Vektoren online: Editoren im Internet

Katharina Sckommodau

Um aus einem Pixebild eine Vektor-Grafik zu erstellen, benötigt man ein darauf spezialisiertes Programm wie Adobe Illustrator oder die Open Source-Lösung Inkscape. Jedoch auch im Internet sind Editoren zu finden, über die eine solche Grafik erstellt werden kann.

Es gibt zwar eine ganze Reihe an Online-Editoren für Pixelbilder, für das Erstellen von Vektorgrafiken findet man jedoch nur wenige Adressen. Eine Oberfläche zum Editieren der Grafik nach dem Vektorisieren, die verschiedene Einstellungen oder gar einer Vorschau zeigt, liefert nur der folgende Dienst Vector Magic. Alle anderen Lösungen erlauben zwar wenige Einstellungen, liefern dann jedoch nur einen Download-Link zum Ergebnis.

Nur ein Editor zum Anfertigen eigener Grafiken online gibt es im Internet; den Vektor-Editor Raven stellen wir als krönenden Abschluss vor.

Vector Magic

Der Dienst Vector Magic bietet allein eine Funktion: das Vektorisieren von Pixelbildern. Für eigene Grafiken gibt es keine Werkzeuge, das Vektorisieren gelingt jedoch gut. Über die Startseite wird ein Bild geladen, welches dann direkt in Vektoren umgesetzt wird; eine vorherige Registrierung ist nicht notwendig. Das Ergebnis kann dann im Split-Level mit dem Original verglichen und weiter eingestellt werden.

So gibt es insgesamt drei Detailstufen, auch die Anzahl der Farben lässt sich einstellen und anhand einer Farbtabelle überprüfen.

Unter Advanced kann die Vektor-Grafik bedingt bearbeitet werden. So lassen sich beispielsweise einzelne Formen löschen oder auch umfärben. Nach jeder Änderung folgt eine neue Berechnung des Bildes, was je nach Datei-Größe und Internet-Zugang einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Die fertige Grafik kann als EPS oder auch als PNG gespeichert werden.

Autotracer

Ein weiterer Vektorisierer von Bitmaps ist Autotracer. Der Online-Dienst kennt die Formate PNG, BMP, JPEG und GIF und gibt das Ergebnis wahlweise als als SVG, PDF oder EPS aus. Die maximale Dateigröße beträgt ein Megabyte.

Anders als Vectormagic zeigt dieser Dienst keine Vorschau der Grafik und auch kein Bearbeitungsfenster; nach der Berechnung der Bilddaten erscheint nur der Datei-Name als Link, den man dann laden und in einem anderen Grafikprogramm zur Kontrolle öffnen kann.

Dennoch bietet Autotracer eigene Einstellungen; so kann etwa die Anzahl der Farben in einem Bereich von 2 bis 256 festgelegt werden. In wieweit die Kurve der Vektor-Form von der Verbindungslinie abweicht, lässt sich über die Linienabweichung von 1 bis 10 bestimmen. Ebenfalls die Reduzierung der Details lässt sich in zehn Stufen einstellen. Der Editor arbeitet flink und liefert recht ansprechende Ergebnisse. So wurde das untere Bild beispielsweise mit einer relativ hohen Linienabweichung berechnet, wodurch sich fast schon ein zeichnerischer Charakter ergibt:

misc2svg

Noch schlichter zeigt sich der Tracer misc2svg. Wie der Name schon sagt, werden hier bereits vorhandene Vektor-Daten von Illustrator, CorelDraw Graphics, PostScripts und PDFs in das SVG-Format gewandelt. SVG (Scalable Vector Graphics) basiert auf XML und ist das vom W3C empfohlene Format für Vektorgrafiken, die auch von einigen Webbrowsern dargestellt werden können. Auch hier gibt’s keinen Editor und die fertige Datei steht zum Download bereit.

Raven

Raven ist, wie Eingangs bereits erwähnt, der einzige „echte“ Vektor-Editor. Angeboten wird er vom Provider Aviary, der verschiedene Online-Tools für den kreativen Bereich bereit hält: So gibt es neben Raven weitere Editoren für Bilder, Effekte, Musik, Audio und Farbpaletten. Ebenfalls zwei Werkzeuge für Bildschirmaufnahmen sind im Angebot.

Raven präsentiert eine Oberfläche mit den wichtigsten Paletten: Es gibt Werkzeuge, Ebenen und eine Palette für die Linien und die Füllung. Ebenfalls einige Menüs sind am oberen Rand angesiedelt, die jedoch etwas mager belegt sind. Wer also professionelle Vektor-Werkzeuge sucht, wird enttäuscht, nicht einmal Bool’sche Operationen sind geboten.

Zu den Werkzeugen gehören das Transform-Tool, die Feder, ein Werkzeug zum Ankerpunkte bearbeiten und konvertieren, Bleistift, das Textwerkzeug und ein Verlaufswerkzeug. Formen und Linien teilen sich einen Werkzeugschalter, die einzelnen Funktionen erscheinen per Klick darauf, wie es das Bild unten zeigt.

Fotos können importiert und vektorisiert werden; hier liefert Raven einen eigenen Dialog, der im Vergleich zum restlichen Funktionsumfang erstaunlich flexible Einstellungen liefert. Die fertigen Grafiken lassen sich als PDF, SVG oder EPS speichern.


Fazit

Die Auswahl an Online-Vektor-Editoren ist nicht so groß wie die, der Bildbearbeitungs-Editoren. Zudem handelt es sich meistens „nur“ um Lösungen zum Vektorisieren. Dennoch erfüllen die hier vorgestellten Lösungen recht gut ihren Dienst - und Probieren kostet in diesem Fall ja nichts! Auch Raven eignet sich für kleinere Vektor-Grafiken recht gut, zumal mit einer nur relativ geringen Einarbeitungszeit zu rechnen ist.

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