Bei Vodafone kehrt keine Ruhe ein: Monate nach dem ersten Bekanntwerden von Betrugsfällen in Partnershops wendet sich ein Insider gegen den Telekommunikationskonzern. Vodafone nennt ihn einen Erpresser, bezieht offiziell Stellung zu den Vorgängen – und gibt Tipps, was Kunden tun können.

 

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Vodafone schließt dutzende Shops wegen Fake-Verträgen

Vor einigen Wochen bereits wurde bekannt, dass Vodafone in einigen Shops mit illegalen Vertriebstaktiken von Partnerunternehmern zu kämpfen hat. Inzwischen sind die Ausmaße zumindest in Teilen deutlicher: Laut eigenen Angaben hat Vodafone 15 mal Strafanzeige gestellt, mit 10 Partnern die Zusammenarbeit beendet. Insgesamt sind 53 Vodafone-Shops in diesem Zusammenhang geschlossen worden (Quelle: Vodafone).

Dem Mobilfunkanbieter war auch durch Hilfe eines Hinweisgebers bekannt geworden, dass Kunden systematisch Verträge untergeschoben wurden, „teils mit hoher krimineller Energie“, wie das Unternehmen schreibt. In anderen Fällen seien den Kundinnen und Kunden Rabatte versprochen worden, die Betrüger hätten so zum Schaden von Kunden und Unternehmen gehandelt.

Der Hinweisgeber, selbst ehemaliger Vodafone-Partner, soll sich gegen den Konzern gewendet haben. Man sei für dessen Hilfe dankbar, heißt es einerseits. Andererseits habe der Insider ein „Honorar“ in Höhe von 900.000 Euro verlangt (Quelle: n-tv). Ohne das werde er keine weiteren Angaben machen. Zuerst hatte der Spiegel über die vermeintlich hintergründigen Absichten des Hinweisgebers berichtet.

Vodafone zeigt Tippgeber wegen Erpressung an

Vodafone erklärt, es sei zudem mit der Veröffentlichung sensibler Kundendaten gedroht worden, der Konzern spricht vom Versuch der Erpressung, dem man nicht stattgebe. Stattdessen
habe man „gegen den Hinweisgeber bereits vor geraumer Zeit bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anzeige wegen Erpressung und unerlaubter Weitergabe von personenbezogenen Daten und Geschäftsinterna erstattet“.

Nicht in allen Fällen, von denen der Whistleblower berichtete, habe man im Nachhinein Betrügereien feststellen können. Mit den betroffenen Kunden trete man direkt in Kontakt, schriftlich oder per Telefon. Entstandene Schäden erstatte man vollständig.

Im Zuge der Vorfälle seien außerdem die Kontrollsysteme für Partneragenturen und -shops überarbeitet worden, so Vodafone. Die Masche trifft dabei nicht nur den Düsseldorfer Mobilfunkanbieter: Bei o2 und seinen lizenzierte Partnershops soll es ganz ähnliche Fälle gegeben haben.

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So sollten sich Vodafone-Kunden jetzt verhalten

Direkt betroffene Kunden müssen laut Vodafones Aussage nicht selbst aktiv werden, sondern werden von ihrem Anbieter kontaktiert. Wer sich unsicher ist, ob beim eigenen Vertrag alles mit rechten Dingen zugegangen ist, kann sich per Service-Hotline unter 0800 172 1212 an Vodafone wenden. Das Unternehmen empfiehlt außerdem – wie auch bei anderen Vertragsabschlüssen – immer die gesamten Vertragsunterlagen aufmerksam zu prüfen.