Wohl mit keiner anderen Maßnahme erhält man mehr PC-Spieleleistung wie dem Aufrüsten der Grafikkarte. Es handelt sich aber auch um eine teure Maßnahme: Brauchbare Gaming-Grafikkarten fangen bei etwa 130 Euro Neupreis an, nach oben hin sind erst ungefähr beim Zehnfachen dieses Preises Grenzen gesetzt. Auf dem Gebrauchtmarkt kann man aber sogar darunter das eine oder andere Schnäppchen machen.

Grafikkarten der letzten Generation wie die Geforce GTX 970 (hier ein Hersteller-Modell von MSI) sind lohnende Ziele für Gebraucht-Schnäppchen
Grafikkarten der letzten Generation wie die Geforce GTX 970 (hier ein Hersteller-Modell von MSI) sind lohnende Ziele für Gebraucht-Schnäppchen

Aktuell ist eine gute Zeit, um nach einer gebrauchten Grafikkarte zu suchen, die ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis aufweist. Denn die beiden Platzhirsche unter den Chipherstellern, Nvidia und AMD, haben in den vergangenen Monaten eine frische Generation an Chips auf den Markt gebracht, wodurch die Modelle mit den Vorgängerchips rapide im Preis gesunken sind – sowohl neue als auch gebrauchte Grafikkarten sind günstig wie nie zu finden.

Die richtige Grafikkarte zum Aufrüsten finden – so geht's

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  1. Ermittle den Typ deiner Grafikkarte, beispielsweise AMD Radeon R7 370 oder Nvidia Geforce GTX 960. Auch hierbei hilft das Tool CPU-Z, du findest die Information im Reiter „Graphics“.
  2. Versuche, dir per Netzrecherche ein realistisches Bild des Leistungspotenzials deiner aktuellen Grafikkarte zu machen und welche Karte ein sinnvolles Upgrade darstellen könnte. Achtung: Die Werte auf dem Datenblatt sind weniger wichtig, was zählt ist die effektive Spieleleistung – vergleichende Spiele-Benchmarks mit unterschiedlichen Karten findest du auf zahlreichen Seiten im Netz.
  3. Bei der Auswahl einer neuen Grafikkarte gilt: Ab einer Mehrleistung von 15 bis 20 Prozent merkt man den Unterschied im Alltag.

Tipps zur Auswahl der Grafikkarte

  • High-End-Grafikkarten sind meist recht groß und lang. Achte darauf, dass in deinem Gehäuse genug Platz ist.
  • Die Energieeffizienz einer Grafikkarte im Desktop-Bereich kann in der Regel vernachlässigt werden. Selbst ein „Strom-Schluckspecht“ wird nur wenige Euro Mehrkosten, aufs Jahr gerechnet, verursachen.
  • Allerdings solltest du beachten, dass Grafikkarten mit geringerer Effizienz heißer werden, wodurch sich der Lüfter schneller dreht und unter Umständen mehr Lärm erzeugt wird. Hier ist zumindest ein gutes Kühlerdesign Pflicht – lies dir also auch Reviews zu deiner Wunsch-Grafikkarte durch.
  • Die Menge des Grafikspeichers hat keinen direkten Einfluss auf die Performance, wohl aber auf Lade- und Nachladezeiten. Außerdem ist man mit mehr Speicher auch besser für anspruchsvollere Spiele der Zukunft gerüstet. 2 GB Grafikspeicher sind für Spieler aktuell die absolute Untergrenze – mit weniger machen höchstens alte Spiele oder Games mit drastisch reduzierten Details Spaß, 4 oder 6 GB sind wesentlich sicherer.
  • Referenzmodell oder Herstellervariante? In der Praxis ist das eine Frage der Geräuschkulisse. Werkseitige Übertaktungen sind zwar nett, machen aber in der Regel nur geringe Unterschiede. Wer selbst seine Grafikkarte übertakten will, sollte freilich zu entsprechend präparierten Herstellerkarten greifen.
  • Dank AMDs Crossfire oder Nvidias SLI-Technik lässt sich die theoretische Grafikleistung verdoppeln, wenn man zwei Grafikkarten desselben Typs in den PC einbaut. Die Nachteile – Mikroruckler, schlecht oder gar nicht optimierte Spiele und exorbitanter Stromverbrauch – wiegen die Vorteile aber nicht auf. Lasst besser die Finger davon und setzt auf Single-Chip-Lösungen.
  • Ebenfalls wichtig ist, dass dein Netzteil hinreichend stark ist, wenn du auf eine performantere Grafikkarte wechselst. Mit einem Markennetzteil, das 500 Watt Leistung und ein „80+“-Siegel besitzt, bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite.
Potente Grafikkarten  wie die Geforce GTX 970 sind auf dem Gebrauchtmarkt teils deutlich preiswerter (Screenshot: eBay.de)
Potente Grafikkarten wie die Geforce GTX 970 sind auf dem Gebrauchtmarkt teils deutlich preiswerter (Bildquelle: eBay.de)

Ein typisches Beispiel zur Grafikkarten-Aufrüstung

In deinem Rechner tickt eine Nvidia Geforce GTX 580 mit 1,5 GB RAM. Durch eine Recherche im Netz findest du heraus, dass du mit einer Geforce GTX 970 mit 3,5 GB rund das Doppelte an Spieleleistung bekommst. Genug Platz im Rechner und ein ausreichend starkes Netzteil sind vorhanden. Bei ebay schießt du eine gebrauchte GTX 970 für etwa 200 Euro, die sogar noch Restgarantie besitzt. Deine alte Grafikkarte wirst du, abzüglich Gebühren und Versand, für 50 Euro los, sodass du für 150 Euro ein extremes Gaming-Upgrade für deinen Rechner bekommen hast. Herzlichen Glückwunsch!

Auf der nächsten Seite verraten wir, worauf man beim Aufrüsten mit gebrauchten SSDs, Arbeitsspeicher-Riegeln und Monitoren achten sollte.