Das richtige Netzteil für den Rechner: Kaufberatung und Empfehlungen zum PSU-Kauf

Thomas Kolkmann

Wer sich seinen Gaming-PC selbst zusammenbaut, kann viel Geld sparen. Jedoch machen viele, die ihren ersten Rechner zusammenstellen, einen ganz fatalen Fehler: Sie versuchen beim PC-Netzteil zu sparen. Was ihr beim Netzteil-Kauf beachten müsst und welches Netzteil überhaupt für euren Rechner das passende ist, zeigen wir euch in diesem Ratgeber.

Wenn man sich das erste Mal mit dem Zusammenbauen eines Rechners beschäftigt, lernt man sehr viele Dinge. Oft wälzt man stundenlang Seiten, vergleicht Benchmarks und versucht herauszufinden, welchen Prozessor man braucht, welche Grafikkarte man möchte und wie viel RAM man für seine Zwecke benötigt.

Beim Netzteil hört die Recherche aber oft auf: „Was soll man da auch falsch machen?“, fragen sich die meisten wahrscheinlich und kaufen einfach das günstigste Netzteil mit möglichst viel Watt. Dass diese Entscheidung aber schlimme Folgen haben kann, überdenken viele nicht. Oft verfügen billige Netzteile von No-Name-Herstellern nicht über Schutzschaltungen und wenn das Netzteil aufgrund der minderwertigen Bauteile abraucht, nimmt es auch gleich den ganzen Rechner mit. Deswegen das erste Gebot beim PSU-Kauf: Dies ist definitiv nicht die Stelle, an der ihr sparen wollt!

Wofür steht PSU? Beim Netzteilkauf seid ihr vielleicht schon öfter über diese Abkürzung gestolpert: Die Abkürzung PSU steht ganz einfach für Power Supply Unit, was übersetzt nichts anderes als Netzteil bedeutet.

Video | Fünf gute Gründe für den PC als Spieleplattform

GIGA Glorious: 5 Gründe warum DU auf den PC wechseln solltest.

So findet ihr heraus, welches Netzteil im PC steckt!

Das richtige Netzteil für den Rechner: Wie viel Watt brauche ich?

Zuallererst sollte man klären, wie viel Watt das Netzteil haben sollte. Entgegen der häufig vertretenen Meinung vieler Gamer, braucht ihr nämlich kein 1200 Watt PSU, nur weil eine moderne Grafikkarte in eurem Rechner steckt. Ganz im Gegenteil werden nämlich aktuell die meisten Komponenten im PC immer energieeffizienter, wodurch auch ein Netzteil mit weit weniger Leistung euren Gaming-PC unter Hochlast versorgen kann.

Eine gute Möglichkeit, um zu errechnen, was euer PC an Stromleistung benötigt, sind die verschiedenen Netzteil-Rechner von beispielsweise be quiet! oder MSI. Hier gebt ihr einfach die Spezifikationen eures Gaming-PCs ein und erhaltet die ungefähre Stromleistung unter Last ausgerechnet. Ein Netzteil, welches etwas über dem errechneten Wert liegt, sollte (rein theoretisch) ausreichen, um euren Rechner beim Spielen problemlos zu unterstützen.

Wenn ihr jedoch nicht jedes Jahr einen neuen Rechner zusammenschraubt, und von eurem aktuellen System möglichst lange etwas haben wollt, ist es empfehlenswert ein Netzteil zu kaufen, welches rund 100 Watt mehr leisten kann, als ihr unter Volllast benötigt. Da Netzteile und vor allem deren Kondensatoren altern, verlieren sie an Leistung. Die Lebensdauer kann dazu durch Wärme und Last verkürzt werden. Wenn ihr also ein Netzteil kauft, welches gerade so euren Rechner unter Volllast versorgen kann, kann es nach wenigen Monaten bereits zu Abstürzen in Spielen kommen, da das Netzteil nicht mehr die erforderliche Leistung erbringen kann.

Seasonic S12II-620 jetzt bei Amazon bestellen *

PC-Netzteile: Wirkungsgrad (80-PLUS-Zertifikat) & Schutzfunktionen

Netzteil Rechner 80 PLUS Gold Zertifikat Siegel
Doch nur weil ihr nun wisst, wie viel Watt das Netzteil braucht, um euren Rechner effizient zu unterstützen, ist immer noch nicht die Frage geklärt, welches Netzteil ihr kaufen solltet. Ein weiterer Punkt, um herauszufinden, ob ein Netzteil qualitativ hochwertig ist, ist der Wirkungsgrad. Dank 80 PLUS, einer nordamerikanischen Initiative zur Förderung von PC-Netzteilen, könnt ihr bereits am Siegel erkennen, ob das jeweilige Netzteil einen guten Wirkungsgrad hat.

Das 80-PLUS-Zetifikat wird nur Netzteilen verliehen, die bei den Lastpunkten 20, 50 und 100 Prozent jeweils einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreichen. Für einen noch höheren Wirkungsgrad werden dann die Siegel 80 PLUS Bronze, Silver, Gold, Platinum und Titanium vergeben.

Darüber hinaus solltet ihr beim Kauf des Netzteils für euren Rechner immer die Details lesen und nach den verschiedenen Schutzfunktionen Ausschau halten. Günstige Netzteile bieten oft keinen Schutz vor Spannungsspitzen, Kurzschlüssen oder teilweise sogar nicht vor dem Überhitzen, was euren ganzen Rechner das Leben kosten könnte. Hier findet ihr einige nützliche Schutzfunktionen von Netzteilen und ihre Abkürzung:

  • Schutz vor Stromspitzen (OCP)
  • Überlastschutz (OLP/OPP)
  • Überhitzungsschutz (OTP)
  • Überspannungsschutz (OVP)
  • Kurzschlussschutz (SCP)
  • Schutz vor Stromstößen (SIP)
  • Unterspannungsschutz (UVP)

Das richtige Netzteil für den Rechner: Modular oder nicht modular?

Netzteil Rechner Seasonic X-Series
Ein weiterer Entscheidungsfaktor für oder gegen ein Netzteil kann das Kabel-Management sein. Ein Rechner mit gut verstauten Kabeln lässt die Lüfter effektiver arbeiten, was im Idealfall einen kühleren PC bedeuten sollte.

Bei einem modularen Netzteil habt ihr nicht mehr den gewohnten Kabelstrang, der aus dem Netzteil ragt, sondern könnt durch Steckverbindungen selbst entscheiden, welche Kabel ihr benötigt und welche ihr weglassen könnt. Dadurch hängen oder liegen keine ungenutzten Kabel in eurem Gehäuse herum, die möglicherweise auch die Kühlleistung beeinträchtigen.

Seasonic X-650 jetzt bei Alternate bestellen *

Bildquellen: Charcompix via ShutterStock

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • Opensource-DVD

    Opensource-DVD

    Die Opensource-DVD ist ein Megaprojekt mit offenem Ende. Seit rund einem Jahrzehnt stellt Christian Trabi die wohl vollständigste Opensource-Sammlung zusammen. Warum das mehr ist, als nur eine Programmsammlung, erfahrt Ihr hier!
    Marco Kratzenberg
  • Opera: VPN aktivieren – so geht's

    Opera: VPN aktivieren – so geht's

    Mit einem VPN könnt ihr das Geoblocking von verschiedenen Seiten umgehen, vor eurem Provider unbemerkt Seiten ansurfen und sicherer in öffentlichen WLAN-Netzen agieren. Die meisten VPN-Services sind jedoch kostenpflichtig und kostenfreie Proxy-Server häufig sehr langsam.
    Thomas Kolkmann 3
* gesponsorter Link