Absurder „Speed-Hack“ in Windows 95: So macht man seinem antiken System Beine

Robert Kohlick

Windows 95 ist inzwischen mehr als 24 Jahre alt und war für Microsoft ein echter Meilenstein. Trotzdem hatte das Betriebssystem einige Macken, die man sich als Nutzer ab und an zu Nutze machen konnte. Eine davon galt jahrelang als Gerücht, entpuppt sich nun jedoch als wahr – und sorgt für einen echten Leistungsschub.

Absurder „Speed-Hack“ in Windows 95: So macht man seinem antiken System Beine
Bildquelle: Microsoft / Mockuper.net.

Windows 95: Schnellere Installationen dank Mauswackeln

Bereits kurz nach dem Verkaufsstart von Windows 95 machten zahlreiche Gerüchte und Anleitungen die Runde, die versprachen, das Betriebssystem zu beschleunigen. Eine der absurdesten Behauptungen: Wer konstant mit seiner Maus wackelt, sorgt dafür, dass das Betriebssystem Programme schneller installiert. Verrückt, oder?

Anscheinend weniger verrückt als gedacht. Denn laut einer Diskussion auf Stackexchange entspricht diese These der Wahrheit. Wer seine Maus auf seinem Bildschirm hin- und herschob, konnte laut der Aussagen der Nutzer nicht nur Programme in kürzerer Zeit installieren, sondern auch schneller in Dokumenten scrollen und fixer seine Festplatte defragmengtieren.

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„Speed-Hack“ in Windows 95: Wie funktioniert der Maus-Trick?

Doch wie kann es sein, dass alleine durch das Bewegen der Maus das Betriebssystem deutlich schneller arbeitet? Auch diese Frage konnte von einem der Nutzer der Frage-Webseite geklärt werden:

Dies liegt an einem Fehler in der Art und Weise, wie Windows 95 Ereignisse erzeugt – und an der Tatsache, dass viele Anwendungen ereignisgesteuert sind.

Windows 95-Anwendungen verwenden oft asynchrone Eingaben und Ausgaben (I/Os). Das heißt, sie verlangen, dass eine Dateioperation wie eine Kopie ausgeführt wird, und sagen dann dem Betriebssystem, dass sie in den Ruhezustand versetzt werden können, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist. Indem sie schlafen, geben sie andere Anwendungen die Möglichkeit, ebenfalls zu laufen, anstatt CPU-Zeit zu verschwenden und immer wieder zu fragen, ob die Dateioperation bereits abgeschlossen ist.

Aus Gründen, die nicht ganz klar sind, aber wahrscheinlich auf Performance-Probleme auf Low-End-Rechnern zurückzuführen sind, neigt Windows 95 dazu, die Meldungen über die Eingabe-Ausgabe-Vervollständigung zu bündeln und weckt die Anwendung nicht sofort auf, um ihre Anfragen zu beantworten. Die Anwendung wird jedoch aufgeweckt, wenn der Benutzer Eingaben tätigt. Wahrscheinlich deswegen, damit das Betriebssystem reaktionsschneller wirkt. Und wenn die Anwendung schon mal wach ist, werden auch alle ihre anstehenden I/O-Meldungen verarbeitet.

Wenn man also mit der Maus wackelt, verarbeitet die Anwendung I/O-Meldungen schneller.

Laut dem Nutzer fällt der Effekt so stark aus, dass man mit dem Trick die Installation von großen Programmen, die normalerweise rund eine Stunde in Anspruch nehmen, auf etwa 15 Minuten reduzieren kann.

Zurück in die Gegenwart. Wir haben für euch ein paar Tipps für Microsofts aktuelles OS zusammengestellt: 

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Unsere 12 besten Tipps für Windows 10.

Was sagt ihr zu diesem verrückten Speed-Hack in Windows 95? Kanntet ihr das Phänomen bereits? Habt ihr damals den Trick vielleicht sogar selbst benutzt? Oder habt ihr gedacht, dass das absoluter Quatsch ist? Welche kleinen Tricks kennt ihr noch für das alte Betriebssystem, die vielleicht nicht jedem bewusst waren? Schreibt uns eure Meinungen zum Thema und eure Antworten gerne in die Kommentare.

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