Mit dem Realme Pad Mini wird in Deutschland ein Android-Tablet angeboten, das sich in erster Linie durch ein hochwertiges Gehäuse, die kompakte Bauweise und den günstigen Preis in den Fokus setzt. Doch kann das kleine LTE-Tablet im Alltag wirklich überzeugen? Genau das habe ich ausprobiert. Nachfolgend habe ich einige Punkte zusammengefasst, die mir während der letzten Tage aufgefallen sind.

 

Realme Pad Mini: 8,7-Zoll-Tablet für 180 Euro

Das Realme Pad Mini tritt sehr hochwertig auf. (Bildquelle: GIGA)

Das Realme Pad Mini ist ein kleines Android-Tablet, welches sich gegen Geräte wie das Samsung Galaxy Tab A7 Lite behaupten möchte. Die Auswahl an solchen Geräten war zuletzt sehr gering, doch seitdem Apple das iPad mini wieder in den Fokus gerückt hat, kommen auch wieder mehr Android-Tablets in dem Größenbereich auf den Markt. Eins davon ist das Realme Pad Mini, das in drei Konfigurationen verkauft wird:

Mir wurde das Topmodell mit LTE zur Verfügung gestellt, sodass ich mir beim internen Speicher keine zu großen Sorgen machen muss. 32 GB sind beim Einsteigermodell heutzutage schon sehr wenig, sodass ich euch zum größeren Modell raten würde. Der Aufpreis ist ja minimal. Optional kann man den Speicher aber per microSD-Karte aufrüsten. Es lassen sich bei der LTE-Version zudem zwei Nano-SIM-Karten einlegen.

Erster Eindruck ist überraschend gut

Realme Pad Mini: Kleines Android-Tablet im Detail vorgestellt

Schon als ich das Realme Pad Mini ausgepackt habe, war der erste Eindruck sehr gut. Das kleine Tablet sieht gut aus, fühlt sich hochwertig an und ist nicht schwer. Auf den ersten Blick erinnert die Optik an ein riesiges iPhone oder sehr kleines iPad Pro. Die Rückseite des Tablets ist aus Metall gefertigt. Nur an den Seiten gibt es Abdeckungen aus Kunststoff, die man an den Farbabweichungen erkennt.

Auch die Verarbeitungsqualität stimmt. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und nicht zu groß. Die Proportionen des Tablets stimmen. Nur der USB-C-Anschluss und die Klinkenbuchse sitzen nicht mittig. Sie orientieren sich mehr in Richtung Rückseite. Mir fallen solche Details schnell auf, da ich Symmetrie bevorzuge, doch das ist nur eine Kleinigkeit.

Die Kamera auf der Rückseite steht etwas hervor. Die Fotos sowohl mit der Hauptkamera als auch Frontkamera sind okay. Tablet-typisch würde ich sagen. Man sollte hier nicht zu viel erwarten. Für Schnappschüsse und Videotelefonie reichen die Kameras aus.

Display könnte besser sein

Die Helligkeit nimmt sichtbar ab, wenn man das Realme Pad Mini von der Seite betrachtet. (Bildquelle: GIGA)

Wer sich ein günstiges Android-Tablet kauft, muss natürlich gewisse Abstriche machen. Das merkt man beim Realme Pad Mini am Display. Es kommt ein LC-Display mit einer geringen Auflösung von 1.340 x 800 Pixeln zum Einsatz. Und das sieht man auch. Bei 8,7 Zoll kann man die Pixel erkennen, sodass auch Ränder von App-Symbolen nicht ganz sauber wirken.

Die Blickwinkel des Displays vom Realme Pad Mini sind relativ stabil, die Helligkeit variiert aber stark. Schaut man etwas von der Seite auf den Bildschirm, dann wird die Helligkeit viel geringer, obwohl sie noch auf voller Stufe gestellt ist. Es wirkt wie ein Grauschleier, der sich über den Bildschirm legt. Nur wenn man das Android-Tablet frontal anschaut, bekommt man die maximale Helligkeit zu sehen.

Das wirkt komisch und stört auch etwas. Besonders dann, wenn man beispielsweise in der Küche beim Kochen nicht genau den richtigen Winkel trifft, das Tablet neben der Tastatur liegt und man dort etwas lesen möchte oder im Bett ein Video schaut, ohne das Tablet immer in der Hand halten zu wollen.

Das Display des Realme Pad Mini lässt sich gerade so im Freien ablesen, wenn die Sonne scheint. (Bildquelle: GIGA)

Im Garten ist mir aufgefallen, dass der WLAN-Empfang etwas schwächelt. Da, wo mein Pixel 6 Pro noch vollen Empfang hat, brach die Verbindung mit dem Tablet im Minutentakt ab. Mit anderen Tablets habe ich an der Stelle sonst keine Probleme. In der Wohnung hatte ich hingegen keine Verbindungsabbrüche.

Leistung stimmt trotz unbekannten Prozessors

Die Performance des Realme Pad Mini hat auch im Multitasking überzeugt. (Bildquelle: GIGA)

Im Realme Pad Mini arbeitet ein UNISOC T616. Es handelt sich um einen Acht-Kern-Prozessor, der in diesem Android-Tablet eine solide Leistung entfaltet. Gut, er hat mit der geringen Auflösung aber auch keine große Herausforderung, sodass man eine gute Performance erreichen kann. Ich bin tatsächlich positiv überrascht. Kenne ich doch die nervigen Ruckler günstiger Samsung-Tablets, wovon ich selbst eins besitze. Hier läuft alles im Großen und Ganzen sauber. Apps werden schnell geladen, man kann zwischen den Apps zügig wechseln und es laufen auch Spiele gut.

Selbst das Multitasking mit zwei Apps gleichzeitig macht keine Probleme. Ich habe oft Chrome und YouTube gleichzeitig laufen. Auch hier gibt es keine Probleme bei der Wiedergabe und dem gleichzeitigen Surfen im Netz. Klar sieht man hier und da eine kleine Verzögerung, aber das trifft ab und zu auch auf teurere Tablets zu.

Ich denke, dass sich das Realme-Tablet schneller anfühlen würde, wenn das Display besser wäre. Man merkt schon, dass der Inhalt nicht hinterherkommt. Aber nicht, weil die Leistung nicht passt, sondern weil das Display einfach sehr träge ist. Schade eigentlich. Ein besseres Display hätte dem Gerät so viel besser gestanden.

Software ist sauber, aber nicht aktuell

Auf dem Realme Pad Mini läuft noch Android 11. (Bildquelle: GIGA)

Realme installiert eine eigene „Realme UI for Pad“ vor, doch wirklich viele Anpassungen wurden nicht vorgenommen, die das Betriebssystem von purem Android unterscheiden. Multitasking ist drin und funktioniert gut. Realme hat auch den Kids Space von Google vorinstalliert. Man könnte das Android-Tablet also auch kindersicher machen. Es ist keine Bloatware vorinstalliert, was mich sehr überrascht hat. Nicht einmal eine unnötige App konnte ich finden. Es gibt auch keine doppelten Apps, die Google sonst zu bieten hat. Nur Facebook ist zusätzlich noch drauf.

Schade ist nur, dass das Betriebssystem veraltet ist. Bald kommt Android 13 und Android 12 ist der aktuelle Standard. Das Realme Pad Mini läuft mit Android 11 und das Sicherheitslevel ist vom Januar 2022. In Zeiten, wo Samsung jedem aktuellen Gerät monatliche Updates spendiert, funktioniert das einfach nicht mehr. Hier muss sich Realme viel mehr anstrengen, um aktueller zu werden.

Akkulaufzeit kann sich sehen lassen

Das Realme Pad Mini kann mit dem mitgelieferten Netzteil schnell aufgeladen werden. (Bildquelle: GIGA)

Im Realme Pad Mini ist ein 6.400-mAh-Akku verbaut. Die Akkulaufzeit geht absolut in Ordnung. Ich hab das Tablet immer wieder zwischendurch genutzt, hab beim Kochen YouTube oder Twitch geschaut, Musik gehört oder über Sky eine Serie. Ich kam so auf eine Laufzeit von locker zwei bis drei Tagen normaler Nutzung von 2-3 Stunden täglich. Positiv aufgefallen ist der geringe Verbrauch im Ruhezustand. Lasst ihr das Tablet also einige Zeit ungenutzt liegen, ist der Akku nicht direkt leer. Das Problem hab ich oft bei Samsung-Geräten.

Fazit zum Realme Pad Mini

Zum Preis von 179 Euro ist das Realme Pad Mini ein durchaus interessantes Android-Tablet. (Bildquelle: GIGA)

Das Realme Pad Mini hat mit dem hochwertigen Gehäuse, schönen Design, der guten Leistung und Akkulaufzeit überzeugt. Das schwache Display zieht das Tablet runter, dabei ist es eines der wichtigsten Bauteile in einem Tablet. Die veraltete Software ist natürlich auch nicht schön und wie die Update-Politik aussieht, wird man sehen müssen. Durch den unbekannten Prozessor könnte es da zu Verzögerungen kommen. Grundsätzlich bin ich aber positiv überrascht und wer ein kleines Tablet sucht, bekommt hier in jedem Fall einiges für sein Geld geliefert.