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PC-Netzteil-Guide: Wie viel Watt (Rechner)? Was bedeutet 80 Plus, modular & ATX?

© IMAGO / Pond5 Images
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Wer sich seinen PC selbst zusammenbaut, kann viel Geld sparen. Beim ersten selbst zusammengestellten Rechner machen viele einen fatalen Fehler: Sie versuchen beim PC-Netzteil zu sparen. Was ihr beim Netzteil-Kauf beachten müsst und welches für euren Rechner überhaupt das passende ist, zeigen wir euch hier.

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Erster Fehler: Sparen & Maximalprinzip

Wenn man sich das erste Mal mit dem Zusammenbauen eines Rechners beschäftigt, lernt man sehr viele Dinge. Oft wälzt man stundenlang Seiten, vergleicht Benchmarks und versucht herauszufinden, welcher Prozessor und welche Grafikkarte ins Budget passt und wie viel RAM man für seine Zwecke benötigt.

Beim Netzteil oder auch PSU (Power Supply Unit) hört die Recherche aber oft auf: „Was soll man da auch falsch machen?“ – und dann wird einfach ein günstiges mit einer möglichst großen Zahl vor dem „Watt“ gekauft. Dass diese Entscheidung aber schlimme Folgen haben kann, merkt man meist erst, wenn es schon zu spät ist. Billige PSUs von No-Name-Herstellern verfügen meist nicht über Schutzschaltungen und wenn das Netzteil aufgrund der minderwertigen Bauteile abraucht, nimmt es im schlimmsten Fall gleich den ganzen Rechner mit. Deswegen ist das erste Gebot beim Netzteil-Kauf: Dies ist nicht die Stelle, an der man sparen sollte!

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Bauform: ATX, SFX, Mini-ITX, TFX?

Bevor ihr euch mit der Leistung, Wirkungsgrad und Co. beschäftigt, muss erst einmal folgende Frage beantwortet werden: Welche Netzteil-Bauform passt eigentlich in mein PC-Gehäuse? Bei den meisten gewöhnlichen Desktop-Towern ist hier die Antwort ATX. Wenn ihr aber ein kleineres PC-Gehäuse nutzen wollt oder euch einen HTPC (Home Theater PC) zusammenstellt, kriegt man gerne auch mal nur ein PSU im SFX-, Mini-ITX- oder TFX-Format unter.

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Als allererstes solltet ihr euch deswegen anschauen, welche Bauform in euer vorhandenes oder gewünschtes Gehäuse passt. Da ATX-Netzteile der verbreitete Standard sind, sind sie Preis-Leistungs-technisch den anderen voraus. Ihr könnt euch natürlich auch einfach eine PSU im ATX-Formfaktor raussuchen und euch später ein passendes Gehäuse auswählen, jedoch werdet ihr dann Einschränkungen machen müssen, wenn ihr ein besonders platzsparendes Gehäuse haben wollt.

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Wie viel Watt brauche ich?

Als nächstes sollte man klären, wie viel Watt das Netzteil haben sollte. Entgegen der häufig vertretenen Meinung vieler Gamer braucht ihr nämlich kein 1200-Watt-PSU, nur weil eine moderne Grafikkarte in eurem Rechner steckt. Im Gegenteil werden aktuell sogar einige Komponenten im PC energieeffizienter. Dadurch kann auch eine PSU mit weit weniger Leistung den Gaming-PC selbst unter Hochlast stabil versorgen.

Eine gute Möglichkeit, um zu errechnen, was euer PC an Stromleistung benötigt, sind die verschiedenen Netzteil-Rechner von beispielsweise be quiet! oder MSI. Hier gebt ihr einfach die Spezifikationen eures PCs ein und erhaltet die ungefähre Stromleistung unter Last. Ein Netzteil, welches etwas über dem errechneten Wert liegt, sollte ausreichen, um euren Rechner beim Spielen problemlos zu unterstützen.

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bequiet Netzteil-Kalkulator
Ein voll ausgestatteter Rechner mit Ryzen 9, RTX 4090, 2 M.2-SSDs braucht unter Last 689 Watt. Minimal wäre somit ein 850 Watt-Netzteil empfohlen. (Bildquelle: Screenshot be quit!)

Allgemein ist es ratsam, ein Netzteil einzubauen, welches unter der Maximallast noch etwas Luft nach oben hat. Mit einem PSU, welches circa 25 Prozent mehr leistet, als ihr maximal benötigt, seid ihr auf der sicheren Seite. Da Netzteile und vor allem deren Kondensatoren altern, verlieren sie an Leistung. Die Lebensdauer kann dazu durch Wärme und Last verkürzt werden. Wenn ihr also ein Netzteil kauft, welches gerade so euren Rechner unter Volllast versorgen kann, kann es nach wenigen Monaten bereits zu Abstürzen in Spielen kommen, da das Netzteil nicht mehr die erforderliche Leistung erbringen kann. Wer seinen Rechner später noch weiter ausbauen, besonders viel Peripherie und externe Geräte anschließen möchte oder den PC übertakten will, kann nochmal 50 Watt oben drauf rechnen.

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Wirkungsgrad (80-PLUS-Zertifikat) & Schutzfunktionen

Doch nur weil ihr nun wisst, wie viel Watt ihr braucht, um euren Rechner effizient zu unterstützen, ist immer noch nicht die Frage geklärt, welches Netzteil ihr kaufen solltet. Ein weiterer Punkt, um herauszufinden, ob eine PSU qualitativ hochwertig ist, ist der Wirkungsgrad. Dank „80 Plus“, einer nordamerikanischen Initiative zur Förderung von PC-Netzteilen, könnt ihr bereits am Siegel erkennen, ob das jeweilige Netzteil einen guten Wirkungsgrad hat.

Das „80 Plus“-Zetifikat wird nur Netzteilen verliehen, die bei den Lastpunkten 20, 50 und 100 Prozent jeweils einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreichen. Für einen noch höheren Wirkungsgrad werden dann die Siegel Bronze, Silver, Gold, Platinum und Titanium vergeben.

Wirkungsgrad bei 230 Vbei 20 % Lastbei 50 % Lastbei 100 % Last
Standard82 %85 %82 %
Bronze85 %88 %85 %
Silver / Silber87 %90 %87 %
Gold90 %92 %89 %
Platinum / Platin92 %94 %90 %
Titanium / Titan94 %96 %94 %
80 Plus Bronze Silver Gold Platinum Titanium Zertifikate
Bildquelle: CLEAResult

Darüber hinaus solltet ihr beim Kauf immer auch die Details lesen und nach den verschiedenen Schutzfunktionen Ausschau halten. Günstige Netzteile bieten oft keinen Schutz vor Spannungsspitzen, Kurzschlüssen oder teilweise sogar nicht vorm Überhitzen – was eurem Rechner das Leben kosten könnte. Hier findet ihr einige nützliche Schutzfunktionen und ihre Abkürzung:

  • Schutz vor Stromspitzen (OCP)
  • Überlastschutz (OLP/OPP)
  • Überhitzungsschutz (OTP)
  • Überspannungsschutz (OVP)
  • Kurzschlussschutz (SCP)
  • Schutz vor Stromstößen (SIP)
  • Unterspannungsschutz (UVP)

Vorteile eines modularen Netzteils

Ein weiterer Entscheidungsfaktor für oder gegen ein Netzteil kann das Kabel-Management sein. Ein Rechner mit gut verstauten Kabeln lässt die Lüfter effektiver arbeiten, was im Idealfall einen kühleren PC bedeuten sollte.

Netzteil Rechner Seasonic X-Series
Bei einem modularen Netzteil muss kein ungenutzter Kabelsalat mehr im Gehäuse versteckt werden. (Bildquelle: Seasonic)

Bei einem modularen Netzteil habt ihr nicht mehr den gewohnten Kabelstrang, der aus der PSU ragt, sondern müsst an die Steckverbindungen nur die Kabel anschließen, die ihr benötigt. Dadurch hängen oder liegen keine ungenutzten Kabel in eurem Gehäuse herum, die möglicherweise auch die Kühlleistung beeinträchtigen.

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