Amazon entwickelt einen internen Messenger für seine Mitarbeiter. Schon vor dem Start ist aufgefallen, dass in der App über bestimmte Themen nicht geredet werden darf. Wörter wie „Freiheit“, „Lohnerhöhung“, „Toilette“ und „Gewerkschaft“ filtert der Messenger automatisch heraus, so ein Bericht. Amazon wiegelt ab.

 
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Amazon: Messenger mit umfangreichem Wortfilter

Obwohl Amazons neuer Messenger für die interne Kommunikation noch gar nicht fertig ist, hagelt es bereits Kritik. Einem neuen Bericht zufolge ist die App mit einem ziemlich umfassenden Wortfilter ausgestattet, bei der eine ganze Reihe an englischen Begriffen automatisch herausgefiltert werden. Offiziell möchte Amazon mit der App die Produktivität und „das Glück“ der eigenen Mitarbeiter fördern.

Die Liste der zensierten Begriffe ist lang. Mitarbeiter sollen allem Anschein nach Begriffe wie „Gewerkschaft“, „Ungerechtigkeit“ und „Gefängnis“ ebenso wenig verwenden wie „ist mir egal“, „dumm“, „entlassen“ oder „ich hasse“. Zensiert wird auch „Sklave“, „Plantage“ und „existenzsichernder Lohn“ (Quelle: The Intercept).

Dass selbst Begriffe wie „Toilette“ gefiltert werden, dürfte mit Berichten zusammenhängen, nach denen es manche Mitarbeiter in den USA aufgrund immensen Arbeitsdrucks nicht mal auf die Toilette schaffen und stattdessen in Flaschen pinkeln.

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App-Zensur: Amazon wiegelt ab

Amazon hat sich zu den Vorwürfen bereits geäußert und legt Wert auf die Feststellung, dass die App noch nicht fertig sei. Es würde auch keine Pläne geben, „viele der gesammelten Wörter“ zu blockieren, erläutert eine Sprecherin. Ob der interne Messenger jemals eingeführt werde, steht Amazon zufolge auch noch nicht fest.

Berichte rund um Zensur in der Chat-App kommen für Amazon zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Erst vor wenigen Tagen gaben die Amazon-Beschäftigten in einem Fulfillment Center in New York bekannt, dass sie sich als erster Amazon-Standort in den USA erfolgreich gewerkschaftlich organisiert haben.