Asus hat uns mit dem ROG Phone 5s ein Gaming-Smartphone zur Verfügung gestellt, welches ich in Diablo Immortal einem Härtetest unterzogen habe. Beim Zocken auf dem Smartphone mit dem optionalen Gamepad-Controller sind mir viele positive, aber auch einige negative Eigenschaften dieser „mobilen Konsole“ aufgefallen. Was das alles war, verrate ich euch im Erfahrungsbericht.

Eins Vorweg: Das ist kein klassischer Test, der alle Punkte des Asus ROG Phone 5s behandelt. Ich konzentriere mich rein auf die Gaming-Fähigkeiten, die das Handy von anderen Modellen unterscheidet. Zudem habe ich fast nur Diablo Immortal gezockt.

Asus ROG Phone 5s bietet einige Besonderheiten

Das Asus ROG Phone 5s ist nicht das neueste Smartphone auf dem Markt, doch es hat einige Besonderheiten zu bieten. Beispielsweise das 144-Hz-Display, mit dem Spiele noch immersiver aussehen. Schade, dass ich das volle Potenzial in Diablo Immortal nicht ausschöpfen konnte, denn das Spiel ist bei 60 Hz abgeriegelt. Insgesamt hat mich das 6,78-Zoll-AMOLED-Display überzeugt. Es ist scharf, hell und bietet eine tolle Darstellung. Es ist aber sehr schmutzanfällig. Das kenne ich von meinem Pixel 6 Pro so nicht. Für mich könnte das Display zum Spielen sogar noch etwas größer sein.

Ausgestattet ist das ROG Phone 5s mit dem Snapdragon 888+, dem 16 GB RAM und 512 GB interner Speicher zur Verfügung stehen. Ihr habt also viel Speicherplatz für Spiele. Schade ist, dass das Asus-Handy auch heute noch mit Android 11 läuft. Wenn man bedenkt, dass Android 13 vor der Tür steht, ist das ein echter Nachteil. Die Oberfläche gefällt mir aber, denn man kann die speziell zum Spielen wichtigen Einstellungen mit einem Wisch erreichen und so beispielsweise einfacher die Helligkeit des Displays verändern.

Asus hat die Software des Smartphones angepasst, sodass man alle wichtigen Einstellungen im Spiel schnell erreichen kann. (Bildquelle: GIGA)

Akkulaufzeit überzeugt beim Spielen

Der Akku des ROG Phone 5s misst 2x 3.000 mAh und somit 6.000 mAh. In Diablo Immortal habe ich eine Spielzeit von 4 Stunden bei höchsten Einstellungen und relativ hoher Helligkeit erreicht. Das Spiel ist ziemlich dunkel, sodass ich im Garten die Helligkeit immer voll aufdrehen musste. Das passte dann aber, um zocken zu können. Mehr schafft sonst auch keine mobile Konsole. Asus ist hier also gut mit dabei. Spielt man in der Wohnung mit geringerer Helligkeit, erreicht man etwas höhere Laufzeiten.

Schließt man den optionalen Gamepad-Controller an, wird die USB-C-Buchse an der Seite zwar verdeckt, doch Asus hat an der Seite unter einer Gummi-Abdeckung noch einen zweiten Anschluss verbaut. Die externe Lademöglichkeit ist im Spielbetrieb sehr praktisch.

Asus bietet viel Zubehör an

Der Gamepad-Controller hat mich sehr überzeugt. Die Touch-Steuerung von Diablo Immortal ist schon sehr gut, doch beim längeren Spielen verkrampfen meine Hände immer. Mit dem Gamepad-Controller passiert das nicht. Ich konnte mehrere Stunden zocken und hatte damit im Grunde keine Nachteile – zumindest fast. Nach etwa zwei bis drei Stunden im Spiel habe ich gemerkt, dass einige Schultertasten nicht mehr so schnell reagiert haben wie vorher. Angriffe wurden teilweise nicht ausgeführt. Das nervt natürlich, wenn es ans Eingemachte geht.

Weiterhin hat mich genervt, dass sich der Controller viel zu schnell abschaltet. Ich konnte ihn dann auch nicht mehr zum Laufen bringen, ohne den Schalter mit der Bluetooth-Verbindung zu nutzen oder das Handy aus der Halterung zu entfernen. So wurde die Verbindung zum USB-C-Port gekappt und wiederhergestellt. Wieso reicht da kein Knopfdruck auf dem Controller? Vielleicht ist das ein Sicherheitsmechanismus für den Transport.

Insgesamt hat mich das Konzept mit dem ansteckbaren Gaming-Controller aber so überzeugt, das ich mir selbst den Razer Kishi für mein Handy bestellt habe (bei Amazon anschauen). Damit will ich Diablo Immortal weiter zocken, wenn das Asus ROG Phone 5s zurück muss. Der Asus-Controller kann im Übrigen auch per Bluetooth mit eurem Smartphone oder Tablet verbunden werden. So könnt ihr euer Android-Gerät zu einer kleinen Spielkonsole machen. Andere Smartphones als die von Asus lassen sich nicht anschließen, denn der USB-Port sitzt nicht mittig.

Ergibt ein Gaming-Smartphone wie das Asus ROG Phone 5s Sinn?

Das Asus ROG Phone 5s sieht auch optisch aus wie ein Gaming-Smartphone. (Bildquelle: GIGA)

Bis vor kurzer Zeit hätte ich Nein gesagt, denn ihr könnt auch einfach einen Controller für euer normales Smartphone kaufen. Das Asus ROG Phone 5s bietet mit dem schnellen Display, der hohen Leistung, dem dicken Akku, viel Speicher und der angepassten Software aber schon einen Mehrwert beim Zocken. Wenn ihr also vorrangig mobil spielt und gerne einen Controller verwendet, dann könnt ihr zu einem Gaming-Smartphone wie dem Asus ROG Phone 5s greifen. Im normalen Alltag müsst ihr dann aber mit Nachteilen wie einer schwächeren Kamera leben.

Für Diablo Immortal ist das Asus-Handy perfekt und ich habe mich schnell auf Level 60 gesuchtet. Mit über 1.000 Euro (bei Amazon anschauen) kostet das Handy aber auch ein Vielfaches einer Nintendo Switch (bei Amazon anschauen). Und die hohe Leistung braucht ihr für Diablo gar nicht. Ich denke ein Samsung Galaxy A53 mit dem Razer-Kishi-Controller würde auch reichen. Aber dann ist es halt kein Gaming-Smartphone mehr. Bei Asus bekommt ihr dafür das speziell für das Smartphone optimierte Zubehör. Dazu gehört der Gaming-Controller oder ein Lüfter. Hier passt alles und läuft.

Ein paar Worte zu Diablo Immortal

Nach so gut wie jedem Erfolg werdet ihr in Diablo Immortal aufgefordert, etwas zu kaufen. Um den Druck zu erhöhen, gibt es davon natürlich auch nur ein Stück. (Bildquelle: GIGA)

Diablo Immortal steht wegen der Pay2Win-Thematik zu Recht stark in der Kritik. Wer anfällig für Glücksspiel ist, sollte das Spiel auf keinen Fall spielen. Es gibt im Spiel einfach zu viele Verführungen, um zunächst mit kleinen und dann großen Beträgen das Spielerlebnis zu „verbessern“. Diablo Immortal als Spiel selbst ist toll, es wird von den Mikrotransaktionen aber einfach zerstört. Ich hatte mir nur den kleinen Battle Pass für 4,99 Euro geholt, weil ich im Play Store noch einen Euro Guthaben hatte. Mehr gebe ich aber nicht aus und hoffe als großer Fan der Diablo-Spielereihe, dass Diablo 4 kein Pay2Win-Spiel wird.

Ich als Geizhals spiele sowieso lieber Hunderte Stunden, um etwas zu erreichen, und sehe es als zusätzliche Herausforderung gegen Spieler anzutreten, die mehrere Hundert Euro im Spiel ausgegeben haben. Mir ist aber auch bewusst, dass ich deswegen nie das volle Potenzial des Spiels ausreizen und in absehbarer Zeit auch nicht mit Spielern, die ordentlich Geld ausgegeben haben, mithalten kann. Doch das stört mich aber auch nicht, denn wenn der Unterschied zu anderen Spielern zu groß wird, höre ich einfach auf. Wie in vielen anderen Spielen – wie Lost Ark zuvor auch – und bereue ich dann nicht, mehrere Hundert Euro für ein Spiel ausgegeben zu haben, das ich nicht mehr spiele.