Nintendo Switch: Konsole endgültig gehackt, kein Sicherheitsrisiko für Verbraucher

André Linken

Allem Anschein nach wurde die Nintendo Switch vor kurzem endgültig geknackt, was weitreichende Konsequenzen haben könnte. Eine Gefahr für Verbraucher besteht allerdings nicht, da die Konsole wohl nur über die Hardware gehackt werden kann.

Nintendo Switch – Playing to Win Trailer – E3 2017.

Update vom 27. April 2018:

Nintendo hat sich bislang zwar noch nicht zur Sicherheitslücke der Switch geäußert, dafür gab nun Nvidia ein Statement zum Thema ab. Schließlich besteht die Schwachstelle in ihrer Tegra-Hardware, die unter anderem in der Hybridkonsole verwendet wird.

Es scheint so, als hätten mehrere besorgte Spieler bei Nvidia angefragt, ob sie denn nun Angst haben müssten, dass ihre eigene Konsole gehackt wird. Nvidia gibt direkt Entwarnung: Konsolen können nicht aus der Ferne gehackt werden, auch dann nicht, wenn eine Verbindung zum Internet besteht. Um die Switch zu knacken und unverifizierte Software darauf zu installieren, muss Zugang zur Hardware bestehen. Von einer Gefährdung durch Malware auf Geräten mit Tegra-Hardware ist dem Hersteller bislang nichts bekannt.

Des weiteren arbeitet Nvidia wohl an dem Problem und berät mit Partnern wie Nintendo, was getan werden kann, um der Sicherheitslücke entgegenzuwirken. Eine Problemlösung scheint aber nicht in Sicht zu sein. Es wird also auch weiterhin möglich sein, die Sicherheitslücke auszunutzen – beispielsweise um neue, eigene Betriebssysteme zu installieren.

Originale Meldung vom 24. April 2018, 16:00 Uhr:

Der Bericht über den erfolgreichen Crack kommt von der Hackerin Katherine Temkin, die den entsprechenden Exploit samt genauer Beschreibung vor kurzem im Rahmen einer FAQ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Ihren Ausführungen zufolge kommt der besagte Exploit fast schon dem „Heiligen Gral“ in der Hacker-Szene gleich, da er weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Die eigentliche Schwachstelle ist im sogenannten Boot-ROM der Tegra-Hardware von Nvidia zu finden, die in jeder Switch-Konsole verbaut wurde. Um den Exploit nutzen zu können, muss sich die Konsole im USB-Recovery-Modus befinden. Laut der FAQ ist das jedoch angeblich recht einfach über eine bestimmte Kombination mit den Tasten Volume Up, Home und Power recht einfach möglich.

Sobald der Exploit ausgenutzt wurde, ist es möglich, eigene Software auf der Switch zu installieren und tatsächlich auch zu starten. Ein Video der Hacker zeigt beispielsweise deutlich, wie das Betriebssystem auf der Nintendo-Konsole zum Einsatz kommt. Somit wäre auch dem Einsatz des Dolphin-Emulators quasi Tür und Tor geöffnet.

Passend zum Thema: Das sind die besten Hacker-Filme.

Bilderstrecke starten
13 Bilder
Die besten Hacker-Filme: Von Crackern, Hackern und Cyber-Spezialisten.

PlayStation 4: Konsole geknackt, Jailbreak erfolgreich

Besonders knifflig für Nintendo: Den Hackern zufolge ist es nicht möglich, diesen Exploit per Software-Update zu beseitigen. Das ist allem Anschein nach nur durch eine Veränderung der Hardware (Boot-ROM) möglich. Demnach könnte sich die ganze Angelegenheit schnell zu einem großen Problem für Nintendo entwickeln. Eine offizielle Stellungnahme steht derzeit noch aus.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung