Auf der Suche nach dem richtigen E‑Book-Reader kann man sich schnell im Kindle-Dschungel verlieren. Wir erklären euch die Unterschiede vom normalen Amazon Kindle bis hin zum neuen Kindle Scribe.

Ob für den Urlaub, aus Bequemlichkeit oder weil das Bücherregal langsam aber sicher überquillt: Ein E‑Book-Reader kann sich richtig lohnen. Dabei zählt Kindle aus dem Hause Amazon zu den wohl bekanntesten Geräten. Doch Modelle gibt es viele, welches ist da das passende für euch? Wir zeigen euch die verschiedenen Geräte und klären euch über die jeweiligen Vor- und Nachteile auf.

E‑Book-Reader: Amazon, Thalia oder was ganz anderes?

Bevor ihr euch einen Kindle besorgt, solltet ihr euch vor allem die Frage stellen, bei welchem Online-Händler ihr überhaupt E‑Books herunterladen wollt. Denn: Nicht alle E‑Book-Reader sind mit allen Händlern kompatibel, ganz im Gegenteil. Wenn ihr euch für einen Amazon Kindle entscheidet, entscheidet ihr euch gleichzeitig dafür, (fast) ausschließlich Zugriff auf die Amazon-Bibliothek zu haben. Es funktioniert nicht, ein E‑Book beispielsweise bei Thalia zu kaufen, um es dann auf dem Kindle zu lesen.

Solltet ihr euch also grundsätzlich noch unsicher sein, ob es ein Kindle, ein Tolino (Thalias E‑Book-Reader) oder ein gänzlich anderes Modell sein soll, informiert euch über die jeweiligen Vor- und Nachteile. In einem separaten Artikel hat unser Redakteur Marco für euch bereits Kindle und Tolino gegenübergestellt:

Aktuelle Kindle-Modelle im Vergleich

Kindle ScribeKindle (2022)Kindle PaperwhiteKindle Oasis
Abmessungen und Gewicht196 x 229 mm, 433 Gramm158 × 107 mm, 158 Gramm174 x 125 mm, 205 Gramm159 x 141 mm, 188 Gramm
Display10 Zoll, 300 ppi, beleuchtet6 Zoll, 300 ppi, beleuchtet6,8 Zoll, 300 ppi, beleuchtet7 Zoll, 300 ppi, beleuchtet
Speicher16 bis 64 GB16 GB8 GB8 bis 32 GB
Akkulaufzeitbis zu 12 Wochenbis zu 6 Wochenbis zu 10 Wochenbis zu 4 Wochen
Besonderheitenmagnetischer Eingabestift für Notizenrelativ leichtwasserfest nach IPX8wasserfest nach IPX8, Tasten zum Umblättern
Preisab 370 Euro ab 100 Euro ab 110 Euro ab 200 Euro

Amazon Kindle (2022): Wenn man einfach nur einen E‑Book-Reader möchte

Sucht ihr nach einem ganz einfachen E‑Book-Reader, ohne große Ansprüche zu haben, ist der normale Kindle (bei Amazon ansehen) nach wie vor zu empfehlen. In diesem Jahr erfuhr das Modell, dass es bereits seit 2007 gibt, sogar eine Auffrischung.

Eine weiblich gelesene Person liegt in einer Hängematte und liest in dem E‑Book-Reader Kindle.
Der normale Kindle ist nach wie vor eine Empfehlung, wenn man einen einfachen E‑Book-Reader möchte (Bildquelle: Hersteller)

Im Vergleich zu seinen Brüdern ist der Kindle recht klein (6 Zoll, 158 × 107 mm) und mit 158 Gramm geradezu ein Leichtgewicht. Ebenso hat der Akku mit bis zu 6 Wochen einen langen Atem, wenn auch nicht vergleichbar mit dem Scribe, bei dem der Hersteller das doppelte verspricht. Auch der 16 GB Speicher benötigt seine Zeit, bis er keine Bücher mehr aufnehmen kann – bis zu 16.000 Bücher sollten da drauf passen.

Ein weiterer Vorteil: Der normale Kindle ist für 110 Euro das günstigste Modell. Auch wenn man auf Merkmale wie zertifizierte Wasserdichtigkeit verzichten muss, ist es ein gutes Standardmodell (und ein nicht allzu teures Weihnachtsgeschenk).

Kindle Paperwhite und Oasis: Perfekt für Unterwegs

Soll es dagegen ein robuster E‑Book-Reader sein, bietet sich eine Investition in den Kindle Paperwhite (bei Amazon ansehen) oder Oasis (bei Amazon ansehen) an. Beide Modelle besitzen einen hohen Schutz vor Wasser nach IPX8, sodass sie einen Tauchgang über 1 Meter überleben sollten. Möchte man mit seinem Kindle ins ans Meer oder den Pool, muss man sich also keine Sorgen um das Gerät machen.

Auf einem Tisch liegen nebeneinander die E‑Book-Reader Kindle Paperwhite und Kindle Oasis.
Links seht ihr den Kindle Paperwhite, rechts den Kindle Oasis mit den seitlichen Tasten zum Umblättern (Bildquelle: GIGA)

Ein weiterer Vorteil beider ist, dass man die Farbtemperatur des Displays je nach Geschmack regulieren kann, sodass sehr warme gar papier-ähnliche Farben eingestellt werden können. Der Kindle Paperwhite hat allerdings bei der Akkulaufzeit die Nase vorn: Bis zu 10 Wochen soll man mit einer Ladung auskommen, während der Kindle Oasis „nur“ auf 4 Wochen kommt. Übrigens: Noch mehr Komfort bietet der Kindle Paperwhite Signatur Edition (bei Amazon ansehen). Das Modell kann kabellos aufgeladen werden, der Akku kommt ebenfalls bis zu 10 Wochen mit einer Ladung hin.

Ein einzigartiges Feature des Kindle Oasis sind die Tasten zum Umblättern. Auf einen Touchscreen muss man zwar weiterhin nicht verzichten, jedoch sind die Buttons an der Seite eine handliche Lösung, beispielsweise auch für ältere Menschen. Mit 200 Euro ist der Kindle Oasis knapp 80 Euro teurer als der Paperwhite.

Kindle Scribe: Für echte Literatur-Nerds

Ist das noch ein E‑Book-Reader oder schon ein Tablet? Der Kindle Scribe (bei Amazon ansehen) zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er mit einem Eingabestift kompatibel ist. Praktisch ist dabei, dass der Stift magnetisch am Kindle befestigt werden kann und nicht wie der Stylus für Tablets von Samsung, Apple und Co. aufgeladen werden muss. Allerdings kann man sich mit dem Stift nicht künstlerisch ausleben, dieser ist tatsächlich nur für Notizen und handschriftliche Anmerkungen in E‑Books und PDF-Dokumente gedacht.

Auf einem Tisch liegt der E‑Book-Reader Kindle Scribe. Eine schwarze Person schreibt mit dem dazugehörigen Eingabestift auf dem Kindle.
Der Kindle Scribe fällt nicht nur durch siene Größe, sondern ebenso durch den dazugehörigen Eingabestift auf (Bildquelle: Hersteller)

Doch auch mit seiner Größe (10 Zoll) geht der Kindle Scribe deutlich über die anderen Kindle-Modelle hinaus, die sich bei ungefähr 7 Zoll einordnen. Zudem muss man, wie beim normalen Kindle, auf eine zertifizierte Wasserdichtigkeit verzichten. Dagegen überzeugt der Akku mit einer Laufzeit bis zu 12 Wochen, ebenso der Speicher mit bis zu 64 GB. Zudem kann man auf dem Paperwhite-Display ebenfalls die Farbtemperatur nach Belieben ändern.

Die (raren) Tablet-Features lassen den Preis allerdings ordentlich steigen. Mit 380 Euro lohnt sich der Kindle Scribe für literaturbegeisterte Menschen oder Studierende, die die Notizen-Funktion tatsächlich während des Lesens oder den E‑Book-Reader als Notizbuch nutzen möchten. Dahingehend könnt ihr ebenso PDF-Dateien, Word-Dokumente etc. über den Desktop-Webbrowser oder die Kindle App (für iOS und Android) importieren und über den Scribe bearbeiten.

Da man auf dem Kindle Scribe jedoch nicht mit dem Stift zeichnen kann, lohnt es sich zu überlegen, ob man das Geld lieber in ein Tablet investiert. Man bekommt mehr Funktionen und einen E‑Book-Reader geboten. In einem separaten Artikel haben wir einige Empfehlungen für euch, die sich bereits ab 220 Euro einordnen:

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