WLAN-Antenne nachrüsten: Was bringt das? Wie wirds gemacht?

Marco Kratzenberg

Mindestens eine WLAN-Antenne befindet sich an oder in jedem Wifi-Router. Die reichen aber oft nicht aus, um ein stabiles Netzwerk über längere Strecken oder durch mehrere Wände zu gewährleisten. Wir zeigen euch, was ihr da mit nachrüstbaren WLAN-Antennen verbessern könnt.

Wenn es immer wieder zu Verbindungsabbrüchen kommt, die gestreamten TV-Sendungen ruckeln und Seiten nicht laden wollen, dann kann man zu einem WLAN-Verstärker greifen. Damit werden die Signale auf halbem Wege entgegengenommen und dann verstärkt weitergeleitet. Manchmal reicht es auch schon, den Router an eine bessere Position zu stellen. Aber wenn das immer wieder passiert, sollte man eventuell eine bessere WLAN-Antenne installieren. Welche Typen es gibt und wie sie arbeiten, erklären wir euch hier.

So kann man übrigens ein WLAN-Passwort auslesen:

Bilderstrecke starten
5 Bilder
So zeigt ihr das WLAN-Passwort an (Windows 10).

Welche WLAN-Antenne für welchen Zweck?

Es gibt drei Arten von WLAN-Antennen, die unterschiedliche Anwendungsgebiete haben.

  • Richtantennen: Diese Antennen sind meist wie ein Stab geformt, der nur in eine bestimmte Richtung einen starken Strahl bündelt. Manchmal erinnern sie an Satellitenantennen mit einer Richtschüssel.
  • Rundstrahlantennen: Dieser Typ ist ebenfalls stabförmig, strahlt aber ein gleichstarkes Signal in alle Richtungen gleichzeitig ab.
  • Sektorantennen: Sie versorgen einen Sektor eines Gebietes. Ihr Sendestrahl geht nicht rundherum, ist aber etwas breiter als beim Richtstrahl. Sie sind meist eher kastenförmig.

Richtantennen setzt man in der Regel ein, um gezielt eine Empfangsstation mit einer stabilen Verbindung zu erreichen. Dabei kann der gebündelte Strahl längere Distanzen als normale WLAN-Antennen überwinden. Allerdings sind diese Antennen eher Sender als Empfänger. Solange die andere Seite nicht ebenfalls eine Richtantenne verwendet, ist eine echte Datenkommunikation nicht gegeben.

Rundstrahlantennen kann man in der Mitte eines Hauses oder eines Firmengeländes einsetzen, um ein möglichst großes Gebiet gleichmäßig abzudecken.

Sektorantennen finden Verwendung, um beispielsweise an Hauswänden angebracht zu werden. Sie müssen nicht nach hinten abstrahlen, können aber das vor ihnen liegende Gebiet versorgen.

Ein WLAN aus der Steckdose ist auch noch eine Alternative zur WLAN-Antenne:

Starkes und zuverlässiges WLAN mit devolo Powerline.

Worauf muss man beim Kauf einer WLAN-Antenne achten?

Einerseits geht es bei der WLAN-Antenne natürlich um die Abstrahlwinkel. Andererseits müsst ihr aber auch auf das verwendete Frequenzband achten. WLAN arbeitet in zwei unterschiedlichen Frequenzbereichen von 2,4 und 5 GHz. In der Regel sind die angebotenen Antennen auf ein Frequenzband beschränkt. Wenn ihr beide Bereiche benötigt, solltet ihr zum Beispiel eine Dual-Band-Antenne kaufen.

Hier könnt ihr eine Übersicht der verschiedenen Typen bei Amazon sehen:

Verschiedene WLAN-Antennen bei Amazon *

Bei der Suche nach der richtigen Antenne könnt ihr auch Überlegungen anstellen, wie euer spezielles Problem zu lösen ist. Es gibt beispielsweise Sende- und Empfangsantennen fürs WLAN. Wenn ihr mit dem Empfang an eurem Laptop Probleme habt, könnt ihr eventuell auch eine (Beispiellink zu einem Produkt bei Amazon) nutzen. Damit werden die Empfangsmöglichkeiten verstärkt, was eure Schwierigkeiten beseitigen kann.

Wichtig: Welche Anschlussmöglichkeiten hat euer Router

Bevor ihr euch für den Kauf einer WLAN-Antenne entscheidet, solltet ihr einmal kontrollieren, ob ihr überhaupt eine Antenne anschließen könnt!

Hier gibt es keine Anschlussmöglichkeit für eine WLAN-Antenne (Bildquelle: Telekom).

Viele Router kommen mit fest montierten oder sogar innen liegenden Antennen und haben keine Möglichkeit eine andere Antenne anzuschließen. Die beste Antenne nützt euch nichts, wenn ihr sie nicht montieren könnt.

In so einem Fall habt ihr tatsächlich nur diese Möglichkeiten als Alternative zu einer WLAN-Antenne:

  • Verwendet ein Powerline-Netz über die Steckdose.
  • Baut ein „Mesh-WLAN“ auf. Dabei werden mehrere kleine Sende- und Empfangsstationen im Haus verteilt, die alles mit einem gleichmäßigen Netz überdecken und WLAN bis in den letzten Winkel ermöglichen.
  • Nutzt WLAN-Repeater. Die sind in der Regel zwar teurer als eine WLAN-Antenne, dafür aber leicht zu installieren und überall einzusetzen, wo es einen Stromanschluss gibt.
  • Stellt eine Kabelverbindung her.

Falls diese Optionen aber nicht zufriedenstellend sind, könnt ihr als letzte Möglichkeit einen anderen Router anschaffen, der entweder selbst eine stärkere Sendeleistung (oder mehr Antennen) bietet oder der über Antennen-Anschlussbuchsen verfügt.

Neue Artikel von GIGA TECH

* gesponsorter Link