Wer kennt die Bilder nicht: In gefühlt allen us-amerikanischen Serien und Filmen werden ständig Checks ausgefüllt, im echten Leben regiert dort die Kreditkarte. Deutschland war immer ein Bargeldland, selbst in Zeiten des digitalen Fortschritts. Aber wie sieht es heute aus?

Bargeld überholt: Deutsche zahlen lieber mit Girokarte

Der Mythos vom Bargeldland Deutschland bröckelt nicht einfach nur, er ist tatsächlich Geschichte. Münzen und Scheine sind nicht mehr auf dem ersten Platz der beliebtesten Zahlungsmethoden der Deutschen. Stattdessen zieht allerdings nicht die modernste Alternative vorbei, Platz 1 erobert sich die Girokarte. Keine Zahlungsmethode ist beliebter, 47 Prozent geben dem Plastikkärtchen an der Kasse den Vorzug (Quelle: Euro Kartensysteme).

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von infas quo im Auftrag von Euro Kartensysteme, einem Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Sparkassen und Banken, hervor. Sie zeigt auch: Bargeld hat noch einen hohen Stellenwert, nur 2 Prozent weniger zahlen lieber bar als mit Karte. Mit 13 Prozent deutlich abgeschlagen auf Platz 3 landet die Kreditkarte. Weitere 10 Prozent gaben die Kategorie „Sonstige“ als beliebtestes Zahlungsmittel an, Mehrfachnennungen waren möglich.

Mobiles Zahlen per Smartphone wird ebenfalls immer beliebter, befeuert damit aber den Siegeszug der Girokarte. Denn Zahlungsanbieter wie Google Pay und Apple Pay sind in der Regel über die Girokarte mit dem eigenen Konto verknüpft. In der Auswertung der Marktforschungsagentur taucht das Zahlen mit dem Smartphone deshalb nicht gesondert auf.

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Pandemie verstärkt die Abkehr vom Bargeld

Die Abkehr vom Bargeld führt man dabei auf die seit Jahren fortschreitende Entwicklung von digitalen Zahlungsprozessen zurück. Die aktuelle Pandemie mit ihren allgegenwärtigen Aufforderungen zum kontaktlosen Zahlen hat das noch verstärkt: „Der Wunsch nach Abstand und Hygiene hat diesen Wandel eindeutig beschleunigt, der Komfort ist es aber, der für einen echten Paradigmenwechsel hin zur Karte sorgt“, so Ingo Limburg von Euro Kartensysteme.

Das gilt auf beiden Seiten. Auch bei Händlern ist die Girokarte das Zahlungsmittel der Wahl mit 45 Prozent vor Bargeld mit 28 Prozent. Laut Euro Kartensysteme setzen sowohl Verbraucher als auch Händler zurecht auf die Girokarte. Allerdings werden die Banken auch mit einem prozentualen Anteil an jedem Kauf per Karte beteiligt. Kein Wunder also, dass die Zahlungsmethode dort gut gelitten ist.