Bluetooth-Revolution: Auf diese Funktion mussten wir Jahre warten

Robert Kohlick

Egal ob Laptop, Smartphone, oder PC – viele Geräte setzen auf Bluetooth, um sich drahtlos mit Maus, Tastatur, Kopfhörer, Lautsprecher oder anderen Peripheriegeräten zu verbinden. Bislang hatte die Funktechnik mit einigen Problemen zu kämpfen – vor allem im Audio-Bereich. Eines davon soll jedoch bald Geschichte sein. 

Bluetooth LE Audio: Endlich Musik auf mehrere Geräte gleichzeitig übertragen

Seit den 1990er Jahren wird der Bluetooth-Standard für die Datenübertragung zwischen Geräten über kurze Distanz entwickelt und immer weiter ausgebaut. Bis heute fehlte dem Funkverfahren eine wichtige Funktion: Multi-Stream-Audio – oder anders ausgedrückt: Die Möglichkeit, dass ein Sender auf mehrere Audiogeräte auf einmal streamt. Das war bislang nur in Ausnahmefällen möglich – etwa, wenn alle Geräte von einem einzigen Hersteller stammen, der diese Funktion auch unterstützt.

Mit dem neuen „Bluetooth LE Audio“-Standard soll sich das jedoch ändern. Dieser soll es erstmals ermöglichen, dass zum Beispiel über ein Smartphone gleichzeitig auf zwei Lautsprechern und einem Kopfhörer der gleiche Musikstream abgespielt wird – egal von welchem Hersteller die Audiogeräte stammen.

Die für den Standard zuständige Bluetooth Special Interest Group stellte die neue Funktion auf der CES 2020 vor und versprach, dass die Synchronität der einzelnen Audioströme stets gewährleistet wird. Es soll also nicht zu Übertragungsverzögerungen unterhalb der einzelnen Geräte kommen.

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Neuer Bluetooth-Standard: Besserer Klang trotz geringerer Bitrate

Doch das ist nicht das Einzige, dass sich durch den neuen Standard ändern soll. Auch ein neuer Audio-Codec soll mit der neuen Bluetooth-Version Einzug halten. Dieser hört auf den Namen LC3, verspricht eine noch bessere Klangqualität – und das obwohl die benötigte Datenrate sinken soll. Rund 50 Prozent kleiner soll die Bitrate ausfallen, sagt Manfred Lutzky, Leiter Audio für Kommunikation am Fraunhofer IIS.

Das soll auch den Produktherstellern zu Gute kommen. Die sollen dadurch in der Lage sein, die Akkulaufzeit des Gerätes bei gleichbleibender Akkukapazität zu erhöhen, bzw. die Baugröße zu verringern ohne Akkulaufzeit einbüßen zu müssen.

Ein wichtiges Feature, auf das inzwischen viele Bluetooth-Kopfhörer setzen, ist Noise Cancelling. Doch wie funktioniert das überhaupt? Und wie hört es sich an? Wir verraten es euch: 

Test: So leise ist Noise Cancelling.

Die Bluetooth Special Interest Group gibt an, dass man die Spezifikationen des neuen Standards innerhalb des ersten Halbjahres 2020 veröffentlichen will. Wann die ersten Geräte auf den Markt kommen, die von der neuen Technik Gebrauch machen, ist jedoch noch nicht bekannt.

Robert Kohlick
Robert Kohlick, GIGA-Experte für Gaming-Hardware, -PCs und -Laptops.

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