Das richtige Netzteil für den Rechner: Kaufberatung und Empfehlungen zum PSU-Kauf

Thomas Kolkmann

Wer sich seinen Gaming-PC selbst zusammenbaut, kann viel Geld sparen. Beim ersten selbst zusammengestellten Rechner machen viele einen fatalen Fehler: Sie versuchen beim PC-Netzteil zu sparen. Was ihr beim Netzteil-Kauf beachten müsst und welches Netzteil überhaupt für euren Rechner das passende ist, zeigen wir euch hier auf GIGA.

Wenn man sich das erste Mal mit dem Zusammenbauen eines Rechners beschäftigt, lernt man sehr viele Dinge. Oft wälzt man stundenlang Seiten, vergleicht Benchmarks und versucht herauszufinden, welcher Prozessor und welche Grafikkarte ins Budget passt und wie viel RAM man für seine Zwecke benötigt.

Beim Netzteil hört die Recherche aber oft auf: „Was soll man da auch falsch machen?“ – und dann wird einfach ein günstiges Netzteil mit einer möglichst großen Zahl vor dem „Watt“ gekauft. Dass diese Entscheidung aber schlimme Folgen haben kann, merkt man meist erst, wenn es schon zu spät ist. Billige Netzteile von No-Name-Herstellern verfügen meist nicht über Schutzschaltungen und wenn das Netzteil aufgrund der minderwertigen Bauteile abraucht, nimmt es auch gleich den ganzen Rechner mit. Deswegen ist das erste Gebot beim Netzteil-Kauf: Dies ist definitiv nicht die Stelle, an der man sparen sollte!

So findet ihr heraus, welches Netzteil im PC steckt!

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Bauform des Netzteils: ATX, SFX, Mini-ITX, TFX?

Bevor ihr euch mit der Leistung, Wirkungsgrad und Co. beschäftigt, muss erst einmal folgende Frage beantwortet werden: Welche Netzteil-Bauform passt eigentlich in meinen Rechner? Bei den meisten gewöhnlichen Desktop-Towern ist hier die Antwort ATX. Wenn ihr aber ein kleineres PC-Gehäuse nutzen wollt oder euch einen HTPC zusammenstellt, kriegt man gerne auch mal nur ein Netzteil im SFX-, Mini-ITX- oder TFX-Formfaktor unter.

Als aller Erstes solltet ihr euch deswegen anschauen, welche Bauform in euer vorhandenes oder gewünschtes Gehäuse passt. Da ATX-Netzteile der verbreitete Standard sind, sind sie natürlich Preis-Leistungs-technisch den anderen voraus. Ihr könnt euch natürlich auch einfach ein Netzteil im ATX-Formfaktor raussuchen und euch später ein passendes Gehäuse auswählen, jedoch werdet ihr dann Einschränkungen machen müssen, wenn ihr ein besonders platzsparendes Gehäuse haben wollt.

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Das richtige Netzteil für den Rechner: Wie viel Watt brauche ich?

Als nächstes sollte man klären, wie viel Watt das Netzteil haben sollte. Entgegen der häufig vertretenen Meinung vieler Gamer, braucht ihr nämlich kein 1200 Watt PSU, nur weil eine moderne Grafikkarte in eurem Rechner steckt. Ganz im Gegenteil werden aktuell viele Komponenten im PC immer energieeffizienter, wodurch auch ein Netzteil mit weit weniger Leistung euren Gaming-PC auch unter Hochlast problemlos versorgen kann.

Wofür steht die Abkürzung PSU? Beim Netzteilkauf seid ihr vielleicht schon öfter über dieses Akronym gestolpert: PSU steht dabei ganz einfach für Power Supply Unit, was übersetzt nichts anderes als Netzteil bedeutet.

Eine gute Möglichkeit, um zu errechnen, was euer PC an Stromleistung benötigt, sind die verschiedenen Netzteil-Rechner von beispielsweise be quiet! oder MSI. Hier gebt ihr einfach die Spezifikationen eures Gaming-PCs ein und erhaltet die ungefähre Stromleistung unter Last. Ein Netzteil, welches etwas über dem errechneten Wert liegt, sollte (rein theoretisch) ausreichen, um euren Rechner beim Spielen problemlos zu unterstützen.

Allgemein ist es aber ratsam, ein Netzteil einzubauen, welches unter der Maximallast noch etwas Luft nach oben hat. Mit einem PSU, welches rund 100 Watt mehr leistet, als ihr maximal benötigt, seid ihr auf der sicheren Seite. Da Netzteile und vor allem deren Kondensatoren altern, verlieren sie an Leistung. Die Lebensdauer kann dazu durch Wärme und Last verkürzt werden. Wenn ihr also ein Netzteil kauft, welches gerade so euren Rechner unter Volllast versorgen kann, kann es nach wenigen Monaten bereits zu Abstürzen in Spielen kommen, da das Netzteil nicht mehr die erforderliche Leistung erbringen kann. Wer sein Rechner später noch weiter ausbauen, besonders viel Peripherie und externe Geräte anschließen möchte oder den PC übertakten will, kann nochmal 50 Watt oben drauf rechnen.

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PC-Netzteile: Wirkungsgrad (80-PLUS-Zertifikat) & Schutzfunktionen

Doch nur weil ihr nun wisst, wie viel Watt das Netzteil braucht, um euren Rechner effizient zu unterstützen, ist immer noch nicht die Frage geklärt, welches Netzteil ihr kaufen solltet. Ein weiterer Punkt, um herauszufinden, ob ein Netzteil qualitativ hochwertig ist, ist der Wirkungsgrad. Dank 80 PLUS, einer nordamerikanischen Initiative zur Förderung von PC-Netzteilen, könnt ihr bereits am Siegel erkennen, ob das jeweilige Netzteil einen guten Wirkungsgrad hat.

Das 80-PLUS-Zetifikat wird nur Netzteilen verliehen, die bei den Lastpunkten 20, 50 und 100 Prozent jeweils einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreichen. Für einen noch höheren Wirkungsgrad werden dann die Siegel 80 PLUS Bronze, Silver, Gold, Platinum und Titanium vergeben.

Wirkungsgrad bei 230 V (nicht redundant)
bei 20 % Last bei 50 % Last bei 100 % Last
82 % 85 % 82 %
Bronze 85 % 88 % 85 %
Silver / Silber 87 % 90 % 87 %
Gold 90 % 92 % 89 %
Platinum / Platin 92 % 94 % 90 %
Titanium / Titan 94 % 96 %
94 %

Darüber hinaus solltet ihr beim Kauf des Netzteils für euren Rechner immer die Details lesen und nach den verschiedenen Schutzfunktionen Ausschau halten. Günstige Netzteile bieten oft keinen Schutz vor Spannungsspitzen, Kurzschlüssen oder teilweise sogar nicht vorm Überhitzen – was eurem ganzen Rechner das Leben kosten könnte. Hier findet ihr einige nützliche Schutzfunktionen von Netzteilen und ihre Abkürzung:

  • Schutz vor Stromspitzen (OCP)
  • Überlastschutz (OLP/OPP)
  • Überhitzungsschutz (OTP)
  • Überspannungsschutz (OVP)
  • Kurzschlussschutz (SCP)
  • Schutz vor Stromstößen (SIP)
  • Unterspannungsschutz (UVP)

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Vorteile eines modularen Netzteils

Ein weiterer Entscheidungsfaktor für oder gegen ein Netzteil kann das Kabel-Management sein. Ein Rechner mit gut verstauten Kabeln lässt die Lüfter effektiver arbeiten, was im Idealfall einen kühleren PC bedeuten sollte.

Bei einem modularen Netzteil habt ihr nicht mehr den gewohnten Kabelstrang, der aus dem Netzteil ragt, sondern müsst an die Steckverbindungen nur die Kabel anschließen, die ihr benötigt. Dadurch hängen oder liegen keine ungenutzten Kabel in eurem Gehäuse herum, die möglicherweise auch die Kühlleistung beeinträchtigen.

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Bildquellen: Charcompix via ShutterStock

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