Studie: So viele Deutsche sind angeblich Videospielsüchtig

Marco Schabel

Die Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) hat die Ergebnisse einer Studie zur Videospielsucht veröffentlicht. Demnach sind angeblich mehr als 10 Prozent aller Deutschen zwischen 12 und 25 Videospielsüchtig.

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Das Videospiele in Deutschland nicht gerade den besten Ruf genießen, ist spätestens seit dem Zeitpunkt bekannt, als sie zum ersten Mal der Inbegriff und die Ursache für Gewalttaten („Killerspiele“), soziale Ausgrenzung (MMOs) oder verschwendete Leben waren. Während zahlreiche wissenschaftliche Studien bereits die diversen positiven Auswirkungen von Videospielen zum Beispiel auf das Gedächtnis und die Intelligenz darlegten und auch deren positiver Einfluss auf Bildung, die Heilung von Krankheiten und den Abbau von Aggressionen als gesichert gilt, gibt es weiterhin manches böses Wort. Zuletzt wollte die Drogenbeauftragte des Bundes die USK-Einstufung für Onlinespiele anheben lassen, da diese süchtig machen können. Eine neue Studie der DAK gibt ihr nun offenbar Recht.

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Demnach soll die unter dem Namen „Game over: Wie abhängig machen Computerspiele?“ durchgeführte Studie zutage gefördert haben, dass mehr als jeder 10. Deutsche die Voraussetzungen für eine Videospielsucht erfüllt. Insbesondere Jungen und junge Männer zwischen 12 und 25 Jahren seien demnach betroffen. 8,4 Prozent dieser Gruppe, also jeder 12., soll anhand der „Internet Gaming Disorder Scale“ süchtig sein, also so exzessiv spielen, dass dadurch massive Probleme im Alltag und dem sozialen und familiären Umfeld haben. Bei den Mädchen und jungen Frauen sind es nur 2,9 Prozent, was in der Gesamtsumme 11,3 Prozent ergibt.

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Auch die Bundesdrogenbeauftrage meldet sich zur Studie

Wie die DAK weiter wissen ließ, hat die CSU-Politikerin und Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler bereits Stellung zur Studie bezogen. Sie nennt das Ergebnis „beunruhigend“ und kündigt an, Konsequenzen ziehen zu wollen. „Diese Zahlen der neuen DAK-Studie sind beunruhigend und zeigen, dass wir das Thema weiterhin ernst nehmen müssen“, so Mortler. „Computerspiele sind heute Bestandteil der Alltagskultur vieler Jugendlicher und junger Erwachsener und längst nicht jede Spielerin oder Spieler hat ein Problem. Die Studie zeigt aber, dass gerade bei den 12- bis 17-Jährigen, und hier vor allem bei den Jungen, die Gefahr besteht, dass sie ihren Konsum nicht mehr kontrollieren können.“

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Erschreckend ist für Mortler vor allem die im Schnitt sehr hohe tägliche Nutzungsdauer von bis zu 226 Minuten bei den „süchtigen“.Das sind knapp vier Stunden! Ausreichend Zeit für die Familie, für Freunde, für Aktivitäten an der frischen Luft bleibt da kaum noch“, heißt es dazu. Als Konsequenz will die Drogenbeauftragte neben einer Verschärfung des Jugendschutzes auch weiter aufklärend tätig sein, damit ein selbstbestimmter und verantwortungsvoller Umgang mit den digitalen Medien erlernt werden könne.

Weitere Ergebnisse der Studie zur Videospielsucht

  • Laut Untersuchung haben Computerspiele bei den befragten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufig negative soziale Auswirkungen in verschiedenen Bereichen:
  • 46 Prozent der Befragten vernachlässigen soziale Kontakte zu Freunden oder zu Familienangehörigen, die ihnen früher wichtigen waren. In der Altersgruppe der 15- bis 17-jährigen Jungen sind es mit 69 Prozent die meisten.
  • 40 Prozent der Befragten haben wegen der Nutzung von Computerspielen Streit mit den Eltern. In der Altersgruppe der 12- bis 14-Jährigen Jungen sind es mit 89 Prozent die meisten.
  • 16 Prozent der Befragten nehmen wegen der Nutzung von Computerspielen nicht an gemeinsamen Mahlzeiten teil. In der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen Jungen sind es mit 34 Prozent die meisten.

Passende Informationen für Eltern gibt es ebenfalls auf der Homepage der DAK.

Quelle: DAK

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