MMO Rollenspiele im Test: Eve Online — ein Insider berichtet. Teil 1

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Millionen Menschen weltweit spielen Online-Rollenspiele wie World of Warcraft, Herr der Ringe, Everquest 2 oder Warhammer Online. Unser Autor hat sich im Laufe der Jahre durch eine Vielzahl von bekannten und unbekannten MMORPGs gespielt, gelebt und gelangweilt – jetzt wird abgerechnet.

Die neue Serie über Massively Multiplayer Online Games wird sich mit der Magie dieses Genres befassen. Im ersten Teil berichtet Ulli aus der Welt von Eve Online – unendliche Weiten, ein ausgefuchstes Skillsystem, interstellare Politik, epische Raumkämpfe mit Tausenden von Mitspielern.

Eve Online: Das  MMO Rollenspiel der 5000 Sonnensysteme

Die isländischen Entwickler von CCP gingen mit Eve Online 2003 ans Netz: ein großer Science-Fiction-Entwurf mit 5000 Sonnensystemen, inzwischen sind weltweit mehr als 300.000 Spieler angemeldet. Der Clou dabei: Alle spielen auf einem Server, auf Zeitzonen verteilt sind dabei durchschnittlich 40.000 Spieler online. Bei welchem anderen Online-Rollenspiel kann man mit so vielen anderen Mitspielern interagieren? Hier sind sechs Gründe, die Eve Online zu einem Ausnahme-MMO machen.

1. Schiffe statt Klassen

In einem Großteil aller erhältlichen MMOs startet der Einstieg ins Spiel meist damit, dem geneigten Kunden vor eine nicht zu unterschätzende Wahl zu stellen: die Klassen- und Rassenwahl seines digitalen Alter Egos.

Eve Online geht da leicht andere Wege, denn es gibt eigentlich gar keine Klassen. Die „Rolle”, die übernommen wird, wird im Kampf nicht direkt über die Wahl des Charakters bestimmt, sondern über das Schiff, dessen Ausrüstung — und die Skills, die man erworben hat.

Die Gruppe braucht einen Tank (Charakter, dessen Schwerpunkt auf Defensive liegt) für eine schwere Mission?

Entsprechendes Schiff aus dem persönlichen Hangar holen, mit passenden Rüstungs- und Reparaturmodulen oder Schildverstärkern versehen — und schon steht man im Lichte der Laserstrahlen und sonstigen Explosionen. Oder doch lieber einen Supporter mimen, der anstatt lustig Schaden auszuteilen lieber Unruhe in die Reihen des Feindes bringt? Anderes Schiff, andere Ausrüstung, und schon werden dem Gegner die Sensoren verbogen, dessen Antrieb lahm gelegt oder die ebenfalls wichtigen Funktionen übernommen, die Schilde oder Rumpfpanzerung des Tanks zu reparieren.

Oder oder oder… es gibt schier unendliche Kombinationsmöglichkeiten an Schiffen, Modulen und Skills des Spielers und damit ein immens breites Spektrum an Aufgaben, die der Spieler in einer Gruppe bzw. Flotte übernehmen kann.

2. Skills lernen in Echtzeit

Ein Charakter definiert sich in allen bekannten MMOs über seine Fertigkeiten. Was er kann und was nicht, ist meist vorgegeben. Jede Klasse besitzt exklusive Skills (also Fähigkeiten oder Talente), die von anderen Klassen nicht erlernbar sind und so die persönliche Entwicklung beschneidet.

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Übersicht des Zweit-Charakters des Autoren

Das Skillsystem in Eve Online indes ist eines der komplexesten – und kompliziertesten – aller bislang veröffentlichten MMOs. Was furchtbar klingt, ist für jeden Eve-Spieler, der sich ein wenig in das System reingefuchst hat, ein Quell der absoluten spielerischen Freiheit. Vier Völker und vier Technologien lassen sich grob herauskristallisieren, und in jedem anderen MMO bedeutet die Wahl auf eines der verfügbaren Völker – wie bereits erwähnt – auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten der anderen drei zu verzichten. Bei Eve jedoch müsst ihr nur die entsprechenden Skills lernen, um beispielsweise als Gallente einen Schlachtkreuzer der Caldari zu steuern. Aber das dauert Zeit – und zwar im eigentlichen Sinn.

Ganz wie im „richtigen” Leben bedeutet Lernen, dass man sich Zeit nimmt, Bücher liest, sich Gedanken macht und dergleichen. In Eve sieht das dann so aus, dass man, wenn man einen neuen Skill lernen will, sich bei einer Nichtspieler-Fraktion ein Buch kaufen und dieses dann „lesen” muss, um den Skill auf Stufe 1 zu bekommen. Das dauert je nach “Rang” des Skills unterschiedlich lange.

Allerdings wird niemand wird gezwungen, während des Skillens online zu sein. Richtig gelesen. Wenn ein Skill 12 Stunden dauert, um gesteigert zu werden, dann sind damit tatsächlich 12 Stunden Realzeit gemeint, unabhängig davon, ob man online ist oder nicht. Wer also irgendwann in den Urlaub will/muss und nichts verpassen möchte, startet beispielsweise einen Skill, der knapp vier Wochen Skillzeit benötigt. So verpasst man im Vergleich zu seinen Ingame-Kumpels nicht den Anschluss.

3. Weltweiter Kontakt: Ein Server für alle

Ob Herr der Ringe Online, Conan oder Warhammer – so ziemlich alle MMOs haben gigantische Serverparks, um der Menge an Spielern Herr zu werden. Ergebnis dieser Aufsplittung: Überfüllte Server hier, leere dort, kaum Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Spielern dieser Server.

In Eve… Nun ja… Es gibt eigentlich nur drei Server. Ein Testserver, einen nur für die Chinesen und einen für den Rest der Welt. Europäer, Afrikaner, Asiaten, Nord- und Südamerikaner und auch die Australier, alle spielen sie in einem riesigen, gigantischen Universum – gemeinsam. Teils mit-, in der Regel aber gegeneinander.

Aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen ist ständig was los, denn wenn die Europäer langsam müde werden und ihr Haupt zum Schlafen betten, kommen die Amis gerade von der Arbeit oder aus der Schule, während die Australier und Japaner gerade aufgewacht sind. Deshalb herrscht auch meist ein wüstes Sprachengewirr in Eve Online… Englisch-Kenntnisse sollte man also schon mitbringen, obwohl es natürlich auch eine deutsche Lokalisierung gibt.

Cut. So weit der erste Teil, hier die Fortsetzung, wo die Politik und Karrieremöglichkeiten unter die Lupe genommen werden, außerdem gibt es Tipps für Eve-Einsteiger.

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