Amazon Echo: Alexa wird dich an deiner Stimme erkennen

Stefan Bubeck
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Amazon arbeitet offenbar an einer „Advanced Voice-Recognition“ – einer fortschrittlichen Spracherkennung. Höhere Sicherheit auf Kosten des Datenschutzes?

Amazon Echo: Alexa wird dich an deiner Stimme erkennen
Bildquelle: GIGA

„Alexa, wie wird das Wetter?“ – eine solche Frage ist wohl in keiner Weise bedenklich. Wenn Amazons digitale Assistentin jedoch für persönliche oder sicherheitskritische Angelegenheiten genutzt wird, dann wäre es wünschenswert, dass sie nicht auf jeden hört, der gerade in der Nähe des entsprechenden Echos oder Echo Dots steht. Beispiele hierfür: Was in den Amazon Warenkorb kommt oder ob die Alarmanlage im Haus deaktiviert wird. Solange Alexa hier Anweisungen von jedermann annimmt, dann kann das unangenehme Folgen haben.

Amazon Alexa: Ein individueller „Stimmabdruck“ als Erkennungsmerkmal

Laut einem Bericht des TIME Magazines arbeitet der Technologie-Riese aus Seattle bereits seit Sommer 2015 an einem Alexa-Feature, das intern „Voice-ID“ genannt wird. Die grundlegende Technik sei laut einem anonymen Informanten bereits fertig, es sei aber noch unklar, wann die individuelle Stimmerkennung eingeführt wird. Alexa würde verschiedene Nutzer anhand eines Sprach-Samples (Stimmabdruck) erkennen und könnte darauf basierend bestimmte Befehle ausführen – oder eben auch nicht. Ein Amazon-Sprecher wollte zu den Gerüchten nicht Stellung nehmen.

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Einkaufen mit Amazon Alexa (Englisch)

Eine Authentifizierung anhand der Stimme des Benutzers würde zu einer höheren Sicherheit führen. Kleinkinder, die unbefugt kiloweise Kekse bei Amazon bestellen, sind hierbei das kleinere Übel. Bereits jetzt lassen sich Einkäufe mit einem 4-stelligen Zahlencode schützen, die entsprechende Einstellung kann in der vorgenommen werden.

Zwei Beispiele aus dem letzten Jahr zeigen bezeugen schon die Wichtigkeit einer guten Stimmerkennung; Obwohl Apples Konkurrenzsystem zwischen Stimmen einigermaßen unterscheidet (sofern es der Nutzer konfiguriert), konnte sich eine fremde Person Zutritt zu einem Smart-Home gesteuerten Haus verschaffen. Und ein Nachrichtensprecher verursachte bei Fernsehzuschauern über Alexa Anfragen für Amazon-Bestellungen.

Es bleibt allerdings, wie so oft, die Frage nach dem Datenschutz: Die Vorstellung, dass ein IT-Konzern umfangreich verschiedene Sprachaufnahmen eines Haushalts aufnimmt und analysiert, ist Kritikern schon unheimlich genug. Wenn das System nun auch noch Personen eindeutig an ihrer Stimme erkennen kann, dann könnte eine solche „Stimmdatenbank“ auch andere Akteure interessieren – wie beispielsweise Behörden.

Quelle: TIME

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