Kritik am Apple HomePod: Den besten Klang soll ein anderer Lautsprecher haben

Stefan Bubeck 4

Die angesehene US-Institution Consumer Reports gibt dem HomePod in der Smartspeaker-Klangprüfung nicht die Siegerkrone – ist das die Höchststrafe für Apple? Ein anderer Tester meint hingegen, der kleine HomePod spiele auf 1.000-Dollar-Niveau.

Kritik am Apple HomePod: Den besten Klang soll ein anderer Lautsprecher haben
Bildquelle: GIGA/Holger Eilhard.

Wenn die größte Verbraucherorganisation der Welt ein neues Produkt unter die Lupe nimmt, dann halten die Hersteller den Atem an. Niemand kann es sich leisten, ein Urteil von Consumer Reports zu ignorieren – auch Apple nicht. Das große Vertrauen der Konsumenten in die Test-Institution könnte letztlich Auswirkungen auf die Verkaufszahlen haben, hauptsächlich in den USA. Vergleichbar ist das mit der hierzulande wichtigen Stiftung Warentest.

Da Apple im Vorfeld angekündigt hatte, mit dem 350-US-Dollar-Lautsprecher HomePod seine Konkurrenten klanglich zu übertrumpfen, war die Spannung groß. Consumer Reports hat nun erste Ergebnisse veröffentlicht, die etwas enttäuschend für Apple sein dürften: „Unsere Tester stellten fest, dass der Lautsprecher von Apple eine sehr gute Audio-Performance liefert. Er ist allerdings nicht der am besten klingende kabellose Lautsprecher in unseren Bewertungen und auch nicht der am besten klingende smarte Lautsprecher.“

HomePod im Klangcheck: Schlechter als Google und Sonos?

Der Bass des HomePods sei „leicht überbetont“, die Mitten irgendwie „verschwommen“, die Höhen zu schwach. Immerhin spiele der HomePod sehr laut auf, aber insgesamt könne er klanglich nicht mit den Konkurrenten Sonos One und Google Home Max mithalten, dafür klinge er etwas zu „matschig“. Als wäre es ein Trost: Keiner der drei Smartspeaker könne mit dem 350-Dollar-Bluetooth-Regallautsprecher mithalten. Noch ist das Urteil von Consumer Reports nicht endgültig, ausführliche Ergebnisse seien in den kommenden Wochen zu erwarten – dann fließen auch Aspekte wie die Bedienbarkeit mit ein.

Sollte Consumer Reports recht haben und liegt die restliche Fachpresse mit ihrem Lob für den Klang des HomePods total daneben? Einige Kommentatoren versuchen bereits, das enttäuschende Urteil mit Unzulänglichkeiten im Testaufbau zu erklären: Der Test-Raum von Consumer Reports sei nämlich mit schalldämmenden Elementen ausgestattet. Der adaptive Klang des HomePods benötige aber reflektierende Wände, um sein volles Potenzial zu entfalten. „Für das Wohnzimmer entwickelt, aber im Labor getestet“, ärgert sich RusticMachine auf Reddit.

Audiophiler Experte über den HomePod: „Besser als mein 1.000-Dollar-Lautsprecher“

Abseits der Niederlage bei Consumer Reports darf sich Apple jedoch über begeistertes Lob freuen. In einem sehr ausführlichen Review kommt der audiophile Redditor WinterCharm zum Schluss: „Ich bin sprachlos. Der HomePod klingt besser als der . Der HomePod ist zu 100 Prozent ein Lautsprecher mit audiophilen Qualitäten.“ Der Frequenzgang sei „fast perfekt glatt“ – ein wichtiges Merkmal dafür, dass er Musik unverfälscht wiedergebe. Der HomePod passe zudem die Wiedergabe in Form der gehörrichtigen Lautstärke an, was der KEF X300A nicht tue.

Von WinterCharms Lobeshymne hat offenbar auch Apple Marketing-Chef Phil Schiller erfahren, der den Testbericht auf Twitter geteilt hat. Zu Schillers Followern gehören unter anderem Barack Obama, Walt Mossberg und … die Marke Sonos. Letztere sticheln aktuell mit dem Werbeslogan „Two is better than one“ und spielen so auf die (noch) fehlende Multiroom-Unterstützung beim HomePod an.

Quelle: Consumer Reports

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