Pünktlich zum Fahrplanwechsel wird Bahnfahren teurer. Obwohl die Deutsche Bahn eine Finanzspritze über 5 Milliarden Euro erhält, sollen Kunden noch stärker zur Kasse gebeten werden. Die Preiserhöhung betrifft aber nicht alle Angebote, wie sich zeigt. Treue Kunden müssen mehr zahlen.

Deutsche Bahn: Viele Tickets werden teurer

Mitte Dezember stellt die Deutsche Bahn nicht nur einen neuen Fahrplan vor, sondern erhöht auch die Preise für manche Fahrkarten. Im Durchschnitt werden Fahrten damit um 1 Prozent teurer, so die Berechnung. Bei Buchungen von Flexpreis-Tickets fällt die geplante Erhöhung mit 1,5 Prozent etwas höher aus. Noch stärker sind Kunden der Bahncard 100 betroffen. Das All-Inclusive-Ticket der Deutschen Bahn für das ganze Jahr soll gleich 1,9 Prozent mehr kosten.

Bahncard 25 mit Rabatt abstauben

Der Bahn zufolge handele es sich nur um eine „moderate Erhöhung“. Die Preise würden weiter unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Es wird auch darauf verwiesen, dass Tickets wegen der gesenkten Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent ohnehin günstiger sind als zuvor. Ziel sei es unter anderem, den Komfort in IC- und ICE-Zügen zu verbessern. Bis zum Jahr 2026 sollen 8,5 Milliarden Euro in die Modernisierung und die Anschaffung neuer Züge investiert werden.

Von der Preiserhöhung nicht betroffen sind die Sparpreise und Super-Sparpreise, bei denen eine Zugbindung besteht und der Umtausch ausgeschlossen ist. Auch die Preise für die Bahncard 25 und 50 bleiben nach sechs Jahren weiter stabil.

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Teure Tickets bei der Bahn „unverschämt“

Verbraucherschützer halten rein gar nichts von der Preiserhöhung, wie die Tagesschau berichtet. Kritisiert wird unter anderem, dass gerade die treuesten Kunden besonders bestraft werden. Klaus Müller, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale, beurteilt das Vorgehen schlicht als „unverschämt“.

„Auf der einen Seite erhält das Unternehmen dieses Jahr eine fünf-Milliarden-Finanzspritze vom Steuerzahler. Auf der anderen Seite werden die Züge immer unpünktlicher, gibt es wenig Kulanz für die Kunden, versagt die Bahn bei der Digitalisierung“, meint Müller.