Mechanische Tastaturen: Beste Gaming-Keyboards erklärt!

Johannes Kneussel 6

Was genau sind mechanische Tastaturen? Wie funktionieren sie genau und was sind die Vorteile und Unterschiede zu den klassischen Rubberdome-Versionen? Wieso werden mechanische Tastaturen mit speziellen Switches besonders für Gamer empfohlen? Sind mechanische Tastaturen die besten Gaming-Keyboards überhaupt? Wir haben uns die Technologie, die mittlerweile weit mehr als ein Geheimtipp ist, einmal genauer angesehen.

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Darum lohnt sich eine mechanische Tastatur (Video).
  • Im Video wird das wichtigste zu mechanischen Tastaturen erklärt:
  • Wie funktionieren sie genau, wo liegen die Unterschiede zu den klassischen Modellen, die auf Rubberdome-Technologie setzen und was hat es überhaupt mit den verschiedenen Schaltern bzw. Switches auf sich?
  • Welche Farbe ist hier die richtige für mich?
  • Hinweis: Im Artikel hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: Auch die blauen und braunen Schalter von Cherry halten 50.000 Millionen Tastenanschläge aus. 

Mechanische Gaming-Tastaturen – Unterschiede, Vorteile & Kaufempfehlung

Eine mechanische Tastatur hat unter jeder einzelnen Taste einen Einzelschalter, der aus Gehäuse, Feder und Schalter besteht. Auf dem Schalter sitzt die einzelne Taste. Auf dem Bild rechts seht ihr einen solchen Schalter, einmal in der blauen Ausführung zusammengebaut, und einmal in der braunen Ausführung, auseindergenommen und bestehend aus Gehäuse (Ober- und Unterseite), Metallfeder und dem Schalter. Im unteren Gehäuseteil befindet sich zusätzlich noch der Kontakt, der beim Druck des Schalters, auch Schlitten genannt, diesen schließt – das Signal wird von der Tastatur an den PC gesendet.

Die Feder ermöglicht es, dass die Taste nach unten gedrückt wird und anschließend wieder in ihre Ausgangsposition zurückkehrt. Die Farbe der Schalter hat allerdings keinen Einfluss auf die Optik, da diese ohnehin von den Tasten, die auf das oben zu sehende Kreuz aufgesteckt werden, verdeckt sind. Wenn ihr euch für eine Tastatur mit Cherry-Schaltern in Braun entscheidet, müsst ihr also keine Angst haben, dass eure Tastatur tatsächlich diese Farbe hat.

Vielmehr ändern sich hier der der Widerstand und das allgemeine Tastgefühl, die vier Farben, es gibt tatsächlich noch einige weitere Versionen, unterscheiden sich teilweise sehr stark bezüglich der benötigten Kraft und das Umschaltpunktes. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Schalter / Switches für jeden Anwendungszweck: braun, rot, blau und schwarz

Cherry hat zahlreiche unterschiedliche Schalter im Angebot. Zusätzlich gibt es noch weitere Hersteller, die ihre eigenen Switches herstellen und vertreiben. Da in der Welt der Gaming-Tastaturen aber hauptsächlich auf Cherry-Technologie gesetzt wird – ebenso wie im Büro – konzentrieren wir uns auf die vier aktuellen Hauptarten von Cherry.

Sämtliche Cherry-Schalter werden in Deutschland hergestellt und sind teilweise mit RGB-Beleuchtung oder in einer Silent-Variante erhältlich. Neben dem Preis spielt nämlich auch die Lautstärke bei mechanischen Tastaturen eine Rolle. Während des den Gamer vielleicht nicht so stört, wenn er ein Headset aufhat, kann es den Kollegen im Büro durchaus auf die Nerven gehen, wenn die Tastatur „laut klappert“.

  • Cherry MX Black: Diese Schalter weisen keinen spürbaren Druckpunkt auf, man spricht hier von linearen, nicht taktilen Switches. Diese Schalter benötigen in der Regel eine Auslösekraft von 60 Gramm. Tastaturen mit schwarzen Schaltern werden häufig als Gaming-Keyboards eingesetzt, da hier ein Druckpunkt nicht unbedingt nötig ist und manchmal sogar störend sein kann, da die Tasten in der Regel voll durchgedrückt werden. Zusätzlich ist der nötige Druck, um den Schalter auszulösen, so hoch, dass man selten aus Versehen eine Taste auslöst – was auch beim Tippen hilfreich sein kann.
  • Cherry MX Red: Die roten Switches unterscheiden sich von den schwarzen durch den niedrigeren nötigen Auslösedruck (45 Gramm). Sie werden eher selten eingesetzt.
  • Cherry MX Brown: Bei den braunen Schaltern handelt es sich um solche, die ein taktiles Feedback geben. Das heißt, man merkt den  Umschaltpunkt deutlich. Benötigt wird eine durchschnittliche Kraft von 55 Gramm. (45 Gramm zum Überwinden des Wiederstandes der Feder, 55 Gramm um schließlich den Schaltpunkt zu überwinden).Die braunen Schalter eignen sich vor allem für Allrounder. Will man mit seiner Tastatur zocken, aber auch schreiben, dann sind diese die richtige Wahl.
  • Cherry MX Blue: Die Königsklasse unter den Cherry-Switches: Sie bieten einen sehr deutlich spürbaren Umschaltpunkt und haben ein sehr markantes Klilckgeräusch. Sie eignen sich besonders für Vielschreiber, aber auch Gamer kommen auf ihre Kosten. Man muss allerdings bereit sein, einige Zeit in die „Einarbeitung“ zu investieren, um sich an Kontaktpunkt und Rückschaltpunkt zu gewöhnen. Das liegt daran, dass der Kontakt- also Auslösepunkt und der Rückschaltpunkt, also der Punkt, an dem die Taste nicht mehr als gedrückt gilt, vom Hub und der benötigten Kraft etwas weiter auseinander liegen. Außerdem liegt der benötigte Kraftaufwand bei überdurchschnittlichen 60 Gramm (50 Gramm zum Überwinden des Wiederstandes der Feder, 60 Gramm um schließlich den Schaltpunkt zu überwinden).
Cherry MX Silent.

Unterschiede zwischen Rubberdome-Tastaturen und mechanischen Modellen

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Rubberdome-Schalter haben ihren Namen daher, dass sich unter der Tasten-Kappe und dem eigentlichen Schalter (Stößel,) eine Art Kappe oder Haube (Dome) befindet, häufig aus Silikon. Wird diese zusammengedrückt, wird der Kontakt zwischen zwei Metallblättchen hergestellt.

Häufig bei Notebook und Laptops wird eine Unterart der mechanischen Tastatur mit Scherenmechanismus verwendet (siehe Bild rechts).

Beide Mechanismen (Rubberdome und Scherenmechanismus) haben gegenüber mechanischen einige Nachteile, wie beispielsweise die geringere Lebensdauer. Außerdem sind sie per se ungenauer und werden mit der Zeit noch schwammiger. Die Vorteile von mechanischen Tastaturen findet ihr im folgenden Abschnitt.

Übrigens: Auch Rubberdome und Scherenmechanik sind streng genommen mindestens zum Teil mechanisch. Sie bestehen aus einem oberen, mechanischen Schalter und einer Art Folie oder Membran darunter (nicht „mechanisch“). Wird der Schalter nach unten gedrückt, wird der Stromkreis auf der Folie für die entsprechende Taste geschlossen.

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Rubberdome vs. mechanisch: Vorteile von mechanischen Gaming-Tastaturen – Was ist mit Nachteilen?

Mechanische Tastaturen haben gegenüber „normalen“ Pendants den einen oder anderen Vorteil:

  • Während Rubberdome-Keyboards im Schnitt fünf Millionen Tastenanschläge aushalten, sind es bei Cherry-Schaltern 50 Millionen.
  • Mechanische Tastaturen verschleißen nicht so schnell. Rubberdome-Taster werden mit der Zeit hingegen immer ungenauer.
  • Die Tasten müssen bei mechanischen Tastaturen nicht ganz herunterdrückt werden, die Wege, die man mit den Fingern zurücklegen muss, sind also geringer.
  • Mechanische Tastaturen haben einen präziseren Druckpunkt.
  • Mechanische Tastaturen sind allerdings auch etwas lauter und teurer als die klassischen Eingabegeräte.

Tastaturen für jeden Geldbeutel – unsere 3 Kaufempfehlungen

Der Einstieg in die Welt der mechanischen Tastaturen ist nicht ganz günstig, so viel soll schon vorneweg erwähnt sein. Auch wenn viele ein solches Keyboard nach einer kurzen Eingewöhnung nicht mehr hergeben möchten, egal ob zum Zocken oder Schreiben, kann der Anschaffungspreis doch den einen oder anderen abschrecken. Während die klassischen Rubberdome-Geräte bereits ab 10 Euro den Besitzer wechseln, kostet eine vernünftige mechanische Tastatur mindestens 65 Euro. Dafür erhält man aber nicht nur ein viel besseres Tippgefühl, sondern auch ein Gerät mit einer wesentlich längeren Lebenszeit. Wir haben im Folgenden drei empfehlenswerte Geräte für jeden Geldbeutel herausgesucht.

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Einstieg in die Welt der mechanischen Tastaturen – Cherry MX 3.0

Die Cherry MX Board 3.0 kommt mit Schaltern von Cherry selbst – hergestellt werden diese in Deutschland. Die Tastatur selbst bietet kaum weitere Features, außer vier Zusatztasten am oberen rechten Rand. Für knapp 70 Euro bietet sie aber alles, was man sich von einer guten Tastatur wünschen kann:

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  • Solide verarbeitet, recht stabil und ein super Tippgefühl.
  • Lediglich die Standfüße klappen zu schnell um – So kann es beim Putzen durchaus dazu kommen, dass man diese aus Versehen umklappt.
  • Verfügbar ist das gute Stück mit den vier Hauptschalterarten von Cherry , , und .
  • Die Tasten sind halb hoch und bilden damit einen guten Mittelwert zwischen PC- und Laptop-Tastaturen – hier ist die Präferenz aber sicherlich sehr unterschiedlich.
ist der günstigste Einstieg in diese Technik. Wir haben das Gerät selbst im Gebrauch und sind bis auf die nicht ganz idealen Standfüße absolut zufrieden.

Starke Mittelklasse: Lioncast LK30

Die kostet ein gutes Stück mehr als das Cherry-Pendant: 130 Euro muss man die das Gaming-Stück hinblättern. Dafür erhält man allerdings zahlreiche Zusatztasten und eine Handballenauflage. Außerdem verfügt das gute Stück über einen internen Speicher für Makro-Befehle.

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Dazu kommen LED-Beleuchtung eine super fixe Abfragerate und weitere Features, die diese Tastatur nicht nur in unseren Augen zu einer der besten auf dem Markt machen: 4,5 Sterne bei Amazon sprechen eine deutliche Sprache. Verfügbar sind blaue und braune Switches von Cherry.

 

Razer BlackWidow Chroma: Der bunte Hund unter den Gaming-Tastaturen

Alles, was weit über den Preis von 120 Euro hinausgeht, ist in Sachen Gaming- und auch  mechanische Tastatur im Sinne eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses eher uninteressant. Es sei denn, man ist absoluter Enthusiast oder steht einfach auf eine durchgestylte Tastatur mit möglichst vielen Leuchteffekten.

Niklas und die Razer BlackWidow Chroma Tastatur Regenbogen Farben.

Eine gute Wahl in diesem Preissegment ist die . Sie kommt mit von Razer selbst entwickelten Schaltern daher, die speziell für Gaming entwickelt worden sollen sein. Zusätzlich sieht sie ziemlich schick aus, auch wenn dies sicherlich eine sehr subjektive Einschätzung ist.

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Als Kind im Manne (oder der Frau) kann man sich ebenfalls ausleben: Ganze 16,8 Millionen anpassbaren Farboptionen stehen als Hintergrundbeleuchtung zur Verfügung. Wen das „Klappern“ von mechanischen Tastaturen stört, der kann auch auf ein Modell mit Geräuschdämpfung zurückgreifen. Kostenpunkt: 130-300 Euro, je nach Modell.

Razer BlackWidow Chroma Demo.

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