Endlich führt Valve Warnungen ein, die dich vor Steam-Fehlkäufen bewahren sollen

Lisa Fleischer

Valve lässt sich nicht lumpen und wirft das Spiel Abstractism kurzerhand von der Plattform Steam. Das Game stand unter Verdacht, über die Rechner der Spieler Cryptowährung zu schürfen und auch noch mit Items zu betrügen. Außerdem führt Valve ein neues Warnsystem ein, das dich vor genau solchen Spielen in Zukunft bewahren soll.

Update, 01.08.2018, 11:44: Wie inzwischen Polygon berichtet hat, wurde das Spiel Abstractism von der Plattform des Online-Dienstes Steam entfernt. Auch die virtuellen Gegenstände können nicht mehr erworben werden. Alle schon gekauften Items können nicht mehr auf dem Community Marktplatz verkauft werden. Valve hat auch den Entwickler hinter dem Betrugsspiel mit Namen Okalo Union komplett von Steam gebannt.

Abstractism forderte Spieler dazu auf, es immer laufen zu lassen und viele beanstandeten, dass Virusprogramme einen Trojaner oder Malware innerhalb des Dateiordners finden würden. Jetzt ist der Spuk wohl erst einmal vorbei.

Außerdem gibt Valve-Mitarbeiter Drunken_F00l auf Reddit bekannt, dass alle, die auf Fake-Items von Abstractism und anderen Scam-Spielen hereingefallen sind, bald schon einen Ersatz oder eine Rückerstattung erhalten werden. In Zukunft wird jeder Nutzer zusätzlich bei Käufen von Items gewarnt, stammen diese aus einem Spiel, das neu auf Steam ist oder von dem Käufer noch nie gespielt wurde. So soll auf den ersten Blick ersichtlich werden, ob es sich bei den Item-Verkäufen um vertrauenswürdige Quellen handelt. Wie solch eine Warnung auf Steam aussieht, zeigt ein Screenshot, der auf Imgur kursiert.

Original-Meldung vom 30. Juli 2018

Schon einmal etwas von dem Plattformer Abstractism gehört? Nein? Du solltest besser die Finger davon lassen. Denn wie verschiedene Quellen berichten, handelt es sich dabei in Wahrheit um einen fiesen Crypto Miner. Besser aufgehoben bist du da bei anderen, vielversprechenden Indie-Titeln. Vor allem auf der Nintendo Switch lassen sich inzwischen zahlreiche Geheimtipps finden, die sich lohnen, beweist folgender Trailer.

Nintendo Switch – Die Nindies im Frühjahr 2018.

Angefangen hat alles damit, dass Backpack.tf-Nutzer PoorAsianBoy berichtet, wie er von einem Scammer mit einem In-Game-Handel abgezockt wurde. Eigentlich dachte er, er hätte eine wertvolle Team Fortress 2-Waffe erworben, es stellte sich jedoch heraus, dass das gekaufte Item gar nicht zu besagtem Spiel, sondern zu dem Plattformer Abstactism gehört.

Der YouTuber SidAlpha ging der Sache daraufhin auf den Grund. Er fand heraus, dass das kopierte Item inzwischen zwar ein anderes Bild führt und damit nicht mehr der Waffe aus Team Fortress 2 ähnelt. Dafür beansprucht das Spiel trotz simpler Grafik die ganze Zeit 100 Prozent der CPU sowie GPU und fällt durch verdächtige Dateien auf, die Virenprogramme als Malware und Trojaner identifizieren.

Für SidAlpha Hinweise darauf, dass das Spiel über die PCs der Spieler Crypto-Währungen generiert. Hinzu kommt, dass Spieler nur dann Items bekommen, haben sie das Spiel mindestens 15 Minuten laufen – umso länger das Spiel läuft, desto bessere Items warten auf dich. Zudem solltest du das Spiel zum Item Reset am Freitag laufen lassen, um neue Items bekommen zu können. All das soll dich laut SidAlpha dazu motivieren, das Spiel die ganze Zeit im Hintergrund laufen zu lassen – was es den Entwicklern wiederum ermöglicht, mehr Cryptocurrency zu generieren.

Steam: Versteckte Spyware in zahlreichen Spielen

In einer Antwort des Entwicklers hieß es ursprünglich: „Bitcoin ist out, wir nutzen Abstractism momentan, um Monero Coins zu generieren.“ Ob dies tatsächlich ein Geständnis ist oder ob sich die Entwickler mit der Aussage einen schlechten Scherz erlaubt haben, ist nicht bekannt, schließlich relativieren sie die Aussage im selben Kommentar. Inzwischen wurde der erste Satz wieder aus dem Kommentar entfernt.

Zu all dem Übel kommt, dass die Items, die im Spiel erworben werden können, teilweise antisemitische und rassistische Memes als Bild haben. Auch daran stören sich einige Spieler, wie den Steam-Rezensionen und einem Post bei Resetera zu entnehmen ist.

Noch mehr Kuriositäten auf Steam findest du in folgendem Artikel.

Bilderstrecke starten
6 Bilder
Die 5 seltsamsten Fakten über Steam.

Die Seite VG24/7 schreibt, dass das Spiel aufgrund der aktuellen Aufmerksamkeit schon bald von Valve aus dem Verkehr genommen werden könnte, sollten sich die Verdachte bestätigen. Allerdings verhindert das nicht Nachahmer, schließlich hat es auch Abstractism mit seinen verdächtigen Inhalten auf die Seite von Steam geschafft.

Hast du schon zuvor von ähnlichen Scam- und Malware-Spielen auf Steam mitbekommen? Wie findest du es, das Valve inzwischen immer weniger auf die Inhalte der auf Steam angebotenen Spiele achtet?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung