Mac: Versteckte Dateien anzeigen - so gehts

Martin Maciej 3

Auf dem Mac werden von Haus aus einige Dateien und Ordner ausgeblendet. In wenigen Schritten kann man diese versteckten Dateien jedoch auch am Mac und MacBook anzeigen lassen.

Apple versteckt besonders Systemdateien, um Probleme zu vermeiden. Wird eine dieser Dateien bearbeitet oder sogar gelöscht, kann dies zu Problemen bei der Arbeit am Mac führen. Ihr solltet die Dateien daher nur anzeigen lassen, wenn ihr wisst, was ihr tut.

Mac: Versteckte Dateien anzeigen lassen

Um die ausgeblendete Inhalte auf den Bildschirm zu holen, braucht es keine tiefen Eingriffe in Einstellungen.

  • Steuert einen Ordner im Finder an.
  • Drückt die Tastenkombination „cmd“ + „shift“ + „.“.
  • Es erscheinen nun die ausgeblendeten Dateien. Die Anzeige unterscheidet sich von „normalen“ Dateien, indem die Einträge blasser dargestellt werden.
  • Mit der gleichen Tastenkombination könnt ihr die Dateien wieder verstecken.
Bilderstrecke starten
20 Bilder
Die 18 besten Easter Eggs auf Mac und iPhone.

So kann man Dateien über das Terminal finden

Hinweis: Die oben genannte Tastenkombination funktioniert ab macOS 10.12. High Sierra. Nutzer älterer Mac-Versionen müssen den Umweg über eine Terminal-Eingabe nehmen:

defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles YES; killall Finder

Wenn ihr die Dateien wieder verstecken wollt, ersetzt den Befehl „YES“ mit „NO“.

Nachfolgend erklären wir den oben genannten Befehl ausführlich. Gebt in die Spotlight-Suche zunächst Terminal ein und startet das Programm. Keine Sorge, wenn ihr nicht wild irgendwelche Dinge eingebt, könnt ihr hier nicht viel kaputt machen. Folgender Befehl zeigt euch versteckte Dateien an:

defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles -bool true

Drückt nun die Eingabetaste und gebt anschließend folgendes ein, ebenfalls gefolgt von der Eingabetaste:

killall Finder

Damit wurde der Finder neu gestartet und ihr seht jetzt lauter zuvor versteckte Systemdateien.

Vorsicht! Hier könnt ihr mit nur wenigen Klicks einigen Schaden am System anrichten. Tut also nichts Unüberlegtes und holt euch im Zweifel Rat bei einem Profi.

Wollt ihr die Systemdateien wieder verstecken, gebt ihr im Terminal folgenden Befehl ein, dann Enter:

defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles -bool false

Jetzt wieder:

killall Finder

Die Top-Neuerungen von macOS Mojave im Video:

5 Dinge über macOS Mojave.

Versteckte Dateien am Mac anzeigen: Es geht noch kürzer

Solltet ihr, aus welchen Gründen auch immer, häufiger zwischen Anzeigen und Verstecken der Systemdateien wechseln, empfiehlt es sich, im Terminal ein Alias anzulegen. Danach genügt es, dieses kurze Alias einzugeben und schon erscheinen oder verschwinden die fraglichen Daten. Auf diese Weise müsst ihr nicht jedes Mal, wenn ihr versteckte Dateien am Mac anzeigen wollt, Google bemühen und die Befehle heraussuchen.

Meldet euch am Mac als Administrator an. Herkömmlichen Benutzern fehlen nämlich für die folgend nötigen Eingaben die Berechtigungen. Öffnet als Admin erneut ein Terminal-Fenster und gebt dort diesen Befehl ein:

sudo nano /users/EUERBENUTZERNAME/.bash_profile

Hier ersetzt ihr natürlich „EUERBENUTZERNAME“ durch euren Benutzernamen. Er muss so eingegeben werden, wie euer Home-Ordner im Finder heißt. Um die genaue Schreibweise herauszufinden, drückt im Finder die Tasten shift+cmd+H. Nun seid ihr in eurem Benutzerordner. Der Benutzername steht im Finder-Fenster ganz oben.

versteckte-dateien-anzeigen-mac-benutzername

Habt ihr den obigen Befehl mit Enter bestätigt, müsst ihr euer Administrator-Kennwort eingeben. Daraufhin erscheint im Terminal ein Text-Editor, in den ihr folgende Zeilen eingebt:

alias showFiles=’defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles true; killall Finder /System/Library/CoreServices/Finder.app‘
alias hideFiles=’defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles false; killall Finder /System/Library/CoreServices/Finder.app‘

Es sollten nun zwei Zeilen dort stehen, von denen jede mit dem Wort „alias“ beginnt. Drückt nun auf ctrl+X um den nano Editor zu schließen. Das Programm fragt, ob ihr die Änderungen sichern möchtet, bestätigt dies mit einem Druck auf Y. Und bestätigt anschließend auch den gewählten Dateinamen .bash_profile mit der Eingabetaste.

Was habt ihr jetzt eigentlich gemacht? Zunächst habt ihr dem System mitgeteilt, dass es zwei neue Alias gibt. Hinter diesen Alias stecken je zwei Befehle. Die nämlich, die wir oben sonst hätten eingeben müssen. So verkürzt sich das Prozedere zum Anzeigen und Verbergen der üblicherweise verstecken Dateien am Mac erheblich.

Wenn ihr nämlich künftig zwischen den zwei Modi wechseln möchtet, müsst ihr im Terminal nur noch den Befehl „showFiles“, beziehungsweise „hideFiles“ eingeben. Ihr könnt hier natürlich in der Datei .bash_profile auch andere Alias eingeben. Nur keine Leerzeichen verwenden und nichts, was bereits ein Systembefehl ist.

Noch mehr Tipps und Tricks zum Terminal in OS X

(Bild: z.T. Cabinet with folders via Shutterstock)

Bei uns erfahrt ihr auch Windows-Nutzer, wie man versteckte Dateien anzeigen lassen kann.

Ursprünglicher Artikel vom 27. Februar 2014, zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2018

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung