Mac unsicherer als Windows: Wach auf, Apple!

Sven Kaulfuss 8

Und … letzte Nacht gut geschlafen? Die Zeit des Erwachens bricht jetzt an, der Traum des sicheren Macs ist ausgeträumt. Mac-Nutzer wie meine Wenigkeit und auch Apple selbst können dies nicht mehr ignorieren. Sprechen wir mal drüber, in der aktuellen Ausgabe meiner Wochenend-Kolumne.

Mac unsicherer als Windows: Wach auf, Apple!
Bildquelle: Pixabay.

Wie sicher ist der Mac? Fragt man mich, lautet die Antwort bisher: Ziemlich sicher! Dies sehen auch die GIGA-Leser so. Eine überwiegende Anzahl der Teilnehmer unserer aktuellen Umfrage ist der Meinung, dass der Mac sehr beziehungsweise ziemlich sicher ist (zusammen über 80 Prozent). Die Skeptiker sind in der deutlichen Unterzahl. Entsprechend verwendet die Mehrzahl der Befragten auch keine weitere Schutzsoftware auf dem Mac. Auch ich zähle mich dazu und verlasse mich ausschließlich auf die Bordmittel von macOS – Antiviren-Programme finden sich bei mir nicht auf der Festplatte. Ärger mit Schadsoftware hatten bisher auch nur die wenigsten der Mac-Nutzer unter den GIGA-Lesern. Ein verschwindend geringer, einstelliger Prozentwert von „Infizierten“ scheint das Sicherheitsgefühl der Apple-Nutzer vorerst zu bestätigen.

Eigentlich ein „altes Thema“, schon 2012 war GIGA in Russland uns sprach mit den Virenexperten von Kaspersky:

GIGA in Russland - Interview: Anti-Viren-Software für den MAC.

Apples Mac: Ein leichtes Ziel für Hacker

Paradiesische Zustände, oder? Oder! Patrick Wardle, ehemaliger NSA-Hacker und geschätzter Sicherheitsexperte, rüttelt kräftig am Image des sichereren Macs. Auf der Def Con in Las Vegas ließ er letzte Woche den Traum zerplatzen und demonstrierte wissbegierigen Zuschauern wie simpel es sei, den Mac anzugreifen – einfach für jeden halbwegs talentierten Nutzer nachzuahmen. Der Mac ist verwundbarer als man glaubt, so gibt Wardle im Gespräch mit Spiegel Online zu Protokoll: „Ich wollte zeigen, dass es nicht allzu schwierig ist, was bedeutet, dass es wahrscheinlich häufiger passiert, als wir denken.“

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Etwas umstritten dürfte sicherlich sein, dass Wardle auf seiner Webseite auch gleich eine beeindruckende Sammlung von geeigneter Schadsoftware kostenfrei zum Download anbietet. Die sollte man sich natürlich nicht auf den eigenen Mac herunterladen, es sei denn, man ist ein böser Bube und hat ebensolche Absichten. Apropos, von den bösen Buben könnte es demnächst noch mehr geben. Bisher schützte uns Mac-Nutzer der geringe Marktanteil, doch ist der immer entscheidend? Wardle meint: „Wer nutzt Macs? In einem Unternehmen vielleicht die Führungsetage und die Entwicklungsabteilung – also diejenigen, die man als Angreifer ohnehin hacken will.“ Wichtiger ist also nicht mehr unbedingt die breite Streuung der Schadsoftware, sondern die „Schärfe“ der eigentlichen Ziele.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Weckruf an Apple und Mac-Nutzer

Es könnten ungemütliche Zeiten für Mac-Nutzer anbrechen. Auch ich muss wohl jetzt meine Scheuklappen absetzen und zukünftig der bisher ignorierten Gefahr offen gegenüberstehen. Man könnte ja mal einen Blick auf die ebenso kostenlosen Sicherheitstools von Mr. Wardle für den Mac werfen. Vor allem sollte aber auch Apple aufwachen und über die reale Gefahr im Interesse der Kunden besser aufklären und nachbessern.

Der Mac hat schon eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich:

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Von Mac OS X, über OS X hin zu macOS: Die ganze Geschichte des Mac-Systems in 15 Bildern.

Microsoft hatte diesbezüglich in den letzten Jahrzehnten als Marktführer eine steile Lernkurve meistern müssen. Es hat sich gelohnt, wie Wardle meint: „Traditionell war Windows leichter zu hacken. Aber heute ist Windows viel sicherer als macOS – auch wenn sich das Sicherheitsniveau in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich erhöht hat. Ein Windows-10-Gerät mit Defender ist eine wirklich harte Nuss für Hacker. Im Vergleich dazu ist macOS ein ziemlich leichtes Ziel.“ Dies gibt zu denken, auch mir. So wie es ausschaut hatten wir Mac-Nutzer wohl bisher vor allem richtig großes Schwein. Aber Glück ist nicht unbedingt die beste Sicherheitsmaßnahme im Kampf gegen Viren und Malware – meiner bescheidenen Meinung nach.

Schönen Sonntag noch und steckt euch bitte nicht an.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

Du besitzt einen Mac und/oder ein MacBook? Dann bist du quasi ein Langzeittester eines Apple-Produktes. Bevor im Herbst neue Geräte und ein neues Betriebssystem erscheinen, haben wir in dieser Umfrage ein paar Fragen zur Zuverlässigkeit an dich.

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