Das USK-Logo findet ihr bei Spielen auf der Vorderseite der Verpackung - dazu gibt es dann außerdem noch eine Altersbeschränkung. Aber was bedeutet USK eigentlich? Wer legt fest, welche Altersfreigabe ein Spiel erhält und wie läuft das im Einzelnen ab? Im folgenden Ratgeber findet ihr die Antworten.

Rise of the Tomb Raider: Lara und der Guerilla-Kampf (Video)

Videospiele umfassen heutzutage eine Vielzahl an Themen - neben kindgerechten Adventures und Geschicklichkeitsspielen bietet der Markt harte Shooter, Horrospiele und zahlreiche Games mit teils drastischen Gewaltdarstellungen. Um sicherzustellen, dass Spiele nicht in falsche Hände geraten gibt es in Deutschland die USK, die die Inhalte von Games prüft und anschließend eine Altersfreigabe ausspricht.

USK Prüfung
Die USK prüft sämtliche Spiele in Deutschland vor dem Erscheinen auf jugendgefährdende Inhalte. (Bildquelle: USK)

USK - Was ist das? Bedeutung leicht erklärt

Die Abkürzung USK steht für „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“. Gemeint ist damit eine freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft, die dafür zuständig ist, sämtliche Computerspiele in Deutschland zu überprüfen. Die USK prüft jedes neue Videospiel vor dem Erscheinen und spricht danach eine Altersfreigabe dafür aus.

  • Gegründet wurde die USK 1994, seitdem wurden etwa 40.00 Prüfverfahren eingeleitet.
  • Ihren Sitzt hat die USK in Berlin - in der Geschäftssttelle arbeiten zehn feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Dazu kommen acht ehrenamtliche Spielesichter und rund 50 unabhängige Jugendschutzsachverständige.
  • Die USK ist als zuständige Selbstkontrolle der Spielindustrie staatlich anerkannt.

Anders als der Name vermuten lässt, ist die Selbstkontrolle aber keineswegs komplett freiwillig - wenn ein Publisher sein Spiel auf den Markt bringen will, muss er es heute zwingend von der USK prüfen lassen. Seit der Änderung des Jugendschutzgesetzes 2003 müssen die Spielehersteller die Einstufung der USK zudem gut sichtbar auf der Verpackung des Spiels und auf dem Datenträger platzieren. Im Einzelhandel dürfen die Spiele dann nur an solche Personen verkauft werden, die das von der USK festgelegte Mindest-Alter haben.

Zum Thema: Altersfreigaben der USK

Beim Prüfverfahren der USK gibt es insgesamt fünf Altersfreigaben, die von den gezeigten Inhalten im Spiel abhängig sind:

  • Freigegeben ohne Altersbeschränkung: Familienfreundliche Spiele, z.B. Geschicklichkeits- und Gesellschaftsspiele, Sportspiele und Jump 'n Runs wie Yoshis Wooly World.
  • Freigegeben ab 6 Jahren: Familienfreundliche Spiele, die etwas spannender und wettkampfbetonter sind
  • Freigegeben ab 12 Jahren: Deutlich kampfbetontere Spiele, die allerdings meist nicht in einem realistischen Setting angesiedelt sind. Hier findet man viele Arcade-, Strategie und Rollenspiele.
  • Freigegeben ab 16 Jahren: Spiele dieser Kategorie zeigen häufig Gewalthandlungen - auch in realistischen Kontexten.  In der Mehrzahl handelt es sich hierbei um militärische Strategiespiele, Shooter und Action-Adventures wie Rise of the Tomb Raider.
  • Freigegeben ab 18 Jahren: Spiele mit einer sehr düsteren und bedrohlichen Atmosphäre und drastischen Gewaltdarstellungen. Beispiele: God of War, Resident Evil 6.
Resident Evil 4 Chainsaw
Resident Evil 4 und der berüchtigte Kettensägen-Mann: Ein klassisches Beispiel für „Keine Jugendfreigabe“. (Bildquelle: Capcom)

So funktioniert die Prüfung der USK

Bevor ein Publisher ein Spiel auf den Markt bringt, wendet er sich zunächst an die USK, wo er gegen eine Gebühr eine Einschätzung des Spiels erhält. Das Spiel wird dann von einem Prüfgremium unter dem Vorsitz des ständigen Vertreters der Obersten Landesjugendbehörden in einem umfangreichen Verfahren gecheckt.

USK Altersfreigabe Grafik
Die fünf Altersfreigabestufen der USK. (Bildquelle: USK)
  • In dem Prüfverfahren werden die jeweiligen Spiele von den USK-Sichtern  mit Hilfe von Lösungshilfen der Publisher durchgespielt - danach präsentieren die Sichter Ihre Ergebnisse dem Gutachtergremium. Der Schwerpunkt der Arbeit der USK liegt dabei auf jugendschutzrelevanten Inhalten.
  • Auf Wunsch können die Gutachter außerdem auch selbst Hand anlegen und einzelne Abschnitte des Spiels selber durchspielen und prüfen um sich ein genaues Bild von dem Spiel zu machen. Viele Gutachter haben Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit und sind hauptberuflich als Pädagogen, Sozialwissenschaftler oder Journalisten tätig.
  • Nach der Prüfung erhält das Spiel anschließend eine Altersfreigabe (siehe oben). Sind die Gutachter der Meinung, dass das Spiel schwer jugendgefährdend ist oder sogar den Straftatbestand der Gewaltverherrlichung erfüllt, legen sie es anschließend der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) vor. Diese entscheidet dann in einem weiteren Verfahren darüber, ob das Produkt indiziert wird oder nicht.
  • Ist ein Spiel indiziert, darf es nicht offen verkauft werden, außerdem darf auch keine Werbung dafür gemacht werden -um das zu vermeiden, schneiden die Publisher im Zweifelsfall lieber kritische Szenen aus dem Spiel heraus.

Bei Filmen oder Serien gibt es übrigens ein ganz ähnliches Verfahren, hier ist allerdings nicht die USK, sondern die FSK zuständig. Kurioserweise sind laut FSK manche Filme an Feiertagen per Gesetz verboten. Wir zeigen euch außerdem auch 7 geniale Spiele, denen weniger Gewalt gut getan hätte.

Bildquelle Artikelbild: USK