Nintendo wird vom deutschen Verbraucherschutz verklagt

Marvin Fuhrmann 3

Nachdem bereits Norwegen gegen Nintendo ermittelte, klagt jetzt auch die deutsche Verbraucherzentrale gegen das fehlende Widerrufsrecht im Nintendo eShop. Hat die Klage Erfolg, könnte das EU-weite Auswirkungen haben.

Update vom 18. Dezember 2018, 13:08 Uhr:

Inzwischen haben die deutschen Behörden auf die Anfrage des norwegischen Verbraucherschutz reagiert, berichtet die norwegische Seite PressFire. Seit August bearbeitet der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentrale VZBV den Fall. In einer Mail, die PressFire wohl vorliegt, bedankt sich die deutsche Verbraucherzentrale bei den norwegischen Kollegen für den Hinweis und teilt mit, dass rechtliche Schritte gegen Nintendo eingeleitet wurden.

Die Anwälte der deutschen Verbraucherzentrale arbeiten aktuell wohl noch an einer gerichtlichen Anordnung, anschließend soll der Fall vor dem Landesgericht Berlin verhandelt werden. PressFire schreibt, dass dies schon in drei bis vier Wochen geschehen kann, ein Ergebnis ist aber erst in einem Jahr zu erwarten.

Sollte das Berliner Gericht zu dem Schluss kommen, dass die Praxis von Nintendo gesetzeswidrig ist, könnte das Auswirkungen auf die ganze EU haben. Sollte sich das Landesgericht nämlich mit einer Bitte um eine offizielle Auslegung des betreffenden Gesetzes an die Europäische Kommission wenden, wird deren neue Auslegung auf alle EU- und EWR-Länder übertragen.

Nintendo selbst sieht laut PressFire keinen Fehler am eigenen System. Rechtberater Thomas Iversen erklärt, Nintendo sei der Meinung, dass die erworbene Leistung mit dem Download beginnt und nicht erst dann, kann das Spiel abgespielt werden. Somit ist es zumindest aus ihrer Sicht gerechtfertigt, das Widerrufsrecht sofort erlöschen zu lassen. Ob sie damit recht behalten oder ob sie das eigene Rückgaberecht für Europa anpassen müssen, wird sich zeigen.

Update vom 10. Juli 2018, 12:50 Uhr:

Könnte Nintendo bald vor Gericht kommen?

Inzwischen wurden die Klagen gegen Valve, Sony und EA fallen gelassen. Was Nintendo angeht, so scheint der Kampf aber noch nicht vorüber zu sein, wie nintendo-online berichtet. Nach wie vor kritisiert der NCC im konkreten Fall des Nintendo eShops die Tatsache, dass der Verbraucher keinerlei Möglichkeit hat, getätigte Vorbestellungen vor der Veröffentlichung zu stornieren. Dadurch wendet sich Norwegen aktuell auch an die deutschen Behörden, da Nintendo of Europe hier seinen Sitz hat.

Als Argument führt der NCC an, dass diese Praktik gegen das EU-Verbraucherrecht verstoße und daher fordern sie ein Vollstreckungsersuchen, durch das entsprechend gegen die Nintendo of Europe GmbH vorgegangen werden soll. Bleibt also abzuwarten, ob Deutschland ähnliche Ansichten vertritt und dagegen vorgeht. Sollte dies jedoch der Fall sein, könnte es durchaus sein, dass Nintendo sich vor dem europäischen Gericht behaupten muss.

Originalmeldung vom 29. April 2018:

Der Norwegian Consumer Council ist eine norwegische Behörde, die sich dem Schutz der Kunden gegen große Organisationen verschrieben hat. Sie unterstützen kundenfreundliche Entwicklungen und versuchen Zeichen zu setzen, um dem Kunden mehr Rechte einzuräumen beziehungsweise diese besser darzustellen, bevor er einen Kauf tätigt. Dies passiert nun auch im Zusammenhang mit Sony, Valve, Electronic Arts und Nintendo. Denn der NCC hat eine Beschwerde gegen die Gaming-Riesen eingelegt.

Im Mai gibt’s diese tollen Games im PSN dank PS Plus:

PlayStation Plus - Mai 2018.

Darin geht es um die digitalen Plattformen PSN, Steam, EA Origin und den Nintendo eShop. Die NCC merkt an, dass die Kunden hier nicht hinreichend darüber informiert werden, dass sie nicht die üblichen 14 Tage Rückgaberecht bekommen, wenn sie sich ein Spiel oder einen anderen Artikel kaufen. Dies müsste von den Konzernen geändert werden. Eine Gegenmaßnahme wäre beispielsweise, eine Box, die der Kunde vor dem Abschluss des Kaufes anklicken müsste, um sein Einverständnis zu geben.

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Die besten Nickname-Generatoren für Steam, PSN und Co.

Steam hat da schon einen kleinen Vorteil. Denn hier haben die Kunden immerhin zwei Stunden Spielzeit, in denen sie das Game wieder zurückgeben können. Dies sei laut der NCC aber nicht ausreichend für jeden Kunden ersichtlich. Klarere Regelungen, die schnell einsehbar sind und für jeden verständlich formuliert wurden. Werden wir so etwas bald vor jedem Kauf sehen?

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