Beamer-Test – Wer braucht schon einen Fernseher?

Norman Volkmann

Für das Kino-Feeling daheim ist schon lange kein Fernseher mehr nötig. Mit einem guten Beamer könnt ihr auch die leere Wand zum Zentrum der Unterhaltung machen. Von günstig bis teuer – wir zeigen euch, worauf ihr beim Kauf eines Beamers achten müsst und welche Beamer zu den Spitzengeräten für das Heimkino zählen. Im Fokus stehen dabei Geräte von BenQ, Acer, Panasonic und Epson.

Beamer-Test – Wer braucht schon einen Fernseher?
Bildquelle: HandmadePictures.

Wer sich einen Beamer kaufen will, kann schnell überfordert sein. Wer seinen ersten Beamer kauft, dem stellen sich viele Fragen: Kontrastwerte, Beamertypen, Auflösungen, Lautstärke und Lebensdauer der Beamer-Lampe – im Zweifel sind das alles Dinge, mit denen man sich noch nie auseinandergesetzt hat. Ist ein Fernseher einem Beamer nicht immer noch weiter überlegen? Wir verraten euch, was ihr beachten müsst, wenn ihr einen Beamer kaufen wollt. Außerdem sagen wir euch, ob ihr  euch im Zweifel für einen DLP- oder LCD-Beamer entscheiden solltet.

Beamer-Test: Wozu einen Beamer kaufen?

In deutschen Wohnzimmern dominieren noch immer die Fernseher. Wie so viele technische Geräte mit Displays wachsen auch sie stetig weiter. Inzwischen gibt es bereits Fernseher mit Displaydiagonalen weit über 80 Zoll. Und selbst, wenn der Fernseher im Wohnzimmer ein Display unter 50 Zoll besitzt – mit großer Sicherheit beherrscht er als zentrales Stück den kompletten Wohnbereich. Bei vielen ist das gewollt. Wer seinen Platz besser nutzen, aber nicht auf ein großes Bild verzichten will, der schwenkt möglicherweise auf einen Beamer um. Vor allem preislich lohnt sich ein Beamer beim Wunsch nach einem größeren Bild oftmals. Während Fernseher mit einem Display von mehr als 80 Zoll noch locker im fünfstelligen Bereich liegen, würdet ihr bei einem Beamer, der ein ähnlich großes oder gar größeres Bild ausgeben kann, deutlich weniger auf den Tisch legen. Beamer mit einer Bildgröße von 110 Zoll gibt es bereits unter 5.000 Euro.

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DLP, LED oder LCD: So findet ihr den richtigen Beamer

Was für Fernseher gilt, ist auch bei Beamern nicht immer anders. Auch bei Beamern gibt es unterschiedliche Typen, die unterschiedliche Qualitäten haben. Diese Beamer-Arten gibt es:

  • DLP: Die DLP-Technologie war bis vor einigen Jahren noch recht preisintensiv, wird inzwischen aber auch in günstigeren Modellen verbaut. Dabei wird das Bild von der Lampe auf einen Chip geschickt – dieser reflektiert das Licht dann mithilfe von Millionen Mikrospiegeln (ein Spiegel je Bildpunkt). DLP-Beamer zeichnen sich durch ihre tollen Reaktionszeiten aus – wer gerne zockt oder rasante Actionfilme schaut findet hier sein Glück. Manche Betrachter erfahren aber hier häufig den sogenannten Regenbogeneffekt.
  • LCD: Bei LCD-Beamern wird das Bild wie bei einem Flachbildschirm aufgebaut. Der maximale Kontrast bei LCD-Beamern ist in der Regel schwächer als bei DLP-Geräten, allerdings können helle und dunkle Farbstufen feiner abgestimmt werden – insbesondere, wenn der Raum vernünftig abgedunkelt wurde.
  • LED: LED-Beamer sind noch relativ neu auf dem Markt und arbeiten mit einer LED-Leuchte, um Videos an die Wand zu werfen. Sie sind am häufigsten in kleineren Geräten zu finden, können inzwischen aber auch problemlos HD-Bilder wiedergeben. LED-Beamer verzichten auf die verbaute Lampe und sind dementsprechend energieeffizienter. Ihre Lichtleistung ist aber auch entsprechend niedriger.

Beamer-Test: Optimaler Kontrast und Lampe

Kontrast und das optimale Kontrastverhältnis machen bei der Bildqualität viel aus und sind wichtige Faktoren bei der Anschaffung eines Beamers. Der Kontrast ergibt sich aus dem maximalen Helligkeitsunterschied zwischen Schwarz und Weiß. Für den Kontrast und das richtige Verhältnis ist aber auch wichtig, in welcher Umgebung der Beamer zum Einsatz kommt. Gerade in dunklen Umgebungen sollten die Kontrastwerte hoch sein, damit das Schwarz wirklich satt, das Weiß wirklich weiß und das Bild im Gesamten wirklich scharf ist. Das Kontrastverhältnis gibt Auskunft darüber wieviel heller der hellste Punkt gegenüber dem dunkelsten Punkt ist. Auch hier ist eine höhere Zahl zwar erst mal besser – inzwischen haben auch viele Beamer im niedrigeren Preissegment Kontrastverhältnisse von 20.000 : 1 oder gar 50.000 : 1. Bei Beamern, die man bei Tageslicht nutzen will, kommt es nicht so stark auf den Kontrastwert an. Tageslicht-Beamer nutzen die Helligkeit des Raumes, um schwarz und weiß entsprechend darzustellen.

Ohne die Lampe des Beamers läuft nichts– sie ist das Herzstück eines jeden Geräts. Ihre Leuchtstärke bestimmt ebenfalls über die Bildqualität. Die Stärke der Lampe wird in Lumen berechnet – die Lebensdauer einer solchen Lampe ist aber begrenzt. Jeder Hersteller gibt daher eine Lebensdauer für die verbaute Lampe an. Das heißt nicht etwa, dass nach Erreichen dieser Grenze das Licht ausbleibt – vielmehr kann sich mit ansteigendem Alter die Helligkeitsleistung verringern. Da die Lampe zentral für Kontrast und Farbverlauf ist, kann das mitunter schwerwiegende Auswirkungen auf die Bildqualität haben. Ein Wechsel der Beamer-Lampe ist in diesem Fall sinnvoll.

Beamer-Test: Die richtige Projektionsfläche

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Selbst ein Beamer mit den besten Werten bringt euch nichts, wenn ihr nicht den benötigen Platz habt, um all seine Vorteile auszunutzen. Selbstverständlich kann man das Bild eines Beamers auch gegen die nackte Wand werfen, allerdings müsst ihr dabei auch immer eine freie Wand in der Wohnung haben. Gerade wenn man eben keinen Fernseher stellen will, weil dieser zu viel Platz wegnimmt, ist es vermutlich nicht optimal eine ähnlich große Fläche der Wand leer stehen zu lassen. Die Lösung: Eine Projektionsfläche in Form einer Leinwand.
Leinwände gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die meisten Beamer benötigen zwei bis vier Meter Abstand zur Projektionsfläche – auch das sollte in eure Planungen mit einfließen. Am praktischsten sind sicherlich die Exemplare, die ihr an der Decke befestigen und bei Bedarf ausrollen könnt. Das spart im Alltag unheimlich viel Platz und lässt sich nach einer ausgiebigen Film-Session auch wieder schön verstauen.

Beamer-Test: Unser Teilnehmerfeld

Für unserem Beamer-Test wollen wir vier Produkte miteinander vergleichen. Diese repräsentieren nicht nur unterschiedliche Hersteller, sondern auch unterschiedliche Preiskategorien und verschiedene Spezifikationen.

 BenQ W1070 Acer H6510BD  Epson EH-TW6600 Panasonic PT AT6000E
benqw1070
Acer-H6510BD
epson
panasonic
Preis 762,50 Euro 579,00 Euro 1.275,00 Euro 2.010,00 Euro
Typ DLP DLP LCD LCD
Auflösung 1920 x 1080 (Full HD) 1920 x 1080 (Full HD) 1920 x 1080 (Full HD) 1920 x 1080 (Full HD)
Kontrast 10.000 : 1 10.000 : 1 70.000 : 1 500.000 : 1
Betriebsstunden Lampe 6.000 Stunden 2.000 Stunden 3.500 Stunden 5.000 Stunden
Anschlüsse 2x HDMI (1x HDMI, 1x HDMI/MHL); D-Sub, 2x USB (1x Typ A, 1x Mini Typ B); Komponente, S-Video, Composite Video, RS232, 3,5mm Klinke Stereo 2x HDMI, D-Sub, Composite, S-Video, 2x HDMI, VGA, Composite-Eingang, Component-Eingang, USB 2.0 Typ A, USB 2.0 Typ B, Triggerausgang, Stereo-Mini-Klinkenbuchsen-Ausgang 3x HDMI, VGA, RS232, Component-Eingang, S-Video
Vorteile
  • 3D-Wiedergabe möglich
  • hoher Kontrastwert
  • liefert helles Bild
  • 3D für Preissegment sehr gut
  • vergleichsweise niedriger Stromverbrauch
  • 3D-Wiedergabe möglich
  • sehr kompakt
  • startet schnell
  • für Preissegment tolle Bildqualität
  • 3D-Wiedergabe möglich
  • hoher Kontrastwert
  • liefert sehr helles Bild – auch im Eco-Modus
  • Wireless HD-Box
  • zahlreiche Einstellungs-möglichkeiten
  • 3D-Wiedergabe möglich (und hochwertig)
  • hoher Kontrastwert
  • liefert ein sehr helles Bild
  • leise im Betrieb
  • zahlreiche Einstellungs-optionen
Nachteile
  • bei Tageslicht nicht uneingeschränkt zu empfehlen
  • keine Shutterbrille im Lieferumfang
  • recht laut im Betrieb
  • schwacher, eingebauter Lautsprecher
  • kein Lens-Shift
  • recht laut im Betrieb
  • 3D-Modus mit Ghosting
  • Bild nicht immer optimal scharf
  • kein Lens-Shift
  • keine Shutterbrille im Lieferumfang
  • 3D deutlich dunkler als normales Bild
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Beamer-Test: Fazit

Der Kauf eines Beamers mag nur auf den ersten Blick günstiger sein, als der Kauf eines Fernsehers. Wer wirklich Kino-Feeling im Wohnzimmer möchte, braucht nicht nur einen Beamer, sondern dazu im Idealfall eine Leinwand und viel Platz. Dazu kommt, dass die Geräte in der Regel viel Strom fressen. Gerade wenn man den Beamer als Ersatz für seinen Fernseher nutzen will, wird das auf Dauer recht teuer. Dementsprechend ist der Beamer oftmals eher für die Menschen geeignet, die nicht jeden Abend die Kiste anschmeißen oder sie stundenlang nebenbei laufen lassen – das ist der gute, alte Fernseher immer noch die bessere Option. Vor allem auch, weil der Empfang von klassischen Fernsehprogrammen damit noch immer am unproblematischsten funktioniert. Als eine Art Heimkino eignet sich ein Beamer allerdings besser und macht das Sehen von Filmen zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 

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