Seit einiger Zeit hilft die Apple Watch nicht nur beim Fitness, sondern auch bei der Erkennung von Herzrhythmus­störungen. In einem aktuellen Fall halfen die Aufzeichnungen der Smartwatch aber dabei eine weitere Erkrankung am Herz festzustellen – und so möglicherweise einen Herzinfarkt verhindert hat.

 

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Apple Watch: EKG-Aufzeichnungen weisen auf Herzdurchblutungsstörungen hin

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift European Heart Journal wird von einem Fall einer 80-jährigen Patientin in Mainz berichtet, welche über Schmerzen in der Brust, unregelmäßigen Puls und das Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren, geklagt hat. Die Trägerin der Apple Watch war in die Chest Pain Unit der Universitätsmedizin Mainz gekommen, wo sowohl ein traditionelles Elektro­kardiogramm (EKG) als auch Blutuntersuchungen durchgeführt wurden. Beide Untersuchungen blieben jedoch unauffällig. Die wichtigen Hinweise auf die Erkrankung wurden jedoch in den EKG-Aufzeichnungen der Apple Watch entdeckt.

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Die Patentin hatte diese zuvor mit Hilfe der Smartwatch auf dem iPhone gespeichert und half den Ärzten somit dabei, die Beschwerden zu diagnostizieren. Konkret konnten die Experten in diesem Fall deutliche Hinweise auf eine schwere und akute Herzdurchblutungsstörung feststellen.

Danach wurde die Patientin mit einem Herzkatheter untersucht, wobei eine Koronare Herzkrankheit (KHK) festgestellt wurde. Dies hätte zu einem Herzinfarkt führen können. Im Rahmen einer Operation wurden die Herzkranzgefäße daraufhin mit einem Ballon gedehnt und mit Stents versorgt. Sie konnte das Krankenhaus einen Tag später wieder verlassen.

Hilfreiche Tipps für den Umgang mit der Apple Watch:

Tipps für die Apple Watch

Apple Watch: EKG-Aufzeichnung hilft bei Diagnose

Dr. Thomas Münzel vom Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz sagte gegenüber dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK): „Unserer Meinung nach ist dies der erste Fall, der auch Herzdurchblutungs­störungen aufzeigen konnte. Wenn man bedenkt, dass Millionen Menschen eine solche Uhr tragen, ist unsere Beobachtung dann schon sensationell.“ Bislang wurde die EKG-Funktion der Apple Watch primär zur Erkennung von Herzrhythmus­störungen wie Vorhofflimmern genutzt. Münzel lobte des Weiteren die einfache Bedienung der Apple Watch.

Die Health-App auf dem mit der Watch verbundenen iPhone erlaubt einen Export eines EKG in ein PDF, welches somit einfach an die behandelnden Ärzte weiter­gegeben werden kann. Dieses Dokument enthält den 30 Sekunden langen Mitschnitt und hilft so möglicherweise – wie im aktuellen Beispiel zu sehen war – auch dann bei einer Diagnose, wenn bei einer Untersuchung im Krankenhaus keine Auffälligkeiten erkannt werden können.