Könnten Wasserstoffautos nach batteriebetriebenen E-Autos der nächste Schritt in Sachen Mobilität sein? Bisher hat sich die Technologie noch nicht durchgesetzt, dabei hat Christian Friedrich Schönbein schon 1838 die erste Brennstoffzelle entwickelt. Was ihr zum Thema wissen solltet, verraten wir euch in diesem Artikel.

 
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Wasserstoffautos: So funktionieren sie

Die Idee hinter einer Brennstoffzelle ist eine Umkehrung der Elektrolyse. Anstatt verschiedene Stoffe mithilfe von Strom herzustellen, wird in diesem chemischen Prozess – meist aus der Reaktion zwischen Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) aus der Umgebung – Strom erzeugt. Die so gewonnene elektrische Energie betreibt einen Elektromotor. Dabei offenbart sich der Unterschied zum batteriebetriebenen E-Auto, denn bei Brennstoffzellenfahrzeugen wird keine Energie gespeichert, sondern lediglich umgewandelt.

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Vorteile dieses Antriebs sind die große Reichweite, das schnelle Betanken und die unter optimalen Umständen sehr hohe Umweltfreundlichkeit. Auch die Eigenschaften von Wasserstoff als Energieträger sind ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal: Der Brennwert ist verglichen mit fossilen Brennstoffen sehr hoch, H2 kann sehr lange gelagert werden und unser Vorrat an Wasserstoff ist prinzipiell unbegrenzt.

Auch E-Autos mit Brennstoffzellenantrieb eignen sich für das E-Kennzeichen:

Wasserstoff-Brennstoffzelle: Schlechte Energiebilanz

So gut wie sich die Vorteile dieses Antriebs anhören, so enttäuschend ist die tatsächliche Energiebilanz der Wasserstoff-Brennstoffzelle: Nur 25 Prozent der Energie fließt in den Motor, der Rest verliert sich bei Lagerung, Transport und weiteren Prozessen.

In der Brennstoffzelle reagieren zumeist ausschließlich Wasserstoff und Sauerstoff, damit sind die einzigen Erzeugnisse Elektrizität, Wärme und Wasser. Bis auf etwas Wasserdampf ist ein mit Wasserstoff betriebenes Auto also lokal emissionsfrei. Voraussetzung für ein vollkommen umweltschonendes Fahren ist, dass auch der verwendete Wasserstoff aus erneuerbaren Energien stammt. Dieser ist allerdings auch im Jahr 2022 noch selten.

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Wasserstoffauto kaufen: Welche Modelle gibt es?

Die kurze Antwort lautet: Es gibt kein großes Angebot an E-Autos mit Brennstoffzellen-Wasserstoffantrieb. Nur an 96 von insgesamt rund 14.500 Tankstellen (Quelle: h2.live) lässt sich in Deutschland überhaupt Wasserstoff tanken. Daher sträuben sich Hersteller, verstärkt auf diese Technologie zu setzen. Bisher haben viele Marken mit Wasserstoff-Brennstoffzellen experimentiert, serienmäßig haben allerdings nur wenige Fahrzeuge produziert: Toyota den „Mirai“, Hyundai den „Nexo“ und Honda den „Clarity“. Letzterer ist in Europa nicht erhältlich. 2022 wollen Renault sowie Opel mit dem „Vivaro-e Hydrogen“ ebenfalls brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge auf den Markt bringen.

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