Die Klinkenbuchse am Laptop oder Handy könnte die Schwachstelle der Klangwiedergabe sein: Rauschen, Knacksen und ein schwacher Bass. Dabei gibt es eine ganz einfache Hardware-Lösung, die nicht nur bei Kopfhörern für glasklaren und druckvollen Klang sorgt.

 

Kaufberatung

Facts 

Kabelgebundene Kopfhörer sind manchmal zickig und wollen am normalen Ausgang des Laptops einfach nicht gut klingen. Ein möglicher Grund: Einige Over-Ear-Modelle sind überdurchschnittlich leistungshungrig – da liefert die integrierte Klinkenbuchse des Computers einfach nicht genug Power für vollen Klang bei großer Lautstärke. Je nach Anspruch und technischer Ausstattung kann es sich durchaus lohnen, einen Kopfhörerverstärker mit integriertem DAC anzuschaffen. Bei günstigen Notebooks sparen Hersteller gerne am Audioausgang, die Folge ist ein dumpfer oder sogar rauschender Klang. Eine einfache Lösung ist eine günstige externe Soundkarte (z.B. Creative Sound Blaster Play!3), der nächste Schritt dann ein Modell mit dediziertem Kopfhörerverstärker (KHV).

FiiO K3 (E30) Digital-Analog-Wandler und Kopfhörerverstärker mit 3,5mm Kopfhörerausgang

FiiO K3 (E30) Digital-Analog-Wandler und Kopfhörerverstärker mit 3,5mm Kopfhörerausgang

Nicht jeder kann zuhause eine High-End-Stereoanlage in Konzertlautstärke betreiben, ohne Ärger mit den Nachbarn zu bekommen. Für einige Audiophile ersetzt daher die Kombination aus hochauflösender Musik (z.B. Tidal), Kopfhörerverstärker mit DAC und Luxus-Kopfhörer eine sündhaft teure Stereoanlage.

Der legendäre Sennheiser HD 650 mit einer Nennimpedanz von 300 Ohm ist ein gutes Beispiel für ein solch anspruchsvolles High-End-Gadget, bei dem sich das Aufrüsten mit einer externen Soundkarte und einem Kopfhörerverstärker unbedingt empfiehlt. Wer mehrere Hundert Euro für einen hervorragenden Kopfhörer ausgibt, sollte sicherstellen, dass sowohl Quelle (z. B. FLAC oder MP3 mit 320 kbit/s) als auch Ausgangssignal entsprechend hochwertig sind – ansonsten verschenkt man leichtfertig das Potential für allerfeinsten Musikgenuss.

Der Fostex HP-A3 Kopfhörerverstärker und D/A-Wandler wird per USB am PC angeschlossen, der Kopfhörer kommt dann an die Klinkenbuchse an der Front (Bild: Hersteller)
Fostex HP-A3 Kopfhörerverstärker mit D/A-Wandler bei Amazon anschauen

Mittlerweile gibt es eine stattliche Auswahl an Kombi-Geräten, die in einem kleinen Kasten beides kombinieren: Sie wandeln das digitale Soundsignal um („digital-to-analog converter“ / DAC) und verstärken das analoge Ausgangssignal dann passend für (anspruchsvolle) Kopfhörer. Angeschlossen werden sie an das Laptop, Tablet oder Smartphone per USB, manchmal ist dabei keine zusätzliche Stromversorgung per Netzteil notwendig. Oben im Bild zu sehen ist der professionelle Fostex HP-A3 für rund 300 Euro. Solche DAC-Kopfhörerverstärker-Kombis machen im Prinzip nichts anderes als die integrierte Soundkarte im Laptop – sie machen es nur hörbar besser. Die Bauteile sind hochwertiger, die gesamte Schaltung auf höchste Klangqualität ausgelegt, zudem ist ein externes Gehäuse weniger anfällig für elektromagnetische Einflüsse aus dem Inneren des PCs/Laptops.

Hochwertiger Digital/Analog-Converter (DAC) „Cirrus Logic CS4382“ (Quelle: Andrzej Barabasz (Chepry) (Own work), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Kopfhörerverstärker mit integriertem DAC: Welche Arten gibt es?

Man kann zwischen stationären oder mobilen Modellen unterscheiden. Letztere haben einen Akku an Bord und werden explizit als Ergänzung für Android-Smartphones (bzw. iPhones) oder -Tablets (bzw. iPads) beworben. So wird der Creative Sound Blaster E5 als „USB-DAC und tragbarer Kopfhörerverstärker“ bezeichnet, der rund acht Stunden pro Ladung durchhält. Der Fiio E10K ist hingegen ausschließlich für den Gebrauch am PC oder Mac gedacht, er hat keinen integrierten Akku.

An den Klinkenausgang eines Kopfhörerverstärkers mit DAC lässt sich per Adapter (Klinke auf Cinch) durchaus auch eine Stereoanlage oder ein Paar Aktivboxen (z.B. Adam Audio T7V) anschließen. Je nach Qualität der Lautsprecher kann auch hier dann ein verbesserter Klang festgestellt werden. Einige Modelle bieten hierzu sogar einen eigenen Ausgang, sodass man sowohl den Kopfhörer als auch eine Stereoanlage gleichzeitig mit dem DAC verbinden kann, ohne umzustöpseln. Preislich geht es bei rund 45 Euro für stationäre Modelle los, nach oben hin ist kaum eine Grenze zu finden.

Kopfhörerverstärker (KHV) mit integriertem DAC im Überblick

Modelle mit durchweg guten Wertungen bei Fachpresse und Kundschaft sind glücklicherweise schon im zweistelligen Preisbereich vorhanden. Wer sich auf Amazon umschaut, wird früher oder später über den Verkaufsschlager FiiO E10K (69 Euro) stolpern. Dieser ist preislich attraktiv und liefert, laut zahlreicher Testberichte und Kundenstimmen, eine gute Performance ab. Der FiiO ist mit einer 3,5 mm-Klinkenbuchse und einem S/PDIF-Koaxialausgang ausgestattet, es werden Formate bis zu 24 Bit/96 KHz unterstützt. Vergleichbar: Der SMSL SA M3 für 85 Euro.

FiiO E10K Olympus 2 Digital Analog Wandler und Kopfhörerverstärker (Herstellervideo)

Wer erste Schritte als DJ macht und beispielsweise mit der Software Traktor Pro arbeitet, sollte einen Blick auf die kompakte Native Instruments Traktor Audio 2 mk2 werfen. Das DJ-Audio-Interface bietet zwei unabhängige Ausgänge, so kann man mit dem einen den Club (bzw. das Wohnzimmer) beschallen und mit dem anderen den nächsten Track per Kopfhörer vorhören. Der Klang ist knackig-druckvoll, die Leistung für die meisten Kopfhörer ausreichend.

Traktor Audio 2 DJ-Audio-Interface (Herstellervideo)

Der Fostex HP-A3 Kopfhörerverstärker mit D/A-Wandler stammt aus dem Profibereich und ist dort ein Einsteigermodell. Für 300 Euro bekommt man hier Qualität „Made in Japan“, die sich offenbar hören lassen kann: „Mit dem HP-A3 vereint Fostex einen ausgewogenen Wandler und einen wohlig klingenden Kopfhörerverstärker sehr gelungen unter einem Dach und bietet Heimanwendern so eine gute Alternative zu hochpreisigen Konverter-/Headphoneamp-Kombinationen“, schreibt Daniel Wagner von Bonedo.

Die Rückseite des Fostex HP-A3. Rechts der USB-Eingang für den PC/Mac, der Kopfhörerausgang befindet sich vorne. (Quelle: Hersteller)

Für kompromisslose audiophile Genießer empfiehlt sich der Sony TA-ZH1ES. Der Hersteller verspricht ein „Klangerlebnis wie im Konzertsaal“ – das erklärt dann auch den stolzen Preis von rund 2.000 Euro. Aber wie bereits vorhin erwähnt: Wer entsprechende Kopfhörer besitzt und bei Musik nicht weniger als das bestmögliche Erlebnis erwartet, für den ist das eine logische Investition und kein verrückter Luxus.

Sony Signature Series Headphone Amplifier TA-ZH1ES (Herstellervideo)

Auch am Handy nützlich

Ein 3,5-mm-Klinkenausgang ist 2021 nur noch selten bei Smartphones anzutreffen – und wenn einer da ist, klingt er oft nicht überzeugend. Besser: Spezielle DACs, die am USB-C oder Lightning-Port (iPhones) angeschlossen werden und mit einem Kopfhörerausgang ausgestattet sind. Das sieht dann so aus (zu sehen ist der Creative SXFI Amp):

Creative SXFI Amp und Aurvana Trio In-Ear-Kopfhörer: Eine gute Kombination (Foto: GIGA)

Für knapp 15 Euro erhält man den Sharkoon Mobile DAC mit USB-C. Anspruchsvolle Musikhörer holen sich den Audioquest Dragonfly Black (ca. 100 Euro) und dazu einen USB-C zu USB 3.1 Adapter. Wer ein iPhone hat, braucht allerdings einen Apple Lightning auf USB Kamera Adapter für stattliche 35 Euro – sieht zusammen nicht toll aus, aber was tut man nicht alles für guten Sound?

Kopfhörerverstärker: Es geht manchmal auch ohne

Sind alle Klinkenbuchsen an Laptops schlecht? Nein, nicht alle. Laut einigen Berichten in Hifi-Foren ist man als Besitzer eines Macbook Pro Retina bereits mit einem überdurchschnittlich guten Kopfhörerausgang ausgestattet – hier macht ein externer Wandler erst für sehr kritische Hörer wirklich Sinn. Bei einem 2014er-Modell (13 Zoll) im Vergleich zur Native Instruments Traktor Audio 2 mk2 kann ich das persönlich bestätigen: Der integrierte Ausgang des Apple-Laptops ist klanglich praktisch auf Augenhöhe mit der externen Lösung. Wer sich bei professionellen Musikproduzenten umschaut, wird aber neben den dort beliebten Macbooks trotzdem oft ein externes Audio-Interface mit DAC und Kopfhörerverstärker vorfinden.