Mimi Music im Kurztest: Diese App verbessert Klang basierend auf einem Hörtest

Stefan Bubeck 4

Hörverlust kommt schleichend, bereits im Erwachsenenalter werden hohe Frequenzen schwächer wahrgenommen. Die App Mimi Music gleicht das aus und optimiert die Musik, die der Benutzer auf seinem Mobilgerät abspielt – individuell angepasst an das Alter und die Hörfähigkeit. Der Effekt ist beeindruckend und nun können auch Android-Nutzer davon profitieren.

Mimi Music im Kurztest: Diese App verbessert Klang basierend auf einem Hörtest
Bildquelle: Mimi Hearing Technologies.

Die Hörschwelle steigt mit der Zeit an. Das bedeutet, dass die für das Hören bestimmter Töne benötigte Lautstärke mit den Jahren immer höher liegt. Davon betroffen sind wir alle – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und aufgrund der langsamen Geschwindigkeit der Entwicklung meist unbemerkt. Wo Kinder problemlos Pieptöne jenseits der 16.000 Hertz hören können, bekommen die Eltern bereits häufig nichts mehr davon mit. Wer sich des öfteren in lauten Umgebungen aufhält (Clubs und Konzerte), hat es aber vielleicht schon als junger Mensch bemerkt: Vor allem hohe Frequenzen werden schlechter wahrgenommen, bei Gesprächen strengt das Zuhören an.

Ob man sich um das eigene Hörvermögen Sorgen machen muss, das entscheidet am besten ein Facharzt. Die hier vorgestellte App ist in diesem Sinne keine Hörhilfe, sondern ein Tool, das den Musikgenuss verbessern soll, indem es die wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt.

Mimi macht einen Hörtest und bringt „verlorene Frequenzen“ wieder zurück

Die Funktionsweise von Mimi Music ähnelt im Prinzip der eines Equalizers, durch den die abgespielte Musik einer anderen App (Musikplayer, Spotify, Soundcloud etc.) durchgeschleust wird und optimiert an den Sound-Ausgang (Kopfhörer) geht. Wir haben Mimi Music (iOS-Version) für euch ausprobiert.

Im ersten Schritt haben wir die App „Mimi Test“ genutzt, um ein Hörprofil zu erstellen. Dies dauert nur wenige Minuten, zumindest wenn man den kostenlosen „Schnelltest“ auswählt. Dabei spielte die App einige Töne in unterschiedlichen Lautstärken ab und der Benutzer muss auf dem Touchscreen ein Feedback geben, auf welchem Ohr er die Signale wahrnimmt.

Wer etwas mehr Zeit investieren möchte, kann auch den deutlich umfangreicheren „Volltest“ machen, der allerdings kostenpflichtig ist (9,99 Euro In-App-Kauf). Der Schnelltest verrät uns das „Höralter“ als Bereich (z.B. 27-37 Jahre), der Volltest ist da präziser und nennt eine konkrete Zahl („Dein Höralter beträgt 22 Jahre“). Den Autor hat’s gefreut, so attestierte die App das Hörvermögen eines 25-jährigen, obwohl das wirkliche Alter deutlich darüber liegt.

Download für iOS:

Mimi Hörtest
Preis: Kostenlos

Mimi Music
Preis: Kostenlos

Download für Android:

Mimi Music - Klarer Sound
Entwickler:
Preis: Kostenlos

Mimi Music: Als würde man sich näher an das Instrument setzen

Das Ergebnis lässt sich in einem persönlichen Profil speichern, auf das dann auch die App Mimi Music Zugriff hat. Darauf basierend kann der Klang abgespielter Musik individuell verbessert werden, indem die „Schwachpunkte“ im Hörprofil ausgeglichen werden. Mimi Music agiert also wie ein persönlicher Assistent, der am Mischpult die Regler in Echtzeit verschiebt, sodass der Hörer das bestmögliche Ergebnis präsentiert bekommt.

Egal ob Schnelltest oder Volltest – es ist erstaunlich, wie gut die Klangverbesserung nach dem Anlegen des persönlichen Profils ihren Dienst tut. Im Gegensatz zu so mancher Equalizervoreinstellung wie sie gängige Player bieten („Rock“, „Dance“, „Mehr Bass“ etc.) klingt hier nichts aufgesetzt, sondern absolut natürlich. Der Grad der Klangoptimierung lässt sich stufenlos per Schieberegler einstellen. Am besten gefiel uns die mittlere Position, da war der Zugewinn an Details und Transparenz hervorragend dosiert. Auf maximaler Stufe wurde es dann aber doch ein wenig zu viel des Guten, der aufgetragene Glanz fing an, übertrieben zu strahlen.

Mimi Music: Johann Sebastian Bach.

Der durch Mimi Music verbesserte Sound lässt sich nur schwer beschreiben, denn schließlich könnte er bei jedem Hörer etwas anders ausfallen. Gehen wir aber von einem typischen Fall aus – nämlich, dass man mit 30 Jahren einfach schlechter hohe Frequenzen wahrnimmt, als mit 15 Jahren. Dann bringt Mimi Music diese Höhen wieder zurück, ohne den Klang eines Songs insgesamt ins Schrille zu verschieben oder zu verzerren. Vielmehr klingen etwa Becken und Hi-Hats auf angenehme Weise klarer und präsenter, als würde man ein Stückchen näher ans Instrument rücken, sich einen besseren Sitzplatz im Publikum suchen. Das klappt mit jeder Musikrichtung und stellt vor allem bei akustischer Musik und Live-Aufnahmen einen echten Zugewinn dar.

Unser Fazit: Unbedingt ausprobieren, es lohnt sich.

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