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Bargeld oder Datenhunger? Verbraucherschützerin warnt vor digitaler Überwachung

© pixabay.com | geralt

Digitale Bezahlmethoden sind beliebter denn je. Wir schauen uns an, welche Gründe gegen digitale Zahlungsmethoden sprechen.

 
MasterCard
Facts 

„Kann man hier mit Karte zahlen?“ ist eine der häufigsten Fragen, die Kassierer und Kassiererinnen in verschiedenen Geschäften zu hören bekommen. Bei manchen Betrieben verschwindet Barzahlung als akzeptable Möglichkeit sogar komplett, was einige potentielle Kunden verscheucht, die aus Prinzip nicht mit Karte oder Smartphone zahlen wollen. Kürzlich warnte eine Verbraucherschützerin vor der Überwachung, die durch digitales Bezahlen begünstigt werden kann.

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Das Recht auf anonymes Zahlen

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., äußert Bedenken in Verbindung mit digitalen Transaktionen beim Einkaufen. Sie erklärt auf der re:publica Berlin, dass Digitalzahlung, genauso wie Bargeld, anonym sein sollte: „Der Käufer hat ein Recht auf Anonymität beim Einkaufen.“ Dieses Recht ist im Datenschutzgesetz verankert. Beim Bezahlen mit einer Karte von Zahlungsdienstleistern wie Mastercard, Visa und PayPal, gilt das Anonymitätsgebot allerdings nicht, da die Datenschutzbestimmungen dieser Unternehmen nicht in Deutschland geregelt werden. Diese Akteure im Finanzsystem haben so die Möglichkeit, über das Verkaufsverhalten der Kunden viele Daten für Marktanalysen abzuziehen.

Ramona Pop findet hier klare Worte: „Man kann sich nicht mehr bewegen, ohne Spuren zu hinterlassen gegenüber Konzernen, Staat und Arbeitgeber.“ Dabei sind gerade den deutschen Verbrauchern Privatsphäre und Sicherheit wichtig. „Wer wann im Supermarkt etwas einkauft,“ so Pop, „geht niemanden etwas an.“

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Wird es bald kein Bargeld mehr geben?

Je mehr die Digitalisierung voranschreitet, desto bequemer möchten Märkte dem Verbraucher das Einkaufserlebnis gestalten. Anstatt die Münzen an der Kasse doppelt zu zählen, lege man doch lieber die Kreditkarte oder das Smartphone an ein Gerät und zahle kontaktlos – das erspart Zeit und Mühen sowie die Geduld der hinten Anstehenden. Der Rückgang der Leute, die regelmäßig bar bezahlen, ist belegbar. Hier ein paar Zahlenfakten der Bundesbank: Vor der Pandemie 2017 waren es 78 und 2021 nur noch 58 Prozent der Käufer vor Ort, die mit Bargeld zahlen.

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Egal ob ihr lieber digital oder bar zahlt, diese Tipps helfen beim Geldsparen.

Warum Bargeld so wichtig ist

Während wir mit Zahlen rumhantieren, bemerken wir parallel auch in unserem direkten Umfeld den Wandel von Verhaltensweisen und Stellung zum Bargeld gegenüber zur (digitalen) Bankkarte und können selbst Zweifel mit nur einer Frage aufwerfen: Was, wenn die Geräte einfach ausfallen?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Wie im Jahr 2022 während der Corona-Pandemie vorgekommen, sind wegen eines Zertifikatsfehlers eine Reihe von Bezahlterminals ausgefallen. In vielen Supermärkten und einigen Banken mussten diese ausgetauscht oder das komplexe System dahinter aufwändig geupdatet werden. Dabei hatten nur ein Bruchteil der dortigen Käufer Bargeld dabei und konnten ihre Ware nicht bezahlen. Dieses Beispiel wird zwar oft zum Vorschau-Objekt genutzt, doch dabei schlägt ständig die Angst, dass die eigene Existenz gefährdet sein könnte, weil wir nicht für uns sorgen könnten, wenn alle Karten auf die Terminals gesetzt werden und diese allesamt längerfristig ausfallen, während Bargeld schon nirgends akzeptiert werden könnte. Diese Vorstellung ist einerseits dystopisch, andererseits nicht komplett unmöglich.

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Die Angst und somit die Emotionen lenken unser Kaufverhalten sowie unsere Entscheidungen, wie wir die Ware bezahlen. Wir als Käufer, welche teils schlichtweg kein Bankkonto bekommen oder uns einen teuren Möbel- oder Autokauf manchmal nicht leisten können, sind eine Personengruppe, die ebenfalls beachtet und geachtet werden muss. Dass selbst bei dem Bäcker des Vertrauens nur noch digital bezahlt werden kann, ist leider nicht hinnehmbar.

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