Square Enix will vom Kuchen des Loot-Shooter-Genres etwas abhaben und schickt Outriders ins Rennen. Wir durften es bereits anspielen. Das sind unsere Eindrücke von der Spielbarkeit und warum Outriders etwas Besonderes werden könnte.

 

Outriders

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Outriders

People Can Fly, der Entwickler hinter Bulletstorm, arbeitet am Loot-Shooter Outriders, und auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Destiny auf The Division trifft. Glücklicherweise handelt es sich beim Spiel jedoch mehr als nur um einen Klon von bekannten Marken.

Eure Klassen bestimmen das Gameplay

Wir konnten drei der vier Klassen ausprobieren: Pyromancer, Trickster und Devastator. Die vierte Klasse ist derzeit noch nicht bekannt. Jede Klasse kann insgesamt drei von acht Fähigkeiten ausrüsten. Viele Loot-Shooter setzen die Gewichtung zuerst auf eure Waffen, das ist bei Outriders anders.

Eure Fähigkeiten besitzen eine sehr kurze Abklingzeit und sind mit die coolsten Abilities, die ich bisher in allen Vertretern des Genres erlebt habe. Sie verleihen euch ein Machtgefühl und rücken die schnelle, aber nicht zwingend hektische Action des Spiels in den Vordergrund.

Ihr könnt Outriders auch als Deckungs-Shooter spielen, solltet ihr aber nicht, denn durch Cover kann sich nur das erste Drittel eurer Lebenspunkte regenerieren. Ihr heilt euch nämlich durch Kills, die je nach Klasse unterschiedlich ausfallen müssen (mehr Details dazu folgen weiter unten).

Durch die kurze Abklingzeit und den Heilungseffekt ist der Ansporn groß, dass ihr euch ins Gefecht stürzt und taktisch klug eure Abilities einsetzt. Zudem wirken all eure Fähigkeiten durch Deckungen hindurch und ihr könnt die Gegner konstant unter Druck setzen. Immer in Bewegung zu sein und eure Fähigkeiten sind die Schlüsselfaktoren, um die Gegner zu überwältigen.

Auch wenn die Klassen und deren Fähigkeiten im Vordergrund stehen, fühlen sich die Waffen nützlich an und geben euch ein gutes Treffer-Feedback. Eine Shotgun vermittelt euch mehr Wucht und Gewicht in den Händen und muss anders gehandhabt werden als beispielsweise eine Maschinenpistole.

Eine gute Synergie muss her

Je nach eurem Spielstil, solltet ihr eure Klasse bedacht wählen. Die Klassen und deren Fähigkeiten bestimmen maßgeblich eure Herangehensweise.

Der Trickster muss auf kurze Distanz eingesetzt werden, da all seine Fähigkeiten nur eine geringe Strecke überbrücken können. Gegner die ihr auf kurze Entfernung tötet heilen euch und bringen euch extra Schildpunkte.

Der Devastator kann auf kurze wie auch auf mittlere Distanz eingesetzt werden und dient als eine Art Tank. So kann er sich beispielsweise mit einem harten Gestein umhüllen, um mehr Schaden einzustecken. Allerdings glänzt der Devastator ebenfalls mehr Mitten im Gefecht. Er heilt sich durch Kills von Gegnern die zu nah an ihm dran stehen.

Der Pyromancer, wie der Name bereits vermuten lässt, benutzt Feuer für seine Fähigkeiten und ist besonders gut für mittlere Distanzen geeignet. Gegner die von eurem Feuer markiert und dann getötet werden, heilen euch.

Die vierte Klasse ist derzeit noch nicht bekannt. Aber ich vermute, dass es sich hierbei um eine Klasse handelt, die eher auf lange Distanzen setzt. Dies fehlt bislang noch.

Bei allen Klassen ist jedoch darauf zu achten, dass ihr eine bestimme Synergie zwischen euren Fähigkeiten und euren Skills im Talentbaum herstellt. So bringt beispielsweise ein erhöhter Shotgun-Schaden im Skill-Tree dem Pyromancer nur wenig, dem Trickster aber umso mehr.

Zudem kann eure Ausrüstung bestimme Fähigkeiten buffen. Zusammen mit der Skill-Synergie besteht ein großer Anreiz dafür, dass ihr die für euch „perfekte Klasse“ baut. Alle Klassen fühlen sich unterschiedlich, individuell und ausgeprägt an.

Dadurch, dass wirklich alle Fähigkeiten einen großen Nutzen haben, lädt Outriders ebenfalls zum Experimentieren ein. Insgesamt gesehen ist die Freiheit eurer Zusammenstellung der Klasse eine der größten Stärken von Outriders.

Aber was ist Outriders genau?

Diese Frage bereitet mir derzeit die größte Sorge. Leider konnte ich nur ein Level spielen und dort hieß es lediglich: Gehe zu Punkt A, besiege die Gegner, sammele etwas ein, gehe zu Punkt B, töte Gegner und so weiter. Ihr versteht das Muster.

Das Level ist linear und die einzige, optionale Abzweigung endet in einem Bunker, bei der Welle nach Welle besiegt werden muss, um das benötigte Sidequest-Item zu bekommen. Im Kontrast zum Kampf ist es ziemlich enttäuschend. Hoffentlich erscheinen bald mehr Informationen über die Spielwelt, die Charaktere und vor allem über die Handlung. Laut der Entwickler besitzen jedoch andere Level mehr Abzweigungen und bieten mehr Raum zu Erkundung.

Da Outriders kein Service-Game sein soll, stellen sich die Fragen, was es genau eigentlich will und vor allem, ob die Story und der Loot-Pool nach Vollendung der Kampagne an der Stange halten. Laut der Entwickler gibt es ein Endgame, leider haben sie dazu jedoch noch nichts verraten. Wie es also genau aussehen wird, bleibt also Spekulation.

Das Spielen mit Freunden sollte jedoch kein Problem darstellen. Glücklicherweise könnt ihr jedem eurer Freunde joinen, um an den Missionen teilzunehmen. Das Spiel registriert euren Fortschritt auch, selbst wenn ihr nicht der Host seid. Das World-Tier, also der Schwierigkeitsgrad wird dabei immer vom Host festgelegt.

Outriders (PS4)

Outriders (PS4)

Es bleibt festzuhalten, dass ich anfangs eher skeptisch an Outriders rangegangen bin. Das Gameplay mit der übertriebenen, aber gewollten Gewaltdarstellung ist energiegeladen und macht vor allem Spaß. So viel Spaß, dass es jetzt auf jeden Fall positiv auf meinem Radar auftaucht.

Outriders hat noch kein festes Release-Datum. Bisher ist geplant, dass das Spiel Ende 2020 erscheinen soll.

Olaf Fries
Olaf Fries, GIGA-Experte für Sport. Was macht der eigentlich hier? ¯\_(ツ)_/¯

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