicht mit einem anständigen Passwort schützt, ist selbst schuld, wenn andere es durchsuchen.

Auf jeden Fall sollte man sich generell mal Gedanken über seine WhatsApp-Datenschutz-Einstellungen machen, bevor man nach einem Passwortschutz sucht. Was nützt ein Passwort für WhatsApp, wenn jeder die neusten Nachrichten komplett im Sperrbildschirm sehen kann? Wer alle einkommenden Bilder sofort in seinen Alben speichert, dem nützt ein WhatsApp-Passwort wenig.

Wer also effektiv dafür sorgen will, dass andere seine WhatsApp-Nachrichten nicht lesen können, der sollte folgende Schritte durchführen:

  1. Das Smartphone selbst mit einem anständigen Passwort schützen! Die Zeit bis zur automatischen Verriegelung kurz einstellen.
  2. Bei WhatsApp unter Einstellungen – Chat-Einstellungen den Punkt Empfangenes sichern abstellen. Dann werden Bilder nicht automatisch im Fotoalbum abgelegt.
  3. Die Benachrichtigungs-Einstellungen des Smartphone anpassen. Neue Nachrichten nicht automatisch teilweise oder fast vollständig selbst im Sperrbildschirm anzeigen. Jegliche Vorschau deaktivieren.

Wenn es wirklich privat sein soll, braucht man kein WhatsApp-Passwort. Es reicht bereits, wenn man seine Apps und Zugänge richtig einstellt.

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